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Bad Neustadt an der Saale

Der Klang meines Körpers

Ausstellung zum Thema Essstörungen
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Schüler informierten sich im Alten Amtshaus zum Thema Essstörungen. Das interaktive Konzept forderte zum Mitmachen und Mitdiskutieren heraus.  Foto: Stefan Kritzer
Schüler informierten sich im Alten Amtshaus zum Thema Essstörungen. Das interaktive Konzept forderte zum Mitmachen und Mitdiskutieren heraus. Foto: Stefan Kritzer
BAD NEUSTADT. Jeder fünfte Jugendliche, so aktuelle Schätzungen, kommt im Laufe seines Erwachsenwerdens an den Rand einer Essstörung. Den Verlauf einer Krankheit wie Magersucht, Bulimie oder Fettleibigkeit nimmt eine Essstörung aber weitaus seltener an. Trotzdem, die häufigste psychosomatische Erkrankung eines jungen Menschen in Deutschland ist eine Essstörung.

Grund genug, in einer Ausstellung im Alten Amtshaus mit Schülern den Kern des Themas zu erarbeiten. Medien und Hochglanzmagazine sind voll davon: dünne Topmodels, die als Schönheitsideal der Modeindustrie gelten. Diesem Ideal wollen viele junge Leute nacheifern. Eine schlanke, sportliche Figur zu haben, das ist im Grunde genommen natürlich nicht falsch.
Schlimm wird es nur, wenn das Streben nach Schlankheit zur Krankheit wird, weil Diäten immer weiter verschärft werden, weil sich nach dem Essen der Finger in den Mund gesteckt wird und vieles mehr. Magersucht ist nur eine von vielen verschiedenen Essstörungen, wie vor allem unter jungen und ganz jungen Menschen verbreitet sind. Und die Zahlen steigen weiter rasant. Da gilt es vorzubeugen mit viel Aufklärung.
Das Gesundheitsamt hat nun gemeinsam mit der Suchtberatungsstelle der Caritas eine interaktive Ausstellung ins Alte Amtshaus geholt, die Siebt- bis Neuntklässler sensibilisieren soll. "Klang meines Körpers" lautet der Titel der Ausstellung des Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherhei. Schüler der Staatlichen Wirtschaftsschule, der Werner-von-Siemens-Realschule und der Mittelschule haben sich diese Ausstellung angeschaut haben. Doch mit Anschauen allein ist es in diesem Ausstellungskonzept nicht getan. Mitmachen war angesagt. Ohne Lehrkräfte versuchten sich die Schüler ein eigenes Bild über Essstörungen zu entwickeln. Bin ich betroffen? Esse ich nur bewusst, oder bin ich schon krank?
In Kleingruppen diskutierten die Schüler mit Sabine Schwientek und Maria Reichert-Härder aus dem Gesundheitsamt sowie Susanne Till und Hedwig Heinisch von der Caritas über Texte und Bilder von betroffenen Frauen und Mädchen, die Einblicke in ihre Welt ermöglichen. Denn spätestens wenn Jugendliche nur noch ans Essen denken und wahre Experten im Zählen von Kalorien sind, dann stimmt etwas nicht. Stefan Kritzer



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