Lichtenfels
Gartentipp

Aussehen der Sträucher abhängig vom Schnitt

Es ist bitter, wenn man zuschauen muss, wie bei Pflegearbeiten alle Sträucher wie Kolkwitzien, Weigelien oder Forsythien im prallen Sonnenschein mit der Heckenschere rund geschnitten werden.
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Forsythie Foto: Robert Fishman
Forsythie Foto: Robert Fishman
Dieser Schnitt scheint wie eine Seuche zu werden. Man muss nur genau hinschauen, dann sind solche Exemplare überall zu sehen. Ursprünglich ging dieser Schnitt hauptsächlich von öffentlichen Grünanlagen aus. Der nannte sich dann treffend Hausmeisterschnitt. Fast alles Blütenholz für den nächsten Frühling wird so entfernt und abtransportiert. Die ganze Schönheit eines Strauches geht verloren. Was übrig bleibt ist grünes und undefinierbaren Gebilde. Bei dem Strauch gibt es dann auch keine Verjüngung von der Basis her, die fast ewige Jugend verleiht. Von einer Blüte kann später nicht mehr die Rede sein. Man fragt sich da, ob es denn nicht hier so etwas wie eine Berufsehre gibt. Jede Strauchart muss nämlich anders behandelt werden. Da ist schon einiges Wissen gefragt. Einfach alles rund schneiden, kann aber scheinbar jeder. Hier ist die zunehmende Naturentfremdung total zu spüren. Wenn das so weiter geht, werden unsere Grünanlagen und Gärten immer monotoner werden. Als nächstes werden vielleicht auch noch die Bäume rund geschnitten, so wie es schon vereinzelt zu sehen ist. Das wirkt dann wie eine Geisterlandschaft. Nur kantige Gewächse oder runde werden dann frei nach Frau Saubermann als "schön" empfunden.
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