Baunach

Der Garten für vier Generationen

"Bevor ich etwas abschneide, schaue ich, ob ich was draus machen kann", sagt Norbert Roppelt aus Baunach.
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Im Moment dürfen die Gänseblümchen Inseln im Rasen bilden. "Ich mache gern immer mal ein bisschen was anderes", sagt Norbert Roppelt. "Auch an anderen Stellen des Gartens. " Foto: Matthias Hoch
Im Moment dürfen die Gänseblümchen Inseln im Rasen bilden. "Ich mache gern immer mal ein bisschen was anderes", sagt Norbert Roppelt. "Auch an anderen Stellen des Gartens. " Foto: Matthias Hoch
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Erst ist der vergangenen Woche waren sie wieder auswärts: beim Konzert des Gesangvereins im Baunacher Bürgersaal. Die Lorbeerbäumchen aus dem Garten der Familie Roppelt kennen sich aus im Landkreis Bamberg. Sie stehen bei Hochzeitsfeiern dekorativ herum und werden auch schon mal für kirchliche Anlässe (wie die Fronleichnamsprozession) engagiert.

Gage bekommen sie allerdings nicht. "Ich mache das für Bekannte einfach so ", sagte der Mann, der sie in Form hält. Norbert Roppelt bricht mit mit geübter Handbewegung ein paar junge Triebe aus. "Da muss ich demnächst sowieso mal wieder ran." Dran ist er in Sachen Formschnitt an vielen Gewächsen im Garten der Familie. Immer und immer wieder. Überall auf dem grünen Teil des Grundstücks findet sich in Fasson Gebrachtes.


Anregungen aus Südeuropa

Zuerst fällt der Blick auf das, was er aus einer alten Eibenhecke auf dem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen in der Schweizergasse gemacht hat: einen dekorativen Bogen. Gleich daneben ein Busch, der nur Büschel an den Enden der Äste trägt. Auch er war mal Teil der Hecke.

Aus Spanien und Italien holen sich Gabriela und Norbert Roppelt viele Anregungen für die Gartengestaltung. Zu Beispiel die für den gemauerten Grill und andere Bauten. Mediterran sind viele der Deko-Elemente. Aber es gibt auch Fernöstliches.

Alte Dinge wie Milchkannen oder eine Viehtränken haben neue Aufgaben bekommen. Das Gestell einer Nähmaschine trägt jetzt die Tischplatte des Lieblingssitzplatzes der Roppelts. Von dort aus haben sie die ganze Gartenpracht im Blick.


Feier-Platz und Ruhe-Platz

Im prallen Sonnenlicht steht eine auf Rollen montierte Apparatur mit Glasscheibe, hinter der man Bienenwaben sieht. "Eine Wachsschmelze", klärt Norbert Roppelt auf. "Das fällt ins Ressort meines Vaters Otto. Er ist Imker." Seine Völker hat er auswärts, doch Wildbienen bietet er in einer mit Löchern versehenen Baumscheibe an der Wand des ehemaligen Stalls ein Zuhause. Geschützt mit Maschendraht. "Damit hungrige Meisen die Insekten nicht rausholen."

"Hier haben eigentlich schon immer vier Generationen zusammen gewohnt", sagt Gabriela Roppelt. "Und so ist es auch jetzt". Gefeiert wird gern und oft in diesem Garten und der langen, gepflasterten Hofeinfahrt. Nicht nur die standesamtlichen Hochzeiten der beiden Söhne in den Jahren 2011 und 2012.

"Bei uns kommt oft mal was Spontanes zustande. Dann sind im Handumdrehen zehn bis zwölf Leute hier versammelt und jeder bringt was mit," erzählt sie, die die den Garten genauso gern ohne Trubel mag. "Dann bedeutet er Ruhe, Erholung, Abstand finden für uns."

Norbert Roppelts Eltern sind beide Mitte 80 - und auch im Garten aktiv. Früher war der Teil, in dem Gemüse angebaut wurde, größer. "Das macht halt schon eine Menge Arbeit", gibt Gabriela Roppelt zu bedenken. "Und außerdem haben wir entdeckt, das es in Hallstadt viel guten Bio-Gemüse zu kaufen gibt."


"Ich bin jemand, der jeden Kern in die Erde steckt und gespannt ist, ob was draus wird.

Alles ist tiptop in Schuss . Nur der Tellerpfirsich-Baum hat krumpelige Blätter mit braunen Stellen. Norbert Roppelt: "Ich will ihn aber nicht spritzen. Früchte trägt er trotzdem." Kiwis, Feigen, Mandarinen, Zitrone, Oliven und Avocados - all das kann die Familie ebenfalls ernten.

"Ich bin jemand, der jeden Kern in die Erde steckt und gespannt ist, ob was draus wird. Und bevor ich irgendwas abschneide, schaue ich, ob ich was draus machen kann."