Bad Neustadt
Gesundheit

Aktionstag zum Thema Schlaganfall am 1. August

"Wir müssen die Menschen sensibilisieren, dass sie auf erste Anzeichen eines Schlaganfalls achten", sagen Professor Bernd Griewing, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik Bad Neustadt, und Hassan Soda, Leitender Oberarzt der überregionalen Comprehensive Stroke Unit.
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Fotos: Hanns Friedrich
Fotos: Hanns Friedrich
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Immerhin erleiden deutschlandweit pro Jahr mehr als eine viertel Million Menschen einen Schlaganfall, in Bayern sind es rund 40.000.
"Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache nach Herzinfarkt und Krebserkrankung", sagt Griewing. Grund genug wieder einmal auf die Risiken und Vorzeichen aufmerksam zu machen und zwar mit einem Aktionstag am 1. August von 10 bis 16 Uhr am Marktplatz in Bad Neustadt.
Dann steht dort ein knallroter Doppeldeckerbus mit der Aufschrift "Bayern gegen Schlaganfall". Hier bekommt man, wie schon im vergangenen Jahr, sämtliche Informationen zum Thema Schlaganfall, vorbeugende Maßnahmen sowie die ersten Anzeichen. Der Faktor Zeit ist besonders wichtig, denn nur in den vier bis fünf Stunden, besser jedoch noch früher nach dem Schlaganfall kann durch eine sogenannte Thrombolyse, das ist die Auflösung des Blutgerinnsels, das Risiko für bleibende Schädigungen deutlich gesenkt werden.

Die Experten der Neurologischen Klinik Bad Neustadt verweisen eindringlich darauf, dass das Wissen über die Symptome des Schlaganfalls lebensrettend sein kann. Immer wenn Symptome wie Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Sprachstörungen schlagartig auftreten, sollte der Betroffene oder Angehörige sofort die Notrufnummer 112 anrufen.
Mit einfachen Mitteln können Hinweise auf Lähmungserscheinungen im Gesicht, der Arme und der Sprache gefunden werden. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist es dann das vorrangige Ziel, den Patienten in so kurzer Zeit wie möglich in ein Krankenhaus mit einer speziell ausgerichteten Schlaganfall-Station, auch Stroke Unit genannt, zu bringen. Dort bestehen die besten Chancen für eine weitergehende Diagnostik und eine lebensrettende Akutbehandlung durch spezialisierte Neurologen und entsprechend geschultes Personal.
Jeder Mensch kann durch sein Verhalten das persönliche Schlaganfallrisiko verringern, sagt Griewing. Wie bei so vielen Krankheiten gehören der Verzicht auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichende, regelmäßige Bewegung zu den vorbeugenden Maßnahmen. Seit 15 Jahren gibt es an der Neurologischen Klinik Bad Neustadt mit der Stroke Unit eine Spezialabteilung und nun auch eine "Schlaganfall-Begleiterin", auch Stroke Managerin genannt. Sie gibt in der Klinik, aber auch nach der Entlassung wertvolle Informationen und begleitet die Patienten auch außerhalb der Klinik.
In diesem Jahr stehen im Fokus die Risikofaktoren des Schlaganfalls. Gerade deshalb sollte die Bevölkerung dieses Angebot annehmen und den Informationsstand der Neurologischen Klinik besuchen.
"Wir hoffen auf ein breites Interesse", sagt Griewing. Für ihn ist es wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen und Fragen rund um den Schlaganfall von der Prävention über die Akutversorgung bis hin zur Nachsorge zu beantworten. Fragen wie: Was steckt hinter der Erkrankung, wo liegen ihre Ursachen und auf welche Symptome sollte man achten, um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen, werden von den Experten beantwortet. Denn nur eine gezielte Therapie kann ernsthaften Folgeerkrankungen wie einem Schlaganfall entgegenwirken. Mehr dazu erfährt man am kommenden Freitag, 1. August, zwischen 10 und 16 Uhr am Marktplatz in Bad Neustadt. Dort ist auch die Neurologische Klinik mit einem Infostand vertreten.


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