Grundfeld
Gartentipps

Helga Dressel aus Grundfeld gibt Tipps für die perfekten Tomaten

Helga Dressel besitzt hunderte, teilweise exotische Pflanzen und hat sich mit ihnen wissenschaftlich beschäftigt. Deshalb hat sie einige Tipps parat.
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Helga Dressel pinselt den Stil einer ihrer Tomaten. Das macht sie jeden Tag. Die größte Tomate, die sie jemals geerntet hat, wog ein Kilogramm. Foto: Dominic Buckreus
Helga Dressel pinselt den Stil einer ihrer Tomaten. Das macht sie jeden Tag. Die größte Tomate, die sie jemals geerntet hat, wog ein Kilogramm. Foto: Dominic Buckreus
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Helga Dressels Garten liegt direkt am Wanderweg hinauf zu Vierzehnheiligen. "Die Leute bleiben oft stehen und schauen sich meinen Garten an", erzählt sie. Alles ist reine Natur, alles Bio, sagt sie. Vor allem stechen aber ihre Tomaten heraus. Gelbe, schwarze, grüne Tomaten, manche wie eine Banane geformt. 220 verschiedene Sorten aus allen Herren Länder besitzt die Grundfelderin mittlerweile.

Alle gleichzeitig aussähen kann sie aber nicht. Dafür fehlt einfach der Platz. 120 Pflanzen stehen nun in ihrem Garten, im Gewächshaus oder im Wintergarten. Einige musste sie bereits ins Haus ihrer Mutter auslagern. Insgesamt hat sie im vergangenen Jahr 1300 so großgezogen - davon erntete sie rund 90 Kilogramm Tomaten, sagt sie.


Die ganze Familie ist begeistert

Die Ernte in ihrem Garten dauert von August bis November. Und da müssen alle mit anpacken: Der Mann, die beiden Töchter und die Schwiegersöhne in Spe. Dann verarbeitet Dressel den Großteil ihrer Tomaten zu Tomatenröster, Soßen oder Aufstrich. Viele trocknet sie auch und einiges verkauft sie auf Märkten, der Pflanzenbörse der Grundfelder Gartenfreunde oder an Touristen, die im Sommer ihren Garten besichtigen.

Ihre Leidenschaft, die sie mittlerweile von morgens bis abends beschäftigt, hat schon in der Kindheit angefangen. "Manche sammeln Briefmarken, ich liebe eben meine Tomaten", erklärt Dressel. Und so brachte sie auch aus dem Urlaub viele neue und exotische Samen mit. "Jede meiner Tomaten hat ihre Geschichte", sagt sie.

Für ihre Ausbildung zum bayerischen Gartenführer hat sie auch eine Facharbeit über Tomaten geschrieben. Da hat sie natürlich auch einige Tipps parat, wie die Tomaten zu Hause richtig gepflegt werden sollten.

"Das Allerwichtigste ist: Die Tomate ist eine Frau. Sie möchte gestreichelt werden und man muss mit ihr reden", sagt Dressel. Jeden Tag redet sie mit ihren Tomaten und streichelt ihre Köpfe und pinselt die Stile mit einem Dachshaar-Pinsel. "Durch diese Bewegung schütttet die Pflanze ein Wachstumshormon aus", erklärt die Gärtnerin. Das mache man in spanischen Gewächshäusern generell, allerdings mit Maschinen.


Tomaten mögen es trocken am Abend

Außerdem sollte die Pflanze nicht so viel Wasser bekommen. Leicht feucht halten reicht. "Je trockener eine Tomate, desto mehr Fruchtansatz hat sie", sagt Dressel. Dadurch werden die Früchte intensiv süß und nicht wässrig. Nur am Vormittag sollte man Tomaten gießen. Bis zum Abend sollte der Boden wieder trocken sein.
Beim Düngen sollte der Heimgärtner stickstoffarmen, aber kalium- und calciumreichen Dünger verwenden, am besten organischen. Dieser spezielle Dünger ist überall erhältlich.

Im Herbst brechen die meisten den Giebel aus, damit die Pflanze nicht mehr wächst, weiß Dressel. Das sollte man lieber lassen: "Das ist so, als ob man einem Menschen den Kopf abreißt." Es reicht, die Blüten und kleinen Früchte vereinzelt auszuzupfen, damit die verbliebenen Früchte mehr Kraft haben.

Die Tomate fühlt sich besonders wohl an der Hauswand. Dort hat sie es warm und ist geschützt. Von oben sollte sie keinen Regen abbekommen, erklärt Dressel. Die Blätter sollte man ausgeizen und die Pflanze luftig halten, damit das Laub schnell trocknen kann.

Übrigens ergänzen sich Tomaten gut mit Gewürztagetes, Basilikum und Kapuzinerkresse, sagt Dressel. Diese schützen sie auch vor Schädlingen, wie weißen Fliegen.


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