Bamberg
Pflanzenpflege

Laub ist wertvolle organische Substanz

Für den biologisch und ökonomisch denkenden Gärtner ist Laub kein Abfall, sondern wertvolles organisches Material. Er weiß, dass es viele wichtige Funktionen im Naturhaushalt erfüllt und daher auch für ihn im Garten unersetzlich ist.
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Foto: dpa
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Es ist deshalb unsinnig, das Laub abzutransportieren und somit dem Naturkreislauf zu entziehen. Laub sollte man auf keinen Fall als hässlich oder, wie oft gesagt wird, als "Dreck" ansehen. Die bunten Blätter sorgen neben der düngenden Wirkung auch für einen idealen Winterschutz für Gehölze und Stauden. Sie funktionieren wie ein warmer Mantel, der den Frost nicht so tief in den Boden lässt.

Frühjahrsblüher wie Winterlinge, Blausternchen, Anemonen, Schneeglöckchen, Tulpen und Osterglocken fühlen sich nur unter einer Laubdecke richtig wohl, da sie ohne deren Schutz sehr schnell abbauen und dann ganz verschwinden. Die abgeworfenen Blätter sind zudem die Lieblingsspeise der Regenwürmer. Einen besseren Untermieter kann sich der Gärtner nicht wünschen. Eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit für das Laub ist auch die Abdeckung frostgefährdeter Pflanzen.

Die Natur zeigt uns am Beispiel des Waldes, wie ein perfektes Recyclingsystem funktioniert. Im Kreislauf vom Werden und Vergehen geht hier nichts verloren. Laub wird wieder in Dünger für die Pflanzen verwandelt und bildet weiterhin wertvollen Humus. Im Boden sind in der oberen Bodenschicht die aeroben Bakterien, die unter Sauerstoffzufuhr aggressiv Blätter und Holz abbauen können. Die vorverdauten organischen Substanzen werden dann von anaeroben Bakterien weiter unten im Boden im milchsaueren Bereich in neue Nährstoffe für die Pflanzen aufbereitet. Durch eine ständige Zufuhr von organischem Material wie Laub bleibt der Boden lebendig und damit auch humusreich.

Bei immergrünen Stauden wie Christrosen, Pachysandra, Immergrün und Haselwurz kann man Laub mit einem weichen Besen vorsichtig an frostfreien Tagen einfegen. Diese Immergrünen, die noch im tiefen Schatten von Bäumen und Sträuchern wachsen, können somit noch besser das Laub "schlucken". Durch völlige Beschattung unter einem aufgetürmten Blätterhaufen würden die immergrünen Stauden aber leiden.

Das zurzeit überall übliche Abdecken der Beete mit Baumrinde als Laubersatz ist überflüssig. Die Laubdecke gegen Rindenmulch einzutauschen ist ökonomisch und ökologisch keine gute Handlung. Nicht alle Pflanzen wie zum Beispiel Rosen können die Rindenabdeckung gut vertragen. Dieses Mulchen führt vielfach zu Mangelerscheinungen und Wachstumshemmungen. Auch kann durch Rinde eine Borkenkäferart übertragen werden, die sogar kleinere Obstbäume vernichtet.
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