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Gartentipps

Tipps für den Garten im Spätherbst

Auch im Spätherbst gibt es im Garten zu Hause viel zu tun. Scheinquitte fürs Dressing, Kakteen überwintern oder Lieferanten für Babynahrung: InFranken.de-Gartenexperte Jupp Schröder hat viele wissenswerte Tipps parat.
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Foto: PdM/dpa
Foto: PdM/dpa

Die stacheligen Kakteen brauchen eine winterliche Ruhezeit.

Die Winterruhe ist bei sehr vielen Arten die Voraussetzung für die Blütenbildung. Die Ruhezeit sollte von November bis März erfolgen. Die Kakteen müssen dabei möglichst kühl stehen und dürfen in dieser Zeit so gut wie gar nicht gegossen werden. Auch dann nicht, wenn der Kaktus Knospen angesetzt hat und sogar schon Falten zeigt. Erst im Frühling, wenn sich an der Spitze neue Dornen bilden, darf wieder gegossen und ein wärmere Standort ausgesucht werden. Es gibt sogar Opuntienarten, die Frost vertragen und im Winter draußen stehen bleiben können.

Wenn man Gladiolen aus der Erde genommen hat,

soll das Laub erst austrocknen, damit die ganze Kraft in die Knolle geht. Dann wird eine handbreit oberhalb abgeschnitten. Die Knollen sollten auf keinen Fall in einen feuchten Keller kommen. Ideal ist ein trockener und kühler Raum. Aber ganz austrocknen wiederum sollten die Knollen auch nicht. Deshalb ist leicht feuchter Sand oder auch Sägemehl zum Einlagern ideal. Die Brutknollen können abgenommen und genau so überwintert werden. Diese benötigen aber zwei Jahre im Beet, bis sie zum Blühen kommen.

Da der Boden noch nicht gefroren war, sind die Begonienknollen noch unversehrt.

Sie werden zuerst trocken gehalten und dann wie Dahlien eingewintert. Am besten geschieht dies in einem Pappkarton, der mit Sägespänen gefüllt ist und in einen kühlen Keller gestellt wird. Angetrieben wird im März, mit der hohlen Seite der Knollenach oben.

Die Pastinake ist eine sehr alte Kulturpflanze, die zurzeit wieder mehr an Bedeutung gewinnt.

Besonders für Babynahrung wird die Pastinake verwendet. Ihre Wurzel ist frosthart und kann den ganzen Herbst und Winter über bei offenem Boden geerntet werden. Die Ernte muss aber vor Erscheinen der Blütenstände abgeschlossen sein, da die Wurzeln sonst holzig werden. Als Wurzelgemüse bevorzugen die Pastinaken einen humosen und sandigen Boden. Viele Steine und Bodenverdichtung führen, ähnlich wie bei Möhren, zu Anbauproblemen.

Für die Ernte von Chicoree, der für die Treiberei bestimmt ist, wird es jetzt höchste Zeit.

Die Rüben werden mit der Grabgabel gelockert und samt Laub aus der Erde herausgezogen. Wenn dabei die Spitzen abbrechen, so ist dies weiter nicht schlimm. Bevor die Rüben angetrieben werden können, müssen sie etwa vier Wochen möglich kühl, aber frostfrei und trocken zwischengelagert werden. Dies kann durchaus, je nach Witterung, auch im Freien geschehen. Vor der Zwischenlagerung wird das Laub auf etwa fünf Zentimeter eingekürzt.

Ende November können die Wurzeln von Chicoree angetrieben werden.

Dazu stellt man sie in einen Eimer und füllt die Zwischenräume mit Erde auf. Danach wird kräftig angegossen. Zum Antreiben wird der der Eimer in den Heizungskeller oder einen anderen warmen Raum gestellt. Da die Chicoree-Treiberei dunkel erfolgen sollte, stülpt man am besten ein leeren Eimer über die Pflanzen. Kommt Licht an die Triebe, werden sie grün und schmecken recht bitter. Auch das Antreiben von Löwenzahn wird immer beliebter. Die Handhabung erfolgt ähnlich wie bei Chicoree. Auch hier ist es wichtig, dass die Kultur dunkel erfolgen sollte, da bei Lichteinfall die gebildeten Blätter ebenfalls sehr bitter schmecken.

Es ist kaum bekannt, dass die Früchte der Scheinquitte essbar sind.

Sie haben einen besonders hohen Gehalt an Vitamin C, Pektin und Aromastoffen. Die Früchte der Scheinquitte sind aber nicht zum Rohverzehr geeignet. Sie werden ausschließlich zur Verarbeitung genommen. Der Saft wird in der Regel zu Mischungen mit solchen Fruchtarten verwendet, die wenig Säure haben wie Apfel, Birnen und auch Kürbis. Weiterhin kann von den Früchten Gelee, Marmelade Obstpasteten und Quittenbrot machen. Der hocharomatische Saft eignet sich auch zum Ansäuern von Fruchtsalaten. In nordischen europäischen Ländern wird die Scheinquitte in große Mengen angebaut und industriell verwertet. Sie dient dort als Ersatz für die echte Quitte, da diese dort nicht mehr ausreichend winterhart ist. Die Scheinquitten haben sehr dankbare und attraktive Blüten, die ein Blickfang im Hausgarten sind. Die leuchtenden Früchte halten zudem bis zu vier Monaten am Strauch. Leider ist die Scheinquitte in den letzten Jahren aus der Mode gekommen.

Der Rasen sollte kurz in den Winter gehen.

Das aufliegende Laub wird jetzt beim Mähen mit dem Rasenschnitt vermengt und klein gehackt. Dadurch verrottet es besonders gut.


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