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Garten

Verführerische Reben fürs Coburger Land

Die Zeiten, da im Coburger Land Weinreben nur mit geringem Erfolg gepflanzt werden konnten, sind offenbar vorbei.
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Immer neue Sorten und ein wärmer werdendes Klima machen Wein auch für Gärtner in unserer Region verführerisch interessant. Foto: Thomas Neder
Immer neue Sorten und ein wärmer werdendes Klima machen Wein auch für Gärtner in unserer Region verführerisch interessant. Foto: Thomas Neder
Weinreben sind dank zahlreicher neuer Sorten, die dem Falschen und dem Echten Mehltau effektiv trotzen, mittlerweile in einer verblüffender Vielfalt erhältlich. Sie lassen sich in vollsonnigen, geschützten Lagen zu verführerischer Qualität heranziehen. Da sie im kleinen Pflanzcontainer angeboten werden, können Sie auch noch im Mai nach den Eisheiligen gepflanzt werden. Auch wenn Wein einiges an Trockenheit wegstecken kann, müssen junge Pflanzen vor allem im ersten Jahr gut gepflegt werden.


Auf frühe Sorten bauen

Im Coburger Raum, aus weinbaulicher Sicht eine Randlage, eignen sich vor allem früh und mittel reifende Sorten. Späte Sorten reifen meist nur in wirklich guten Sommern, wie dem vergangenen zufriedenstellend aus. Darauf sollte man sich nicht immer verlassen.
Am besten wählt man in unseren Klimaregionen eine direkt nach Süden gerichtete Wand. Passable Kulturbedingungen bieten mit Einschränkungen auch noch Südost und Südwestwände.
Bei Pflanzungen am Haus sollte am besten ein vollständiger Bodenaustausch mit guter lockerer Gartenerde vorgenommen werden, da angedachte Pflanzstellen meist mit Kies, Bauschutt und anderem Unrat vermischt und häufig stark verdichtet sind. Etwas reifer Kompost kann beigemischt werden. Mineraldünger hat im Pflanzloch aber nichts zu suchen. Bei Bedarf kann zur Lockerung auch etwas Lawalit oder Baumsubstrat oder dergleichen zugegeben werden. Das Pflanzloch sollte eine Größe von mindestens 50 mal 50 mal 50 Zentimetern haben - je größer desto besser.


Probater Kordon

Ein probates Erziehungssystem an der Hauswand ist beispielsweise der waagerechte Kordon. Diesen kann man mit einen oder zwei Armen und sogar in mehreren Etagen erziehen. Hierbei bleibt über die Jahre hinweg das Gerüst aus mehrjährigen waagerechten Kordonarmen erhalten. Die senkrechten Triebe werden im Zuge des Winterschnittes auf kurze Stummel mit zwei Augen zurückgenommen. Ist ausreichend Platz vorhanden, werden die Tragruten im Laufe des Sommers erst nach acht bis zehn beziehungsweise zwölf Blättern nach den Trauben eingekürzt. Ein kräftiger Schnitt ist bei Weinreben ganz essenziell. Er dient einem geordneten Aufbau, liefert Reben und sichert einen reichen Ertrag. Hier braucht man nicht allzu zögerlich zu sein. Wichtig ist es, etwas Holz des letzten Jahres für den neuen Aufbau zu belassen. Hieraus entwickeln sich die neuen Tragruten.
Die Blätter dienen der Ernährung der Trauben. Idealerweise schützt ein Wespenschutznetz vor dem Fraß durch Insekten und Vögel. Gegen die seit etwa zwei Jahren auch bei uns verstärkt auftretende Kirschessigfliege helfen nur sehr engmaschige, sorgfältig angebrachte und an den Rändern gut abgedichtete Netze mit der Maschenweite 0,8 mal 0,8 Millimeter.


Weitere Möglichkeiten

Am Drahtrahmen ist die Bogenerziehung oder der Flachbogen mit einer oder zwei vom Stamm abgehenden Ruten gut geeignet. Im Gegensatz zur Kordonerziehung werden die abgehenden Ruten jährlich erneuert. Die Ruten werden in der Regel auf sechs bis zehn Knospen eingekürzt.
Neben Sorten wie Himrod, Birstaler Muskat, Muscat Blue, Nero, Isabella Blau und Romulus, die sich in den letzten Jahren im Obstlehrgarten etabliert haben, kann man natürlich auch mal das eine oder andere Experiment wagen. Rosowie Tschudo mit rosefarbenen knackigen Trauben, die gelbe Solotoi Don oder die nach Erdbeer schmeckende Isabella Rot sind nur einige neue Namen, die im Verzeichnis gut sortierter Rebbaumschulen auftauchen. Sie kosten nicht mehr als eine Brotzeit, laden aber, wenn sie sich etabliert haben, zum dauerhaften Naschen ein.
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