Nürnberg
Warnstreiks

Streiks im Nahverkehr: Freitag steht auch in Mittelfranken der ÖPNV still

Morgen gehen die Streiks im Öffentlichen Nahverkehr weiter: Nach Schweinfurt sind nun Nürnberg und Fürth Schwerpunkt. Ab 4 Uhr stehen Bus und Bahn still.
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Morgen wird in Mittelfranken gestreikt.Caroline Seidel/dpa
Morgen wird in Mittelfranken gestreikt.Caroline Seidel/dpa
Nun wird auch in Mittelfranken gestreikt: In den seit Mai laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) baut ver.di weiter Druck auf. Das teilte die Gewerkschaft am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit. "Am Freitag zur dritten Verhandlungsrunde kommen die ersten Warnstreiks in Nürnberg an", kündigte Verhandlungsführer Norbert Flach von ver.di Bayern an.

Nach ersten Streiks in Augsburg, Regensburg, München und Schweinfurt am Donnerstag wird auch der ÖPNV in Nürnberg am Freitag, 15. Juni für vier Stunden bestreikt. Der Streik beginnt mit Betriebsbeginn und endet am frühen Vormittag.


Stadt Fürth: "Kein Notfall-Plan!"


Wie die Stadt Fürth mitteilen lies, könne "aufgrund der kurzfristigen Ankündigung durch die infra leider kein Notfall-Fahrplan eingerichtet werden, weshalb es zu starken Ausfällen und Verspätungen im Bus- und U-Bahnnetz kommen wird." Weiter heißt es in der Pressemitteilung, empfiehlt die Stadtverwaltung deshalb für die Wege mehr Zeit als gewöhnlich einzuplanen oder, wenn möglich, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen." Nach Einschätzung der infra werde sich der Streik in jedem Fall auch nach dem angekündigten Ende der Streikmaßnahme um 8 Uhr noch bemerkbar machen.

Wie die Stadt Nürnberg auf die bevorstehenden Streiks reagiert, war am Donnerstagmittag noch nicht bekannt.


Arbeitgeber verschlafen "historische Chance"


Grund für die Streiks sei die Blockadehaltung der Arbeitgeber, die lediglich den Abschluss des TVöD übertragen wollen, so Flach. "Die Arbeitgeber sind dabei, die historische Chance für die Stärkung des Nahverkehrs zu verschlafen", kritisierte der Verhandlungsführer weiter. Der altersbedingte Umbruch im Nahverkehr sei in vollem Gange und es gebe schon jetzt Schwierigkeiten, gutes und qualifiziertes Personal zu halten beziehungsweise zu bekommen.

"Der ausschließliche Blick auf die Seite der Kostenbelastung ist wahrlich kein Schritt in die Zukunft. Die Belastung bei den Beschäftigten in Nürnberg ist sehr hoch, deswegen wollen wir Regelungen zur Entlastung mit den Arbeitgebern vereinbaren", betonte auch Stefan Wolf, Streikleiter in Nürnberg.


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