Nürnberg
Sicherheit

Waffenrecht und Waffenliebe

Das Gefühl, unbedingt eine Waffe tragen zu müssen, ist in den USA ganz anders ausgeprägt als hierzulande. Die rechtlichen Vorgaben auch.
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Die Diskussion um schärfere Waffengesetze in den USA ist nicht neu. Sie wird befeuert von Amokläufen, der jüngste ist gerade einmal einen Monat her. Dass sich im Land der unbegrenzten Waffenliebe etwas ändert, ist unter dem jetzigen Präsidenten unwahrscheinlich. Doch es ist nicht nur die Waffenlobbyorganisation NRA, der Donald Trump nahesteht, die Veränderungen blockiert. Es ist das Bewusstsein der Amerikaner, quasi verfassungsrechtlich ein Recht auf Waffenbesitz zu haben. "Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden", heißt es im 2. Zusatzartikel der Verfassung. Dieser wurde 1791 verabschiedet. Damals musste man noch Schwarzpulver nachfüllen.


Historisches Recht

Heute besitzen US-Bürger ganz legal halbautomatische Waffen. Sie leiten aus diesem historischen Satz ihr Recht ab, sich mit Waffen zu verteidigen. Darunter gibt es ein Wirrwarr von Tausenden nationalen, bundesstaatlichen und kommunalen Vorschriften. Das Waffenrecht ist von US-Staat zu US-Staat verschieden. Mancherorts dürfen Waffen sogar sichtbar getragen werden - auch beim Einkaufen oder im Restaurant.


Waffenbesitzkarte und Waffenschein

In Deutschland ist schon der Besitz einer Waffe an strenge Vorgaben geknüpft. Benötigt wird eine Waffenbesitzkarte, die von der Kreisverwaltungsbehörde (Landratsamt/Ordnungsamt) ausgestellt wird. Das macht diese allerdings nur, wenn der Antragsteller mindestens 18 Jahre alt und waffenrechtlich zuverlässig ist. Er darf also strafrechtlich, insbesondere im Umgang mit Waffen, bisher nicht unangenehm aufgefallen sein. Daneben muss er persönlich geeignet sein - geistig und körperlich. Alkoholabhängigkeit oder psychische Erkrankungen stünden dem entgegen. Als Sachkunde ist außerdem eine erfolgreich bestandene Prüfung, etwa als Jäger, nachzuweisen. Ebenso ein waffenrechtliches Bedürfnis, denn ein allgemeines Recht auf Waffenbesitz gibt es in Deutschland nicht. Als Bedürfnisse sind etwa die Jagdausübung, das kulturhistorisch bedeutsame Waffensammeln oder das sportliche Schießen im Waffengesetz (WaffG) niedergeschrieben.
Wer Waffen nicht nur besitzen, sondern auch mitführen will, braucht zudem einen Waffenschein. Für Schreckschusswaffen u.Ä. reicht der sogenannte Kleine Schein. Pfefferspray, das mit "nur zur Tierabwehr" gekennzeichnet ist, unterliegt nicht den Vorschriften des Waffengesetzes.


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