Nürnberg
Delfin in Nürnberg

Tiergarten Nürnberg: Delfin Moby ist tot

Der Tiergarten Nürnberg trauert um Delfin Moby. Der männliche Große Tümmler ist am Sonntag (16.09.2018) im Alter von etwa 58 Jahren gestorben. Moby galt damit als einer der ältesten bekannten männlichen Großen Tümmler.
Artikel drucken Artikel einbetten
Delfin Moby (vorne) galt als einer der ältesten bekannten männlichen Großen Tümmler. Foto: Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg
Delfin Moby (vorne) galt als einer der ältesten bekannten männlichen Großen Tümmler. Foto: Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg

Delphin Moby wurde etwa 1960 an der Küste von Florida (USA) geboren und lebte seit 1971 im Tiergarten Nürnberg. Sein weißer Fleck auf dem Kopf machte ihn unverkennbar.

Moby hat die Geschichte der Delfinhaltung in Nürnberg von Beginn an miterlebt und geprägt, teilte die Stadt Nürnberg am Montag mit. Der Delfin ist Vater von 13 Jungtieren. Vier seiner Nachkommen leben noch. Sie haben ihr heutiges Zuhause in Holland, Spanien und Portugal.

Moby galt als souveräner Chef in der Delfingruppe in Nürnberg - in unterschiedlichsten sozialen

Konstellationen. Dabei agierte er durch natürliche Autorität, was sich in einem ruhigen, aber sehr bestimmten Verhalten gegenüber anderen Bullen in der Gruppe äußerte. Kräftemäßig konnte sich kein anderes Tier mit ihm messen. Erst im sehr hohen Alter von über 50 Jahren konnte er sich nicht mehr dauerhaft gegen jüngere Bullen durchsetzen. So ist sein Sohn Noah auch der Vater des letzten, 2014 in Nürnberg geborenen Delfinkalbs Nami.

Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wechselten die jüngeren Bullen in andere Delfinarien in Holland, Spanien und Portugal. In den letzten Jahren seines Lebens hatte sich Moby bereits zeitweise aus dem sozialen Leben der Gruppe zurückgezogen. Man konnte ihn deshalb oft alleine spielen, ruhen oder seine Runden schwimmen sehen.

Moby hatte ein sehr enges Verhältnis nicht nur zu seinen Weibchen, sondern auch zu seinen Pflegern, denen er bis zum Ende vertraute. Er ließ sich freiwillig Blut entnehmen und Medikamente verabreichen, was eine stressfreie Behandlung ermöglichte.

Am Sonntagmorgen kam Moby nicht zur üblichen Futterrunde. Die Pfleger reagierten sofort und holten ihn in ein rückwärtiges Becken. Dort wurden noch Proben zur Diagnose genommen. Trotz der eingeleiteten Therapie verschlechterte sich sein Zustand sehr schnell und Moby starb binnen

weniger Stunden.

Mit etwa 58 Jahren war Moby der älteste, männliche Delfin in menschlicher Obhut im EEP, wie auch in den USA. Als überaus bekannter Vertreter seiner Art hat er, ähnlich wie Gorilla Fritz, der im August gestorben war, Tiergartengeschichte in Nürnberg geschrieben.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren