Nürnberg

Umsonstladen in Nürnberg: Hier gibt es alles gratis

Seit zwölf Jahren gibt es in Nürnberg einen Umsonstladen. Doch wie wird das Geschäft angenommen und wie wird es finanziert? inFranken.de hat mit der Inhaberin gesprochen.
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Im Umsonstladen Nürnberg gibt es Kleidung und Accessoires kostenlos. Foto: Umsonstladen Nürnberg
Im Umsonstladen Nürnberg gibt es Kleidung und Accessoires kostenlos. Foto: Umsonstladen Nürnberg

Umsonstladen in Nürnberg: Seit zwölf Jahren gibt es in Nürnberg ein Geschäft, in dem alle Waren umsonst sind. Von Büchern über Kleidung bis hin zu Fernsehern - im Umsonstladen können Kunden alle möglichen Produkte finden. Doch wie hat sich das Konzept im Laufe der Jahre bewährt? inFranken.de hat mit Johanna Zwinscher, Inhaberin des Geschäfts, über ihre Erfahrungen gesprochen.

Zwölf Jahre Umsonstladen in Nürnberg: Geschäft wird gut angenommen

"Der Laden wird sehr gut angenommen. Wir haben unsere Stammkundschaft, die schon vor dem Öffnen lange vor der Tür steht", erzählt Zwinscher. Der Umsonstladen hat jeden Dienstag von 18.00 bis 19.00 Uhr sowie jeden Samstag von 09.00 bis 11.00 Uhr geöffnet. Alle Mitarbeiter seien ehrenamtlich tätig. Um die Miete zu bezahlen, sei der Laden jedoch auf Spenden angewiesen. Dadurch kämen jeden Monat etwa 100 bis 150 Euro zusammen, der Rest der Miete werde von einem gemeinnützigen Trägerverein gezahlt.

Zudem gebe es viele Spenden: Der Laden und auch das Lager seien voll mit abgegebenen Sachen. "Erfahrungsgemäß wirken diejenigen mit, die den Laden als Schenkende oder Beschenkte für sich entdecken und einen eigenen Beitrag zur Sicherstellung des Angebots leisten wollen", schreibt der Laden auf seiner Website. Darüber hinaus sei das Konzept des Ladens laut der Inhaberin nicht nur, kostenlos Waren abzugeben. Auch der ökologische Aspekt sei wichtig: Produkte sollen wiederverwendet und nicht weg geschmissen werden.

Doch wer sind die Menschen, die in den Umsonstladen kommen und sich Kleidung, Bücher und CDs mitnehmen? Zwinscher sagt, dass sie nicht genau wisse, ob die Kunden alle bedürftig seien. Das wolle sie auch gar nicht: "Wir wollen unsere Kunden nicht stigmatisieren und haben uns daher von Anfang an gegen die Unterstützung durch Maßnahmen der Armutsprävention der Stadt Nürnberg entschieden." Die Produkte sollten für alle da sein, nicht nur für ärmere Menschen.

Umsonstladen in Nürnberg: Wird das Konzept ausgenutzt?

Dennoch sei es schon vorgekommen, dass das Konzept des Ladens ausgenutzt wurde. Einige Male haben Mitarbeiter des Umsonstladens bei Flohmärkten gesehen, dass Kunden die bei ihnen geholte Ware weiterverkaufen. Diese Menschen bekämen dann ein Hausverbot, erklärt Zwinscher.

Ein größeres Problem, mit dem der Laden zu kämpfen habe, sei die mangelnde Wertschätzung. "Die Kunden haben oft nicht das Bewusstsein dafür, was sie hier alles bekommen", bedauert Zwinscher. Mit diesem Aspekt würden auch andere Umsonstläden zu kämpfen haben, weiß die Ehrenamtliche. Dennoch fände es Zwinscher gut, wenn noch mehr Geschäfte mit kostenlosen Produkten eröffnen würden. Inhaber bräuchten dafür aber einen "langen Atem" und die Kraft, trotz wenig Dank weiterzumachen.

In Bayreuth eröffnet Ende Januar ein weiterer Umsonstladen seine Türen. Hier kosten die Produkte - wie der Name schon verrät - keinen einzigen Cent.

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