Nürnberg

Stadion Nürnberg: Eine Sportstätte im Wandel der Zeit

Ob Franken-, easyCredit- oder Max-Morlock-Stadion - die Nürnberger Fußballarena besaß schon viele Namen. Die Sportstätte hat zudem eine bewegende Geschichte. Von Sandra Macpherson
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Das Nürnberger Stadion hatte seit seiner Eröffnung 1928 bereits mehrere Namen getragen, ehe es 2017 nach der FCN-Legende Max Morlock benannt wurde. Foto: Daniel Karmann/dpa
Das Nürnberger Stadion hatte seit seiner Eröffnung 1928 bereits mehrere Namen getragen, ehe es 2017 nach der FCN-Legende Max Morlock benannt wurde. Foto: Daniel Karmann/dpa

Das Stadion Nürnberg gehört zu den beliebtesten Plätzen in Franken. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1928 hatte es mehrere unterschiedliche Namen - bis es 2017 nach dem Fußballer und Club-Idol Max Morlock benannt wurde. Das Stadion hat eine bewegende Geschichte und spielte zudem eine Rolle während der Reichsparteitage in Nürnberg.

Bauphase und Renovierungen

In nur drei Jahren wurde das Städtische Stadion nach Plänen des Architekten Otto Ernst Schweizer errichtet. Dies war möglich, weil die Stadt Nürnberg für den Bau knapp 10.000 Arbeitslose für die Erdarbeiten verpflichtete. Nach der Fertigstellung 1928 bot es 37.000 Zuschauern Platz. Der 1. FC Nürnberg trägt dort seit 1963 seine Heimspiele aus.

Nach 1963 wurde das Stadion mehrmals renoviert und erweitert. Der Bau erhielt unter anderem eine Flutlichtanlage und aus ursprünglich 37.000 Plätzen wurden 56.500. Im Jahr 1987 startete eine große Sanierung- und Renovierungsphase, bei der die Kapazität auf 53.000 Zuschauer reduziert wurde. Das Stadion wurde nach fünf Jahren Bauzeit 1991 wiedereröffnet.

Nürnberg war 2006 ein Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, musste das Stadion erneut modernisiert werden. Nach dem Umbau, der 56 Millionen Euro verschlang, stehen für die Zuschauer aktuell 44.308 Sitzplätze zur Verfügung. Aufgrund des Bauhaus-Stils stehen Teile des Bauwerks heute unter Denkmalschutz.

Das Stadion und das Dritte Reich

Das Areal um das Stadion wurde ab 1933 zum Reichsparteitagsgelände. Da das achteckige Stadion nicht zu den Bauten auf dem Reichsparteitagsgelände passte, wurden kurzerhand Holztürme und Arkaden auf einer Seite des Stadions errichtet, sodass das Bauwerk etwas von seinem modernen Charakter verlor. Die Arkaden dienten als Kulisse für Musiker und Chöre.

Während der Reichsparteitage wurde im Nürnberger Stadion der "Tag der Hitlerjugend" abgehalten. 1935 hielt Adolf Hitler hier eine Rede an die Jugend. Zu der Zeit wurde das Stadion auch als "Stadion der Hitlerjugend" bezeichnet.

Nach Kriegsende nutzte schließlich die amerikanische Armee den Bau als Sportplatz und gab dem Stadion den Namen Victory Stadion. Bis das Stadion 1961 zurück in deutschen Besitz fiel, fanden dort kaum noch Fußballspiele statt.

Die Namen des Nürnberger Stadions

Seit der Eröffnung 1928 trug das Stadion viele verschiedene Namen.

Bis 1945 hieß die Sportstätte Städtisches Stadion und wurde zwischendurch auch inoffiziell als Stadion der Hitlerjugend bezeichnet. 1945 erhielt es von den Amerikanern den Namen Victory Stadion und behielt diesen bis 1961.

Danach hieß es für dreißig Jahre wieder Städtisches Stadion. Im Jahr 1991 wurde es in Frankenstadion umgetauft.

2006 erhielt es den Namen eines Sponsors und hieß bis 2012 easyCredit-Stadion. Anschließend war es das Stadion Nürnberg, bis es im Jahr 2013 vom neuen Sponsor in Grundig Stadion umbenannt wurde. Es behielt diesen Namen bis 2016.

Max-Morlock-Stadion: FCN-Legende als Namenspatron

Anschließend bekam es erneut den Namen Stadion Nürnberg bis sich 2017 die Consorsbank für drei Jahre die Namensrechte für das Stadion sicherte. Die Bank verzichtete jedoch darauf, den eigenen Namen für das Stadion zu verwenden.

Sie gab sondern gab der Sportstätte den Namen Max-Morlock-Stadion, zu Ehren des Weltmeisters Max Morlock von 1954, der von 1945 bis 1963 für den 1. FC Nürnberg kickte. Der neue Name der Sportstätte kam bei den Fans des Vereins gut an. Im Stadion steht ebenfalls eine Statue zum Gedenken an den berühmten Fußballprofi.

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