Lauf an der Pegnitz
Betrüger

Über 100 Briefkasten-Diebstähle in Franken: Mann (32) missbraucht Kontodaten

Ein 32-Jähriger hat in Mittelfranken zahlreiche Briefkästen bestohlen. Der Kontoauszug einer Frau machte die Polizei stutzig. Bei einer Wohnungsdurchsuchung kam die perfide Masche schließlich ans Licht.
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Über 100 Diebstähle gab es in Mittelfranken: Ein Betrüger missbrauchte so persönliche Daten. Symbolfoto: Davide Beraldi/unsplash.com
Über 100 Diebstähle gab es in Mittelfranken: Ein Betrüger missbrauchte so persönliche Daten. Symbolfoto: Davide Beraldi/unsplash.com

Im mittelfränkischen Lauf an der Pegnitz (Nürnberger Land) hat ein 32-Jähriger über mehrere Monate hinweg Postsendungen aus über 100 Briefkästen gestohlen. Der Betrüger missbrauchte darin enthaltene persönliche Daten für seine Geschäfte.

Die örtliche Polizei stieß durch die Anzeige einer Frau auf den Fall: Die Dame gab an, dass von ihrem Konto Geld für die Bestellung eines Smartphones abgebucht worden sei - allerdings habe sie kein Mobiltelefon bestellt. Die Ermittlungen der Behörden ergaben, dass sich der 32-Jährige die Ware, wie das Smartphone, wiederholt in eine Postfiliale im Nürnberger Land schicken ließ. Bei der Abholung der Bestellungen verwendete er einen gefälschten Ausweis.

Kontodaten missbraucht: Mann klaut in Lauf aus Briefkästen

Polizisten durchsuchten seine Wohnung und fanden über 100 Postsendungen. Der Mann gestand gegenüber den Beamten, dass er die Pakete zwischen Mai und Oktober 2019 aus Briefkästen gestohlen habe. Die Diebstähle ereigneten sich insbesondere in den Stadtteilen Veilhof und Wöhrd. Ziel der Masche sei immer gewesen, an sensible Kontodaten zu kommen. Damit bestellte er beispielsweise Parfums oder, wie im Fall der Frau, Smartphones. Diese Produkte verkaufte er anschließend weiter.

Die Ermittlungen der Polizei ergab zudem, dass der 32-Jährige versucht hatte, "mittels gefälschter Überweisungsträger Geld auf ein von ihm eröffnetes Konto" zu schicken, heißt es von Seiten der Beamten.

Lauf: Gesamtschaden der Diebstähle noch unklar

Wie hoch der Gesamtschaden für Betroffene ist, ist aktuell noch unklar. Laut Polizei ist allerdings sicher, dass sich der 32-Jährige wegen vielfachem Diebstahl, Betrug und Verletzung des Briefgeheimnisses sowie Urkundenfälschung verantworten muss.

In Bamberg kursierte zuletzt eine ähnlich perfide Betrugsmasche: Die Stadtwerke haben vor gefälschten Schreiben eines Inkassobüros gewarnt.

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