Nürnberg

Militärkonvois: US-Militär rollt mit "Defender Europe" auf Hauptroute durch Franken

Diese Woche startet die größte Truppenverlegung der USA nach Europa in den letzten 25 Jahren. Im Verlauf der Großübung "Defender Europe" werden rund 20.000 US-Soldaten quer durch Deutschland nach Osteuropa transportiert. Es drohen Staus, denn die südliche Hauptroute verläuft durch Franken.
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Kommende Woche beginnt die US-Großübung "Defender Europe". Die Militärkonvois rollen auch durch Franken. Symbolfoto: NEWS5 / Grundmann
Kommende Woche beginnt die US-Großübung "Defender Europe". Die Militärkonvois rollen auch durch Franken. Symbolfoto: NEWS5 / Grundmann

Militärkonvois rollen bei Großübung "Defender Europe 20" durch Franken: Die Militärübung startet bereits diese Woche, allerdings mit nur wenigen Transporten. Insgesamt werden rund 20.000 US-Soldaten quer durch Deutschland transportiert. Der Großteil der Konvois rollt Ende Februar und Anfang März über die Straßen. Die Militärübung ist nicht unumstritten.

Was wird bei "Defender Europe 20" geübt?

Die Großübung beinhaltet die größte US-Truppenverlegung nach Europa seit 25 Jahren. Darüber hinaus sind mehrere weitere Übungen in Deutschland, Polen, Georgien und dem Baltikum geplant, so dass insgesamt 37.000 Soldaten aus 18 Nationen beteiligt sein werden. Ziel sei, die Einsatzbereitschaft innerhalb der Nato zu erhöhen und mögliche Gegner abzuschrecken, erklärte das US-Militär.

Südliche Route über Franken

Um die Belastung für die Bevölkerung zu minimieren, werde der Großteil der Transporte nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr erfolgen, versicherte Major General Andrew Rohling, stellvertretender Kommandeur der US Army Europe.

Die Hauptrouten der Militärkonvois durch Deutschland nennt Staatssekretärs Peter Tauber (CDU) auf eine schriftliche Anfrage im Deutschen Bundestag:

Routen von West nach Ost

  • Düsseldorf – Hannover – Magdeburg – Frankfurt/Oder
  • Düsseldorf – Mannheim – Nürnberg – Dresden – Görlitz

Route von Nord nach Süd

Rasträume für die Transporte sind in den militärischen Liegenschaften in Rheindahlen, Augustdorf, Burg, Lehnin, Oberlausitz, Garlstedt, Stadtallendorf und Frankenberg (Sachsen) sowie weiteren US-Liegenschaften in Deutschland vorgesehen.

Großübung an folgenden Flugplätzen

Auch am Airport Nürnberg übt das US-Militär. Weitere Verlegungen sind an folgenden Flughäfen geplant: Bremen, Hamburg, Frankfurt am Main, München und Ramstein.

Wenn im Juni 2020 sämtliche Übungen abgeschlossen sind, sollen Truppen und Material wieder zurück in die USA verlegt werden. Kritik an der Großübung kommt unter anderem von den Linken.

Kritik an Militärübung: "Provokation gegenüber Russland"

Zum friedlichen Protest rufen die Linken im Sächsischen Landtag auf. "Diese Großübung ist eine Provokation gegenüber Russland und Ausdruck eines falschen Feindbildes und massiver Geld- und Ressourcenverschwendung", sagte die Abgeordnete Antonia Mertsching am Mittwoch (15. Januar 2020) in Dresden. Die Zeiten von Abschreckung als Form von Sicherheitspolitik seien vorbei.

Dies Kritik weisen die Verantwortlichen ausdrücklich zurück. Die Übung sei längerfristig angelegt, um in einem möglichen Krisenfall reagieren zu können, so Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis der Bundeswehr. "Sie ist nicht gegen Russland gerichtet." Sollte es in Deutschland trotzdem zu Protestaktionen kommen, sehe er das aber auch nicht als Problem. Proteste seien völlig in Ordnung, "solange sie geordnet und im Rechtsrahmen ablaufen".

mit dpa-Material

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