Nürnberg
Armut

Tausende Menschen gehen zur Nürnberger Tafel - eine Gruppe ist immer mehr auf Hilfe angewiesen

Um die Mittagszeit herrscht in den Ausgabestellen der Nürnberger Tafel reger Betrieb. Während der Woche versorgen ehrenamtliche Mitarbeiter an fünf Ausgabestellen Tausende Menschen. Eine Frage stellen sich alle Beteiligten jeden Tag aufs Neue: Können alle Hilfsbedürftigen mit genügend Lebensmitteln versorgt werden?
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Hilfe bei der Nürnberger Tafel: Mitarbeiterin Claudia Heinz macht der Seniorin Wilhelmine Buchner die Tüte voll. Immer mehr Rentner gehen zur Tafel. Foto: Fabio Cavallini
Hilfe bei der Nürnberger Tafel: Mitarbeiterin Claudia Heinz macht der Seniorin Wilhelmine Buchner die Tüte voll. Immer mehr Rentner gehen zur Tafel. Foto: Fabio Cavallini
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Bei der Nürnberger Tafel ist der Andrang in der Ausgabestelle Geisseestraße besonders groß. Bis zu 1000 Menschen werden hier an drei Tagen in der Woche zwischen 13.00 und 16.00 Uhr mit Grundnahrungsmitteln versorgt. "Von einem grundsätzlichen Versorgungsengpass kann nicht die Rede sein", versichert Edeltraut Rager als verantwortliche Koordinatorin der Nürnberger Tafel. "Trotzdem lässt sich niemals im Voraus sagen, wie hoch die Menge an Lebensmittelspenden genau sein wird."

Neben Supermärkten und Discountern spenden auch Metzger und Bauerhöfe

Jeden späten Vormittag rollen fünf Lastwagen der Tafel mit den Spenden zu den Ausgabestellen. Insgesamt gibt es davon fünf Stück in Nürnberg, und alle haben zu unterschiedlichen Tagen in der Woche geöffnet.

Die Tafel steht mit den Supermärkten und Discountern der Großstadt in täglichem Kontakt. Darüber hinaus gibt es auch Fleischereien und Bauernhöfe, die immer wieder gerne etwas spenden. Auf diese Weise versorgt die Tafel insgesamt Tausende Hilfsbedürftige in Nürnberg.

Helferin: Einzelne werfen Spenden gleich wieder weg

"Doch jeder Tag ist anders", erläutert Rosi Wirth als eine der ehrenamtlichen Leiterinnen der Ausgabestelle Geisseestraße. "Mal können die Läden viel an nicht verkäuflicher Ware zur Verfügung stellen. Oftmals aber auch nicht."

In solchen Situationen müssen sich die ehrenamtlichen Helfer gelegentlich undankbare Kommentare anhören lassen. "Es gibt auch Fälle", empört sich Rosi, "bei denen die Bittstellenden einen Teil der Lebensmittel direkt nach ihrem Einkauf wieder wegschmeißen. Doch hauptsächlich sind die Leute froh, dass es uns gibt."

Zahl der Rentner wächst ständig

Es können alle Menschen einen Versorgungsanspruch bei der Tafel geltend machen, die weniger als 900 Euro im Monat erhalten oder verdienen. Dazu gehören Familien, die über einen Migrationshintergrund verfügen und noch relativ neu in diesem Land sind. Aber auch die Zahl der hilfsbedürftigen Rentner vergrößert sich ständig. Somit ist für viele Menschen das Angebot der Tafel unverzichtbar geworden.

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