Bamberg

Faktencheck Bauerngarten: Das sind die Voraussetzungen

Standort, Platzbedarf, Zeitaufwand, Budget und Nutzungswünsche: Was bei der Planung eines Bauerngartens zu berücksichtigen ist.
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Gabi Will hat sich im Altenkunstadter Ortsteil Pfaffendorf den Traum vom klassischen Bauerngarten erfüllt. Foto: privat
Gabi Will hat sich im Altenkunstadter Ortsteil Pfaffendorf den Traum vom klassischen Bauerngarten erfüllt. Foto: privat
Die Gestaltung eines Bauerngartens kann vielseitig ausfallen: Häufig wird dabei keine rein traditionelle Variante gewählt, sondern eine, die Elemente aufgreift, die zum jeweiligen Garten und den individuellen Bedürfnissen des Gärtners passen. Die wichtigsten Punkte, die es bei der Anlage eines Bauerngartens zu bedenken gilt:

1.Standort 
Für einen Bauerngarten sollte der Standort möglichst nah am Haus gewählt werden, denn kaum einer möchte beim Kochen einen Halbmarathon hinlegen, um Kräuter, Obst und Gemüse zu holen. Außerdem sollte die Fläche möglichst sonnig und eben sein. Einen traditionellen Bauerngarten auf einem Hanggrundstück oder als Terrassengarten anzulegen, wird aufgrund der geometrischen Anlage und der teils hohen Pflanzen schwierig. Eine Bewässerungsmöglichkeit in der Nähe sollte eingeplant werden.

2.Platzbedarf
Für sehr kleine Flächen eignet sich dieser Gartentyp nicht. Vier Beete und ein Wegkreuz, in dem mit einer Schubkarre rangiert wird, erfordern Platz - genau wie die Pflanzen. Bei einer realistischen Einschätzung des Platzbedarfs der wichtigsten Elemente, wie der langlebigen, üppig blühenden Leitstauden, hilft ein Pflanzplan.

3.Zeitaufwand 
Die Struktur, die Erschließung der Beete durch den Mittelweg, die Auswahl von Pflanzen, die mit wenig Aufwand im Freien kultiviert werden können - alle charakteristischen Merkmale des Bauerngartens sind auf effiziente Bewirtschaftung ausgerichtet. Dennoch muss bedacht werden, dass allein durch die Masse an Pflanzen in vier Beeten der Aufwand beim Gießen steigt. Auch die Pflanzenvielfalt macht Arbeit: Der Buchs muss geschnitten, die Dahlien im Herbst ausgegraben und überwintert werden.

4.Budget Für eine Beeteinfassung aus Buchs werden pro Meter etwa zehn bis 15 Pflanzen gerechnet, je nach Sorte und Größe können dafür etwa fünf bis 20 Euro anfallen. Bei einem fünf mal fünf Meter großen Beet wären das bis zu 300 Euro - und der klassische Bauerngarten hat vier solche Beete. Allerdings lässt sich Buchs auch gut durch Stecklinge selbst vermehren. Wer Zeit und Geduld hat, braucht nicht viel Geld für den Bauerngarten: Erst einmal mit einem der vier Beete beginnen und den Rest nach und nach in Etappen anlegen. Mit eigenen Ablegern, selbst gezogenen Pflänzchen und ein paar vom Nachbarn geschenkten Stauden. Oft ist ohnehin auch regionales Baumaterial vorhanden. Wird dieses genutzt, bleiben die Kosten überschaubar. Werden zum Beispiel Sandsteine und viele große Pflanzen gekauft, kann die Anlage des Bauerngartens mehrere Tausend Euro kosten.

5.Nutzung Der klassische Bauerngarten dient der Versorgung mit Zier- und Nutzpflanzen wie Gemüse und Beeren. Obstbäume sind nicht vorgesehen. Auch Sitzecken, Liegemöglichkeit und Grillplatz müssen bei Bedarf in einem gesonderten Gartenbereich geplant werden.