Bamberg
Gartentipps für den Winter

Schweineschmalz hilft gegen den Hasenbiss

Eine alte Bauernregel besagt: "Wie sich das Wetter von Christag bis Dreikönig verhält, so ist es das ganze Jahr bestellt." Eine andere Regel beinhaltet, dass jeder der zwölf Tage zwischen Christag und Dreikönig in der Reihenfolge den jeweiligen Monat im kommenden Jahr verkörpern soll.
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Foto: Tobias Stich
Foto: Tobias Stich
Das Wetter kann man aber nur etwa sechs Tage ziemlich genau voraussagen. Die Hoffnung auf Winterwetter, das der Natur gut tut, ist noch vorhanden. Leider hat sich dieses in den letzten Jahren immer mehr nach hinten verschoben.

Das milde Wetter sollte nicht dazu verleiten, jetzt schon mit dem Winterschnitt an robusten Obstgehölzen anzufangen. Mit diesem ist noch bis zum Spätwinter zu warten. Die Wunden trocknen sonst zu sehr aus. Außerdem kann es zu Frostrissen an den Schnittstellen kommen. Das Schneiden sollte möglichst bei milder Witterung erfolgen. Die beste Zeit ist ab Mitte Februar und im Monat März, bevor die Knospen schwellen.

Jetzt, nach einigen Nachtfrösten und in der völligen Winterruhe, ist es günstig Stecklingshölzer von Sträuchern wie Forsythien, Deutzien oder Schneeball zu nehmen. Die circa 20 cm langen Steckhölzer können bis zum Frühjahr frostfrei und dunkel in einem Sandeimer wie z.B. in der Garage gelagert werden. Im März kommen sie bis zur oberen Knospe in ein Beet mit lockerer Erde. Nicht alle Arten wachsen aber gleich gut an. Zeigen sich wieder Blätter, sind die Triebe bewurzelt und kommen im Herbst an ihren endgültigen Platz. Zum Stecken sind aber nur einjährige Triebe zu verwenden. Auch können jetzt noch in der Winterruhe Edelreiser geschnitten werden. Das sollte ebenfalls an frostfreien Tagen geschehen. Vor allen Dingen bei Steinobst ist eine frühe Entnahme wichtig.

Immer wieder sieht man, wie junge Obstbäume jetzt schutzlos in den Gärten und der Landschaft stehen. Dieser Anblick tut einem Gärtner richtig weh. Bei Schnee kann nämlich schon ein einzelner Hase in einer Nacht enormen Schaden anrichten. Ein Hasendraht oder eine Plastikmanschette verhindern dann das Abnagen der Rinde. Auch das Bestreichen mit Schweineschmalz kann Abhilfe schaffen. Diese Methode wirkt ebenfalls gegen den Verbiss der jungen Triebe durch Rehe. Als Vegetarier ekeln sich diese Tiere vor animalischen Nahrungsmitteln.

Wenn ein Baum krebsig ist und krank aussieht, muss das nicht immer an der Behandlung oder Sorte liegen. Es können auch Erdstrahlen eine Rolle spielen. Hier sollte ein Wünschelrutengänger hinzu gezogen werden. Eine Nachpflanzung an einem solchen Ort bringt nach wenigen Jahren das gleiche negative Ergebnis.


Was tun bei "wilden Zweigen"?

Oft wundern sich Hobbygärtner, wenn an ihren Sträuchern oder Bäumen von unten her ganz andere Triebe zu sehen sind. So zum Beispiel, wenn man an einem buntblättrigen Ilex plötzlich grüne Blätter sieht. Es handelt sich dabei um einen "wilden Zweig", der unterhalb der Veredlungsstelle gewachsen ist. Dieser Trieb entwickelt sich kräftiger, als die kleiner bleibende Zuchtform und wird diese bald überholen. Um den Strauch so zu erhalten, wie man ihn gekauft hat, ist ein Eingriff notwendig. Bei vielen sommergrünen holzigen Gewächsen wie Korkenzieherhasel und Mandelbäumchen sieht man die Verwilderung im laublosen Zustand besonders deutlich. Hier kann man die kräftiger wachsenden Triebe schon bald herunter schneiden. Eine Nachbehandlung ist dann im Frühling beim Neuaustrieb erforderlich. Die frischen und weichen Triebe kann man dann einfach "entkrauten". Das bremst deren Wachstum. Wenn die Pflanzen noch klein sind, sollten die Wildlinge aus dem Wurzelhals unterhalb der Veredlungsstelle herausgerissen werden. Dies geschieht am besten mit einem Ruck nach unten. Damit wird gleich den Anfängen entgegen gesetzt. Bei der Gartenarbeit sollte man den Wurzelhals von veredelten Pflanzen nie verletzen, um einen Wachstumsanreiz hier zu vermeiden.

So lange noch kein Schnee an den Zweigen ist, sollte man bei einem Gang durch den Garten besonders einen Blick auf die schwarzen Johannisbeersträucher werfen. Wenn alle Knospen an den Trieben flach sind und sehr ähnlich aussehen, ist der Strauch in Ordnung. Wenn aber vergrößerte und kugelige Knospen zu sehen sind, bedeutet dies, dass Gallmilben den Strauch besiedelt haben. Diese überwintern nämlich in den Knospen. Es wird geschätzt, dass jede Knospe etwa 30.000 Milben und über 20.000 Eier enthält. An den vollkommen blattlosen Sträuchern fallen die großen runden Knospen besonders auf. Stark befallene Triebe, werden ganz abgeschnitten und vernichtet. Einzelne Knospen kann man ausbrechen. Sie dürfen aber auf keinen Fall auf den Boden geworfen werden. Am besten ist es, man sammelt sie in eine Schüssel und gibt sie in den Restmüll.
Das Jahr 2013 war von extremen Wetterbedingungen geprägt. Hoffentlich kommt ein besseres Gartenjahr. Das wünsche ich allen meinen Lesern.
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