Lichtenfels
Gartentipp

Igel sind keine Schmusetiere

Igel zählen zu den ältesten Säugetieren. Das sie gut ohne uns auskommen und die Natur benötigen um zu überleben, erklärt uns unser Gartenexperte Jupp Schröder.
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Symbildbild: Wolfgang Kumm/dpa
Symbildbild: Wolfgang Kumm/dpa
Igel sind keine Schmusetiere. Am besten sind die in der freien Natur aufgehoben. Die Fürsorge vieler Menschen, die den Igel gern mit nach Hause nehmen, um ihn durch den Winter zu bringen, bekommt ihnen meist gar nicht gut. Es ist wichtig zu wissen, wie Igel sich verhalten, wenn das Umfeld natürlich gestaltet ist. Schlimm ist eine falsche Fürsorge. Die ist besonders dann gegeben, wenn Igel in einen Karton eingesperrt und wie Haustiere gehalten werden -weil sie doch so putzig sind. Kleine Kinder sehen solche Tiere dann als Spielzeug an. Somit kommt es bei dem Nachwuchs zu einer völlig falsch verstandenen Tierliebe, die gar nicht im Sinne des Artenschutzes ist. Erwachsene sollten so vernünftig sein und den Kindern ein gutes Vorbild geben und diese entsprechend aufklären. Igel sind Wildtiere und stehen unter strengem Artenschutz. Es ist verboten, sie einfach mit zu nehmen und zuhause zu halten. Igel möchten auch nicht gestreichelt werden, auch wenn Kinder die Igel mit ihrem kleinen Schnäuzchen und den Knopfaugen noch so niedlich finden.

Es sind zähe und wehrhafte Burschen und zählen zu den ältesten Säugetieren. Es gibt sie schon seit 65 Millionen Jahren. Daran erkennt man, dass der Igel als Wildtier durchaus ohne uns zu Recht kommt. Was wir aber tun können ist, unser Umfeld, den eigenen Garten, Igel-gerecht zu gestalten. Dazu gehören besonders Versteckmöglichkeiten unter Laub und Reisig. Gärten, die nach dem reinen Sauberkeitsprinzip angelegt werden, sind für den Igel total lebensfeindlich. Außerdem brauchen die Tiere einen sehr großen Radius, um genügend Nahrung zu finden. Deshalb müssen Durchlässe geschaffen werden, damit sie von Garten zu Garten wandern können.

Wichtig ist auch, Gefahrenstellen zu minimieren. Dazu gehören Lücken auf Lichtschächten, steile Ufer beim Gartenteich und Kellertreppen, die vor allem für junge Tiere nicht mehr zu erklimmen sind. Hier können zusätzliche Steine an den Seiten die Höhen überwindbar machen. Oft verheddern sich die Tiere auch in zusammengerollten Maschendrahtzäunen oder Netzen. Auch Straßengullys können, besonders für kleine Igel, zu Todesfallen werden. Autofahrer sollten jetzt im Herbst besonders in der Dämmerung und nachts defensiv fahren, um den Igeln, die zurzeit besonders oft unterwegs sind, ausweichen zu können.