Litzendorf
Gartenporträt

Wie ein Familiengarten nicht langweilig wird

Die Familie Raab in Tiefenellern hat die Fläche an ihrem Eigenheim so angelegt, dass ausreichend Platz für Spielgeräte vorhanden ist.
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Die Spiralrutsche am Stelzenhaus im Garten reizt die vierjährige Elena immer wieder zu einer Rutschpartie. Foto: Barbara Herbst
Die Spiralrutsche am Stelzenhaus im Garten reizt die vierjährige Elena immer wieder zu einer Rutschpartie. Foto: Barbara Herbst
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Franken ist keine Flachlandregion. Oft stehen Hauseigentümer vor der schwierigen Aufgabe, neben dem Wohnheim auch den Garten am Hang zu planen. Vor allem dann, wenn er nicht nur der Zierde dient, sondern vielmehr Spielmöglichkeiten für die Kinder schaffen soll.
Carmen und Alexander Raab in Tiefenellern (Landkreis Bamberg) haben für sich und die Kinder Christopher (8 Jahre), Elena und Raphael (beide 4 Jahre) diese Aufgabe vor zwölf Jahren gemeistert. Carmen ist Architektin. Das Wohnhaus der Familie mit versetztem Pultdach hat die 43-Jährige selbst geplant, auf einem Hanggrundstück am Rande des 210-Seelen-Örtchens. Von dort hat man einen wundervollen Blick über das Ellertal bis nach Bamberg.


Bagger und Bodendecker

Wer in den Garten geht, muss nicht um den festen Stand fürchten. Der Hang ist in zwei Terrassen angelegt. "Zahlreiche Baggerstunden und 1050 Bodendeckerpflanzen waren dazu nötig", erzählt Carmen Raab.
Vom unteren Stockwerk aus, wo eine Art Wintergarten den schnellsten Gang ins Freie ermöglicht, ist man rasch auf einer schönen langgezogenen ebenen Fläche - die Hauptterrasse des Hanges, gesichert mit Rabatten und Fundament. Hier stört erst einmal nichts. "Wir haben bewusst viel offene Rasenfläche gelassen", sagt Alexander Raab.


Schaukel darf nicht fehlen

Nach einer kleinen Fläche mit Pflastersteinen bietet der Rasen ausreichend Platz zum Spielen. Christopher und Raphael haben sich einen Ball geholt, der Papa hat das mobile Torgestänge mit Netz passend postiert. Schon kann es losgehen mit dem Fußballspielen. Schwesterchen Elena schaukelt derweil. Später tritt auch sie gegen den Ball.
Einen kleinen Nachteil hat die Hanglage dann doch. Wer ganz schlecht zielt, schickt den Ball schnell auf eine Reise nach unten: entweder auf die zweite Terrasse oder noch weiter. '


Drei Schaukeln

Die Schaukel, die Elena vorhin schon ausprobiert hat, lässt die Mühe des Ballholens aber vergessen. Bei so gut wie keinem Spielgerät für Kinder kommt so schnell und langanhaltend Freude auf wie beim Schaukeln. Geeignet ist sie für alle Altersschichten und sollte in keinem Familiengarten fehlen. Familie Raab hat ein Exemplar aus stabilem Nadelholz mit drei Schaukeln und Kletterleitern.
Noch auffälliger ist etwas abseits das Stelzenhaus mit Spiralrutsche und Sandkasten. "Ich habe das komplett selbst gebaut, aus Restbeständen, die in der Zimmerei meines Schwagers verfügbar waren", erzählt Alexander Raab. Es war vor einigen Jahren ein Geschenk für Sohn Christopher zur Geburt der Zwillinge Raphael und Elena.


Rückzugsmöglichkeit

Mittlerweile spielen alle drei mit dem vielseitigen Spielgerät. Die sich schlängelnde Rutsche ist nur eine Attraktion. Der Sandkasten unter dem Stelzenhaus liegt geschützt vor Sonne und Regen. Eine große Holzkiste mit Spielsachen ist in Griffweite. Und bei schlechtem Wetter bietet der kleine Raum über dem Sandkasten - das eigentliche Stelzenhaus - wie ein Baumhaus eine Rückzugsmöglichkeit - manchmal auch für eine Nacht im Garten.
Wem in der Familie Raab dennoch langweilig ist, dem bietet sich auf der gepflasterten Fläche am Haus noch eine andere Möglichkeit, um den Bewegungsdrang zu stillen: ein Trampolin. "Die Kinder lieben das. Sobald heuer die ersten Sonnenstrahlen kamen, wollten sie, dass wir es wieder aufstellen", berichtet Carmen Raab.
Wenn dann in einigen Tagen noch das Planschbecken aufgebaut wird, kann der Sommer im Familiengarten kommen.


Keine Anbauflächen für Gemüse

Für große Obstbäume war bei den Raabs kein Platz mehr. Nur unten am Hang wachsen ein paar kleine Halbstämme mit Apfel, Ringlo und Zwetschge. Und auch sonst hat die Familie Raab aufgrund der Hanglage auf Anbauflächen für Salat, Tomaten, Gurken oder Kartoffeln verzichtet. Nicht einmal Erdbeeren und Kräuter baut Carmen Raab mehr an. "Davon sind wir wegen der Katzen weggekommen." Diese hatten die wenigen Flecken mit Erde als Toilette genutzt. "Eventuell schaffen wir uns ein kleines Gewächshaus an", sagt sie. Die Kinder hätten sicher nichts dagegen.