Mühlhausen
Gartenserie

Gartenliebe in Mühlhausen: Mit Herz und ohne Handschuhe

Kunterbunt und kreativ präsentiert sich der Garten von Elisabeth Hirschmann aus Mühlhausen.
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Viel Liebe und Arbeit steckt im Garten von Elisabeth Hirschmann aus Mühlhausen. Akzente setzt sie mit ihren selbst getöpferten Kunstwerken, die überall zwischen den Blüten hervorspitzen.  Foto: Tina Meier
Viel Liebe und Arbeit steckt im Garten von Elisabeth Hirschmann aus Mühlhausen. Akzente setzt sie mit ihren selbst getöpferten Kunstwerken, die überall zwischen den Blüten hervorspitzen. Foto: Tina Meier
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Die ersten bunten Tulpen werden von der Frühlingssonne aus der Erde gelockt. Ihnen folgen viele weitere Farbtupfer aus Blütenmeeren und Staudenarten bis Ende Juli die Rosen ihre Pracht entfalten. Der Garten von Elisabeth Hirschmann aus Mühlhausen blüht zu jeder Jahreszeit - selbst in den kalten Monaten. "Die Winterblüher sind so angelegt, dass sie vom Wintergarten aus direkt in den Blick fallen", erklärt Hirschmann.

Ihr Garten gehörte früher zu einem Bauernhof und wurde Anfang der 80er Jahre von ihrer Familie gekauft. An den ehemaligen Nutzgarten erinnern heute nur noch zwei Gemüsebeete. Die restliche Anbaufläche verwandelte sich in einen vielfältigen Blumengarten. "Es gibt kaum eine Pflanze doppelt und ich probiere auch immer wieder außergewöhnlichere Arten aus, solang sie mit unserem Klima gut zurechtkommen", sagt Hirschmann, bei der auch die fast unecht erscheinenden Wachsblumen und ein kleiner Erbsenstrauch gedeihen.

Beim Gärtnern genießt sie den direkten Kontakt zur Natur. "Ich liebe das Fühlen der Erde und der Pflanzen. Handschuhe ziehe ich deshalb nie an", erklärt Hirschmann. Auch alle ihre weiteren Sinne werden angesprochen, wenn sie dem Vogelgezwitscher lauscht, die verschiedenen Düfte aufnimmt, Kräuter erntet oder ihre farbenfrohe Umgebung betrachtet.


Schwimmbecken wird Rondell

Indem sie weitere Pflanzen kauft, alte ersetzt und immer wieder neue Ideen umsetzt, verwandelt ihr Garten von Jahr zu Jahr sein Gesicht. In dessen Zentrum stand zum Beispiel früher ein kleines rundes Schwimmbecken. Es inspirierte Hirschmann dazu, an dieser Stelle ein mit Buchsbäumchen eingefasstes Rondell zu errichten.

Mittendrin sitzt ein kleiner Junge mit einem blau-weiß gestreiften T-Shirt, der grinsend in Richtung Haus blickt. Er ist heute nicht allein im Garten unterwegs. Vor ihm trägt eine Frau gerade ihre Einkaufstüte nach Hause, während neben ihm eine freche Gans ihren Kopf durch die Büsche streckt. Sie alle gehören zu einer großen Anzahl an Kunstwerken aus Ton, die sich über das gesamte Grundstück verteilen und von Hirschmann selbst angefertigt wurden.


Kunst aus eigenem Töpferofen

Seitdem sie von ihrer Familie einen Töpferofen geschenkt bekommen hat, kann sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. "Ideen habe ich immer. Sie entwickeln sich dann im Prozess des Töpferns weiter. Häufig inspirieren mich auch Bilder oder die Werke von anderen Künstlern, die ich dann selbst herstelle und individualisiere", berichtet Hirschmann.

Ihre Motive sind dabei ganz unterschiedlich und reichen von einem bewohnten Vogelnest über Pilze, Eulen, Häuser, Blumen und Meerjungfrauen bis hin zu lebensgroßen Skulpturen.

Doch am liebsten töpfert sie alle Arten von menschlichen Figuren. Viele ihrer Kunstwerke finden ihre neue Heimat direkt im eigenen Garten, doch mittlerweile haben sich so viele Keramiken angesammelt, dass sich Hirschmann von einigen ihrer Schätze verabschieden muss.

Während der Kirchweih wird ihre Garage deshalb zu einem Verkaufsstand. Die Kirchweih findet auch in diesem Jahr am ersten Wochenende im September statt und Hirschmann wird außerdem ihren Garten für alle interessierten Besucher öffnen, die dort einen ruhigen Fleck im Trubel des Festes finden können.

Elisabeth Hirschmann erholt sich am liebsten auf einer überdachten Bank am Rande der Wiese. Eingerahmt von Klematis und Rosen, kann sie dort selbst die letzte Abendsonne genießen.