Lichtenfels
Tipps

Wie macht man den Garten fit für das Frühjahr?

Nachts ist es kalt, tagsüber scheint die Sonne. Dieses Hochdruckwetter tut vielen Pflanzen nicht gut, weiß Jupp Schröder. Was nun im Garten zu tun ist und was Hobbygärtner noch bleiben lassen sollten, erklärt er in seinem Blogeintrag.
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Jupp Schröder gibt Tipps für den Frühling. Foto: FT-Archiv
Jupp Schröder gibt Tipps für den Frühling. Foto: FT-Archiv
Das Hochdruckwetter mit den kalten Nächten und tagsüber Sonnenschein, tut den Pflanzen nicht gut. Beim genauen Hinschauen sieht man an empfindlichen Gewächsen schon leichte Braunfärbungen an den Trieben. Ein Sonnenschutz nach Frostnächten ist gerade jetzt sehr wichtig. Deswegen sollte man noch ein wenig mit manchen Gartenarbeiten warten. Das Getreide schaut richtig gelb aus, da durch das Heben bei Frost und das Senken nach dem Auftauen der oberen Bodenschicht die Pflanzen hoch frieren. Das führt dann zu Trockenschäden des Wintergetreides durch zu wenig Bodenschluss.

Das sollte man besser bleiben lassen

Manche Gartenbesitzer schneiden jetzt die Bauernhortensien zurück. Das ist aber nicht richtig, da damit die Blütenknospen aus dem Vorjahr mit verschwinden. Im Frühjahr entfernt man nur die alten abgestorbenen Blütendolden etwas oberhalb der neuen Knospen. Einige schwache Triebe kann man aber einkürzen, damit sich von unten her kräftige Jungtriebe ausbilden können. Das führt dann zu einer laufenden leichten Verjüngung. Mit dieser Arbeit sollte aber bei den Hortensien noch etwas gewartet werden, da die Gefahr des Auswinterns noch nicht vorbei ist. Die alten Blüten können noch ein wenig schützen. Bei den kalten Nächten, mit tagsüber Sonnenschein, wäre dann eine zusätzliche Beschattung nicht schlecht. Gerade Bauernhortensien gehören zu den empfindlichen Pflanzen.

Rispen- und Waldhortensien vertragen einen Frühjahrsschnitt

Andere Hortensienarten aber, wie die Rispen- und Waldhortensie, vertragen einen Frühjahrsschnitt, da sie wie Rosen ihre Blüten an den diesjährigen Trieben bilden.

Auch der Bärlauch wächst schon

Schon sprießt der Bärlauch im Garten. Einmal angebaut, breitet es sich er sich unter Bäumen und Sträuchern bei einer schützenden Laubdecke ganz von selber aus. Es ist immer ein besonderes Erlebnis, verschiedene Wildsalate direkt am Haus ernten zu können.

Mit dem Frühling beginnt die hohe Zeit der Wildkräuter. Bald kann man im Garten und auf ungedüngten Wiesen zum Beispiel Löwenzahn, Gundermann, Spitzwegerich, Frauenmantel, Giersch, Sauerampfer, Taubnessel, Gänsefingerkraut und Gänseblümchen entdecken. Die meisten Kräuter, die draußen wachsen sind essbar. Früher freute man sich nach einem langen Winter über das erste Grün und wusste es in vielfältiger Weise und mit Fantasie zu nutzen. Es diente der Entschlackung des Körpers so wie der Blutreinigung.

Da jetzt das ganze Jahr über frisches Gemüse und Salate gekauft werden können, hat das Wissen über den Wert von Wildpflanzen stark nachgelassen. Außerdem trug der wachsende Wohlstand zu diesem Desinteresse bei. Alle Wildkräuter enthalten aber im Gegensatz zu den gebräuchlichen Salaten hohe Konzentrationen von Mineralien, Vitaminen und sekundären Pflanzenwirkstoffen. Das macht die Wildsalate besonders gesund.

Wie geht man mit Schneeglöckchen und Stiefmütterchen um?

Das Verpflanzen von Schneeglöckchen und Märzenbecher ist kurz nach der Blüte günstig. Dabei muss versucht werden, möglichst viel Erde an den Wurzeln zu lassen. So ist es möglich, sich bald Ableger von Freunden und Bekannten zu besorgen.

Stiefmütterchen kann man jetzt getrost schon auspflanzen. Es sind zweijährige Gewächse, die im Sommer und Herbst Blätter bilden und im ausgehenden Winter Blüten. Besonders die kleinblütigen Arten sind robust, da sie dem wilden Stiefmütterchen sehr ähnlich sind und wie diese auch drei Farben haben. Deshalb heißt das Stiefmütterchen auch mit richtigem Namen Viola tricolor.

Billigangebote kritisch betrachten

Die Gewächshäuser der Gärtner quellen jetzt schon mit Frühlingsblumen über, die langsam auf Käufer warten. Im vergangenen Jahr war die Vegetation gegenüber heuer noch um vier Wochen zurück. Für die Gärtnereien war das sehr schlimm, da sie zu einem großen Teil auf ihrer Ware sitzen blieben. Beim Einkauf der Frühlingsblüher wie Stiefmütterchen, Gänseblümchen, Primeln, Ranunkeln und auch Zwiebelgewächse wie Blausternchen und Traubenhyazinthen, sollte darauf geachtet werden, dass sie aus einer kühlen Aufzucht kommen, nicht überdüngt, so wie kurz, kompakt und fest im Wuchs sind. Wenn man die Pflanze umgedreht, dürfen die Blätter nicht in der Hand zusammen sacken. Billigangebote sollten besonders kritisch betrachtet werden.

Ältere Kernobstbäume zurückschneiden

Die Schnittmaßnahmen an älteren Kernobstbäumen sind völlig anders, als bei jungen. Es ist hier wichtig, altes und abgetragenes Holz, das sich herunter biegt, heraus zu nehmen und auf junge Triebe abzusetzen. Das nennt man die Rotation des Fruchtholzes. Es entsteht somit eine fortlaufende Verjüngung von oben her. Junge Triebe sind deshalb bei älteren Bäumen unbedingt zu schonen. Leider sieht man fast überall den umgekehrten Fall. Deshalb vergreisen die Obstbäume leider im großen Ausmaß. Sie stehen dann nicht mehr im Gleichgewicht, da ihnen die Chance zur Verjüngung durch junge Triebe genommen wird. Immer älter werdendes Holz bringt keine gute Fruchtqualität mehr hervor. Der Baum muss auch öfter mit dem Tragen aussetzen, um sich erholen zu können.


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