Nürnberg
Totschlag durch Unterlassen

Nürnberg: Das Kind habe leblos gewirkt - Mutter soll eigenes Baby in Badewanne getötet haben

Eine Mutter soll ihr Neugeborenes zum Sterben in einer mit Wasser gefüllten Badewanne zurückgelassen haben. Anschließend versteckte die Frau die Leiche des Babys in einem Karton.
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Die 28-jährige Angeklagte  steht vor Gericht. Die Frau muss sich vor dem Gericht verantworten, weil sie ihr frischgeborenes Baby mutmaßlich in einer Badewanne hat sterben lassen. Der Vorwurf gegen sie lautet Totschlag durch Unterlassen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Die 28-jährige Angeklagte steht vor Gericht. Die Frau muss sich vor dem Gericht verantworten, weil sie ihr frischgeborenes Baby mutmaßlich in einer Badewanne hat sterben lassen. Der Vorwurf gegen sie lautet Totschlag durch Unterlassen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Baby stirbt in Badewanne - Prozess gegen Mutter in Nürnberg: Eine Mutter soll ihr frischgeborenes Baby zum Sterben in einer Badewanne zurückgelassen haben. Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat am 15. April der Prozess gegen die 28 Jahre alte Frau begonnen. Der Vorwurf gegen sie lautet auf Totschlag durch Unterlassen. Die Angeklagte schwieg, nicht jedoch deren Anwältin. Das vermeldet die deutsche Presseagentur (dpa).

Anwältin der Angeklagten hält Aussagen ihrer Mandantin für nicht verwertbar

Nach Auffassung der Anwältin sind die Vernehmungen der Angeklagten durch die Polizei nicht verwertbar, da die 28-Jährige keinen Rechtsanwalt an ihrer Seite gehabt habe und sie als Beschuldigte nicht über ihre Rechte belehrt worden sei. Die Staatsanwältin nannte die Vorwürfe abwegig. Die Strafkammer muss nun entscheiden, ob die Aussagen der Frau vor Gericht verwertet werden dürfen.

Anfang 2018 hatte sie laut Anklage erfahren, dass sie zum dritten Mal schwanger ist. Sie ist schon Mutter eines dreijährigen und eines fünfjährigen Kindes. Ihrem Lebensgefährten, dem Vater, ihrem Bruder und ihren Eltern soll die Deutsche das verheimlicht haben. Ihre wachsende Leibesfülle habe sie ihnen mit Wassereinlagerungen erklärt.

Frau gebar Mädchen in der Badewanne

Als bei ihr im September 2018 die Wehen einsetzten, hat sie sich der Anklage nach in die mit Wasser gefüllte Badewanne gelegt. Das Mädchen, das sie gebar, habe sie dann dort zurückgelassen, bis es starb. Sie habe weder Hilfe geholt noch versucht, den Säugling wiederzubeleben.

Der Kripobeamte, der sie am Tag nach der Geburt vernahm, sagte vor Gericht aus, dass der Vater sie im Fall einer Schwangerschaft habe verlassen wollen. Die Angeklagte, so der Polizist, habe damals zudem gesagt, dass ihre Mutter ihr nahegelegt habe, sich eine eigene Wohnung zu suchen, wenn sie erneut schwanger werden würde.

Kind soll blau angelaufen sein

Das Kind sei wenige Minuten nach der Geburt blau angelaufen, es habe nicht geschrien, sondern leblos gewirkt, sagte die Mutter nach Aussage des Beamten. Dann habe sie es in einen Karton gelegt. Er habe die Frau zuvor jedoch über ihr Recht zu schweigen belehrt und über ihr Recht, einen Verteidiger hinzuzuziehen, erklärte der Beamte.

Am nächsten Morgen versorgte die 28-Jährige ihren dreijährigen Sohn und fuhr mit diesem zu dessen Vater. Den toten Säugling entdeckte die Familie in ihrem Zimmer und verständigte die Polizei.

Für den Prozess waren zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden.

Ursprüngliche Meldung:

Angeklagte verheimlichte die Schwangerschaft

Die Angeklagte erfuhr der Staatsanwaltschaft zufolge Anfang 2018, dass sie zum dritten Mal schwanger ist. Dem Vater und ihrer Familie soll die Deutsche das verheimlicht haben.

Als bei ihr Anfang September 2018 die Wehen einsetzten, soll sich die Frau in die mit Wasser gefüllte Badewanne gelegt haben. Das Mädchen, das sie zur Welt brachte, habe sie dann dort zurückgelassen, bis es starb.

Anklage: Frau versteckte Leiche in einem Karton in Roth

Sie habe weder Hilfe geholt noch versucht, das Baby wiederzubeleben. Die Leiche soll die Frau im mittelfränkischen Roth in einem Karton versteckt haben.

Für den Totschlags-Prozess sind zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte am 18. April gesprochen werden.

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