Nürnberg
Tierquälerei

Tierheim Nürnberg schlägt Alarm: 68 Katzen aus Tiermessie-Höllen gerettet

Große Sorgen im Tierheim Nürnberg: Allein seit März gab es drei Fälle von Animalhording. Auf kleinstem Raum hielten Tiermessies massenweise Haustiere. Tanja Schnabel, Leiterin des Tierheims Nürnberg, ist besorgt, denn diese Fälle der extremen Verwahrlosung nehmen zu.
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Perserkatze Peppi aus dem Tierheim Nürnberg ist schon bereit für die Vermittlung, genauso wie fünf weitere der geretteten Katzen. Foto: Anika Gruner
Perserkatze Peppi aus dem Tierheim Nürnberg ist schon bereit für die Vermittlung, genauso wie fünf weitere der geretteten Katzen. Foto: Anika Gruner
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  • Tierheim Nürnberg: Tiermessies bereiten Mitarbeitern große Sorgen.
  • In nur zwei Monaten mussten 68 Katzen befreit werden.
  • Viele der vernachlässigten Tiere waren krank und trächtig.

31 Katzen-Babys zusätzlich geboren

Allein zwischen März und Mai hat das Tierheim Nürnberg bei drei Räumungen insgesamt 68 Katzen und Kater aus schlechter Haltung übernommen. Bei solchen Aktionen holt das Veterinäramt die Tiere letztlich aus den Wohnungen. Diese sind oft krank, verängstigt und nicht wenige sind auch trächtig. Somit erblickten im Verlauf der Quarantäne 31 Kätzchen das Licht der Welt.

Geradeso konnten laut Tanja Schnabel diese Massen an Tieren im Tierheim untergebracht werden "aber, wenn weitere Räumungen gekommen wären, hätten wir das Büro umbauen müssen."

Tierheim Nürnberg: Keine "Rassekatzen" von privaten Züchtern kaufen

Eine Mitschuld an diesen Zuständen tragen auch private Vermehrer, die vermeintliche Rassekatzen in ihren Privatwohnungen verkaufen. Auf keinen Fall sollte man Katzen von diesen Privatleuten kaufen! Auch nicht um sie vermeintlich zu "retten".

"Wenn Ihnen Katzen unter 8 Wochen zum Kauf angeboten werden, rufen Sie das Veterinäramt oder bei uns im Tierheim an", sagt Tanja Schnabel. "Wir als Tierheim haben rechtlich zwar auch keine Handhabe, aber wir kennen die zuständigen Stellen und kümmern uns darum. Auf solche Hinweise sind wir angewiesen!" (Das Tierheim ist Montag bis Freitag zwischen 08:00 - 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0911 919890 erreichbar.)

Neben den Räumungskatzen sind aber gerade im Frühjahr immer wieder Baby-Katzen in Not. Da ist das Tierheimteam regelmäßig im Einsatz. Zur Stunde sind etwa 130 Katzen in der Vermittlung. Schnabel: "Das kann sich aber schnell ändern. In der Regel haben wir einen hohen Durchlauf, bei den Zu- wie bei den Abgängen. Wenigstens ist die Katzenvermittlung etwas einfacher als bei den Hunden."

Wer eine Katze adoptieren will, wird individuell beraten

Tierpflegerin Sabrina Seitz und ihre Kolleginnen kennen die Tiere gut und finden für jeden das passende Gegenstück. Anders als bei Hunden, die in der Pflege wesentlich aufwendiger sind, gibt es so viele Katzen wie es Situationen gibt: "Wenn es eine Wohnungskatze ist, dann muss beziehungsweise soll sie auch nicht in den Freigang. Da sie bisher keinerlei Erfahrungen mit Straßenverkehr hat, ist das Risiko groß, dass sie vom nächsten Auto überfahren wird. Wenn es ein Freigänger ist, dann soll der Besitzer nicht unbedingt an einer vielbefahrenen Straße wohnen. Wir wollen ja, dass es langfristig passt."

Schutzgebühr für Katze aus dem Tierheim

Für eine Schutzgebühr von 119 Euro gibt es ein kastrierte, gechipte und geimpfte Katze die auch wirklich zur aktuellen Lebenssituation passt.

Allerdings rät das Tierheim davon ab, allein aus Mitleid ein Tier zu adoptieren. Die Tierheimleiterin bittet Tierfreunde deshalb es sich wirklich gut zu überlegen ob sie die nötigen Voraussetzungen für die Adoption schaffen können: "Viele Menschen melden sich wegen dem tauben und blinden Hund Flo, der immer noch ein Zuhause sucht. Aber rein aus Mitleid ist dem Tier nicht geholfen, er braucht den richtigen Platz." Das Tierheim ist dabei gerne behilflich.

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