Malaga
Winterpause in Andalusien

Viele Sorgen und harte Arbeit: Club trainiert für den Rückrundenstart

Die Mannschaft des 1. FC Nürnberg trainiert in der Winterpause im andalusischen Benahavis. Mit vielen Sorgen im Gepäck reiste der Tabellenletzte der Hinrunde nach Südspanien. Trainer Michael Köllner arbeitet dort an einem mutigeren Stil.
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Mit vielen Sorgen im Gepäck reiste der Club als Tabellenletzter der Hinrunde nach Südspanien. Trainer Michael Köllner arbeitet dort an einem mutigeren Stil. Foto: Matthias Balk/dpa
Mit vielen Sorgen im Gepäck reiste der Club als Tabellenletzter der Hinrunde nach Südspanien. Trainer Michael Köllner arbeitet dort an einem mutigeren Stil. Foto: Matthias Balk/dpa

Im Hinterland der Costa del Sol wird beim 1. FC Nürnberg von früh bis spät gearbeitet. Nur noch knapp zwei Wochen Vorbereitung bleiben Trainer Michael Köllner, um den fränkischen Bundesligisten besser zu machen. Elf Punkte hat der Aufsteiger nur geholt in der ersten Saisonhälfte und braucht in der zweiten nach Einschätzung vieler Experten bereits ein kleines Wunder. Dafür wird im Trainingslager nahe Marbella geschuftet.

Zwischenfälle wie am Samstagnachmittag, als ein landender Hubschrauber mit den Heiligen Drei Königen an Bord die Einheit abrupt beendete, gefallen Köllner deshalb überhaupt nicht. Denn er weiß: Die Zeit bis zum Rückrundenauftakt am 20. Januar gegen Hertha BSC könnte knapp werden. Schon die ersten drei, vier Spiele dürften richtungsweisend sein für den Club.

Keine Neuzugänge für den Club

Wer allerdings gedacht hätte, dass die nach wie vor hoch verschuldeten Franken jetzt alles auf eine Karte setzen und eine Verstärkung nach der anderen holen, wird enttäuscht. Bislang steht Köllner nur das bisherige Personal zur Verfügung, wenngleich er Hanno Behrens, Eduard Löwen, Enrico Valentini und Christian Mathenia gerne als "interne Neuzugänge" bezeichnet. Das Quartett kehrte nach Verletzungen und zum Teil mehrmonatigen Pausen erst Anfang des Jahres auf den Platz zurück.

Zudem studiert Köllner mit seiner Mannschaft einen offensiveren, mutigeren Spielstil mit möglichst aggressivem Pressing, Mittelfeldraute und zwei Stürmern ein. Im ersten Test gegen den niederländischen Erstligisten PEC Zwolle (1:1) funktionierte das 4-4-2 allerdings bloß in Ansätzen, wenngleich er zur Pause komplett durchwechselte. Robert Bauer musste seinen Platz mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss sogar schon nach vier Minuten räumen.

Ganz vorn ist Virgil Misidjan neben Mikael Ishak erste Wahl, Yuya Kubo und Matheus Pereira kämpfen um den Platz dahinter. Auch in die drei Sommer-Zugänge, allesamt erst Ende August nach Nürnberg gekommen, setzt der Trainer große Hoffnungen. "Sie können das Thema positiv beeinflussen", sagt Köllner, der seinen Fußballern in Benahavis auch mehr Zielstrebigkeit und Entschlossenheit vor dem Tor beibringen möchte.

Elf Spiele ohne Sieg

Elf Spiele in Folge ohne Sieg haben Spuren hinterlassen, sind aber offiziell abgehakt. Wichtig ist nur noch die nahe Zukunft, in der eher Nürnberg-untypisch weiter Köllner das Sagen haben wird. Sportvorstand Andreas Bornemann ist nach wie vor überzeugt vom Oberpfälzer und würde mit ihm notfalls sogar in die 2. Liga gehen. Von sich aus würde Köllner bloß hinschmeißen, wenn er die Mannschaft eines Tages nicht mehr erreichen sollte.

Auch der Aufsichtsrat hat ihm vor ein paar Tagen den Rücken gestärkt. Das oberste Kontrollgremium des Vereins sieht die sportliche Entwicklung zwar kritisch, auch Handlungsoptionen würden "sorgfältig diskutiert", wie der Vorsitzende Thomas Grethlein sagt. Es bleibe jedoch dabei, "den eingeschlagenen Weg der Vernunft fortzusetzen". Wohin der genau führen wird, ist derzeit noch völlig offen.

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