Nürnberg
1. FC Nürnberg

Sieglos, harmlos, klar unterlegen: 1. FC Nürnberg in der Krise - Endspiel gegen Hannover?

Der 1. FC Nürnberg enttäuscht im DFB-Pokal-Achtelfinale auf ganzer Linie. Angesichts der erschreckend schwachen Leistung gegen den Hamburger SV gerät auch Trainer Michael Köllner in die Kritik. Wie viel Kredit hat der Coach noch?
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Die 0:1-Pokalniederlage gegen den klassentieferen Hamburger SV war noch keine paar Minuten alt, da stimmte Nürnbergs Trainer Michael Köllner sein Team noch auf em Rasen auf den Bundesliga-Abstiegskampf ein. Man kann es nicht anders sagen: Der Club hatte in den 90 Minuten des DFB-Pokal-Viertelfinales am Dienstagabend eine insgesamt enttäuschende Vorstellung abgeliefert.

Entsprechend ernüchtert konstatierte Köllner: "Wir haben nicht unsere Form auf den Platz gebracht. Wir wollten eigentlich an die letzten Leistungen anknüpfen. Das ist uns nicht gelungen. Jetzt geht's drum, dass wir in den wenigen Tagen die Mannschaft so vorbereiten, dass wir in Hannover eine bessere Leistung auf den Platz bringen."

Am Samstag Kellerduell gegen Hannover 96 - Endspiel für den Trainer?

Den Nürnbergern steht am Samstag (15.30 Uhr) das möglicherweise richtungsweisende Keller-Duell bei Hannover 96 bevor. Angesichts der bedenklichen Leistung in Hamburg müssen die Franken selbst den Tabellenletzten fürchten.

Vor 47.628 Zuschauern im Volksparkstadion waren die Hanseaten dem Erstligisten klar überlegen. Der HSV, dessen letzter DFB-Pokal-Gewinn 32 Jahre zurückliegt, kann damit weitere mindestens 2 Millionen Euro für seine leeren Kassen einplanen. Die Gäste aus Franken sorgten nur in den letzten 20 Minuten für etwas Gefahr, blieben aber im ganzen Spiel ohne Torabschluss. Insgesamt wurde deutlich, warum sie seit 14 Spielen in Liga 1 sieglos sind und mitten im Abstiegskampf stecken.

Kritik an Köllner wird lauter

Auch Köllner scheinen inzwischen die Ideen zu fehlen, wie er das Ruder noch herumreißen kann. Vor allem in Fankreisen wird die Kritik an dem Fußballlehrer lauter, der mit dem Club seit nunmehr fünf Spieltagen auf einem Abstiegsplatz steht. Auch der ehemalige FCN-Keeper und langjährige Kapitän Raphael Schäfer hatte Köllner kürzlich öffentlich kritisiert sogar dessen Rauswurf gefordert. Schäfer sagte in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport": "Wenn ein neuer Trainer kommt, verändern sich die Abläufe, es kommt was Neues rein in die Kabine, vielleicht auch eine andere Ansprache. Womöglich steigern sich die Chancen auf den Klassenerhalt dann zwar nur um zehn Prozent, aber es sind dann immerhin noch zehn Prozent. Mit einem anderen Trainer kannst du auch der Mannschaft eine andere Struktur geben."

 

Chancen erarbeiteten sich allein die Gastgeber, die im Aufbauspiel bei 65:35 Prozent Ballbesitz ansehnlich zu Werke gingen, aber die letzte Entschlossenheit vor dem Tor vermissen ließen. Vor allem Arp bekam gegen den guten Ewerton kaum einen Stich. Ein Freistoß des starken Douglas Santos ging vorbei (16.), Lewis Holtby fand bei seinem Schuss im Ex-Teamkollegen Christian Mathenia seinen Meister (19.). Auch bei Özcans Freistoß (28.) war der FCN-Keeper zur Stelle.

Nach dem Wechsel kam der HSV ohne den angeschlagenen und zudem mit einer Gelben Karten vorbelasteten Sechser Orel Mangala aus der Kabine. Bei den Nürnbergern war in Enrico Valentini schon kurz vor der Pause (43.) ein ebenfalls verwarnter Akteur vorsichtshalber gegen Eduard Löwen ausgetauscht worden. Es dauerte neun Minuten, bis der HSV für seine stärkeren Bemühungen belohnt wurde. Als auf einen klugen Santos-Pass Arps Schuss geblockt wurde, war der türkische Nationalspieler Özcan zur Stelle und vollendete verdientermaßen.

Auch in der Folgezeit kam von den Nürnbergern nicht viel. Zwar bemühten sie sich etwas mehr in der Offensive, doch ein Schuss auf das Tor gelang ihnen nicht mehr. So konnten die Hamburger das Ergebnis sicher verteidigen und durften am Ende jubeln.



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