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Veganer Döner im "Vegöner" in Nürnberg: Alles, aber vegan

Seit Kurzem gibt es in Nürnberg einen veganen Dönerimbiss samt Sojaspieß: Den"Vegöner" im Stadtteil St. Johannis. Der Laden brummt, das vegane Fastfood kommt an - nicht nur bei Veganern.
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Der Vegöner in Nürnberg. Fotos: Matthias Merz
Der Vegöner in Nürnberg. Fotos: Matthias Merz
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In der kleinen Imbissbude in der Poppenreuther Straße im Nürnberger Stadtteil St. Johannis ist es voll, die Luft ist schwer und gehaltvoll. Eigentlich eine ganz normale Dönerbude in Nürnberg. Doch statt Pute oder Rind gibt es hier Soja. Denn im Vegöner ist alles vegan - also ohne tierische Produkte.

Der Andrang ist mal wieder groß an diesem Samstagnachmittag. Hinterm Tresen stehen Ayhan Akbal und sein Sohn. Zusammen mit Jenny Schmidt hat Akbal Anfang des Jahres den kleinen Imbiss eröffnet. Seitdem brummt der Laden. Schlange stehen ist hier normal. Dass der Vegöner so einschlägt, haben die Betreiber nicht vorhergesehen. "Mit dem Ansturm haben wir nie gerechnet", sagt Akbal, der sorgfältig einen Vegöner belegt.

Deshalb müssen Hungrige hie und da etwas Geduld mitbringen."Wir haben den Laden für zwei Leute kalkuliert. Jetzt arbeiten wir schon zu viert", sagt Akbal und lächelt. Viele Geschäftsleute aus der Branche hatten Akbal und Schmidt einen Misserfolg prophezeit. "Das wird eh nix, haben wir immer gehört", erinnert sich der Mann mit den langen schwarzen Haaren, die er zu einem Pferdeschwanz gebunden hat.

Doch der Vegöner scheint einen Nerv in Nürnberg getroffen zu haben. Akbal kennt sich aus in der Nürnberger Gastronomie. Bevor er den Vegöner eröffnet hat, war er in einem Dönerladen angestellt. Doch das Restaurant musste die Immobilie verlassen. Akbal musste sich etwas neues suchen. Die Idee eines veganen Dönerimbisses kam auf. "Selbst bin ich Vegetarier", sagt er. Dass sie den kleinen Laden gefunden haben, freut die Gastronomen. Wie es der Zufall will, war hier vorher eine Metzgerei.

Akbal und Schmidt war es wichtig, dass ihre Speisen auch für Fleischesser eine Alternative sind. Deshalb musste es auch einen Dönerspieß geben, den macht Akbal übrigens selbst. Das Soja legt er dafür ein und bestückt dann den Spieß. "Hat kein Fett", verrät er.

Wer nicht weiß, was er gerade isst, schmeckt den Unterschied nicht unbedingt. Der Geschmack und die Konsistenz sind dem Original aus Fleisch sehr ähnlich. Allerdings ist die vegane Variante tatsächlich weniger fettig.

Wer keine Lust auf Döner hat, der kann auch viele andere vegane Gerichte im Vegöner probieren. Es gibt Burger in verschiedenen Varianten. Auch Pommes stehen auf der Tafel unter dem Tresen. Auch sie sind selbst gemacht. Wie alles in dem kleinen Laden, beteuert der Chef. Neben typischen Imbissgerichten bietet der Vegöner eine wechselnde Tageskarte, natürlich auch vegan.

Die Schlange wird an diesem Nachmittag nicht kürzer, immer wieder kommen neue Kunden herein. Viele wollen den veganen Döner einmal ausprobieren, viele sind aber auch Wiederholungstäter. "Ich habe mir schon öfter was geholt jetzt", sagt ein junger Mann. "Ein veganer Döner hat in Nürnberg noch gefehlt", fügt er hinzu. Mit seinem eingepackten Essen verlässt er den Imbiss, über dem außen noch immer das Schild "Metzgerei" prangt.



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