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DFB-Pokal in Rostock

Randale in Rostock: FCN-Ultras im Fokus der Ermittlungen

Vor dem Pokalspiel in Rostock kam es zu Schlägereien zwischen den Lagern beider Ultras. Die Polizei gab nun Details zu den Ermittlungen bekannt.
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Vor dem Pokalspiel in Rostock kam es zu Schlägereien zwischen den Lagern beider Ultras. Die Polizei gab nun Details zu den Ermittlungen bekannt.  Foto: Stefan Tretropp/dpa
Vor dem Pokalspiel in Rostock kam es zu Schlägereien zwischen den Lagern beider Ultras. Die Polizei gab nun Details zu den Ermittlungen bekannt. Foto: Stefan Tretropp/dpa

Im Vorfeld der DFB-Pokal-Partie des 1. FC Nürnbergs bei Hansa Rostock Ende Oktober kam es zu Randalen zwischen Club-Fans und Rostock-Anhängern. Wie die örtliche Polizei mitteilt, fanden sich rund 330 FCN-Fans am Mittwochvormittag mit Reisebussen in Rostock ein und trafen schließlich auf die Rostocker Fanszene. "Die Nürnberger Fans sind am Treffpunkt der Rostocker Szene mit den Heimfans aneinander geraten", erklärte Dörte Kembke, Pressesprecherin der Polizei Rostock.

Von Seiten der Polizei heißt es, die Rostocker Anhänger seien über das frühe Eintreffen der Club-Fans überrascht gewesen. Es kam zu zahlreichen Auseinandersetzungen, wobei die Nürnberger deutlich in der Überzahl waren: 330 Franken, wovon 311 in Gewahrsam genommen wurden, stellten sich 50 Rostockern in den Weg.

Club-Randale vor DFB-Pokal: Polizei gibt Details bekannt

Beide Seiten zeigten sich höchst aggressiv und gingen unter anderem mit Holzlatten und Eisenstangen aufeinander los. Es kam zu mehreren Schlägereien, die die Polizei zunächst nicht unter Kontrolle hatte.

Ein Video, dass auf Facebook bereits vor Spielbeginn kursierte, zeigt die Szenen nahe einer JET-Tankstelle, welche schließlich in gewaltsamen Auseinandersetzungen mündeten.

Einen Nürnberger Anhänger erwischte es bei den Randalen besonders heftig: Der Club-Fan wurde von mehreren Rostock-Anhänger eingekesselt und angegriffen. Selbst als er am Boden lag, traten die Rostocker weiter auf ihn ein. Wie die örtliche Polizei mitteilt, wurde der Mann schwer verletzt in ein umliegendes Krankenhaus gebracht.

Nahe der Szenerie gab ein Polizist einen Warnschuss mit seiner Dienstwaffe ab, um die Situation zu entzerren.

Samstag, 15.30 Uhr, Max-Morlock-Stadion:Abstiegskampf in Nürnberg: FCN empfängt VfB - Club gegen schwäbisches Schlusslicht

Verdächtige Materialien: Pyrotechnik, Messer, Vermummungsmasken

Insgesamt 313 Nürnberger wurden von der Polizei bis kurz vor Ende des Elfmeterschießens in Gewahrsam genommen und durchsucht. Dabei wurden laut Polizei massenhaft Material gefunden, welches man laut Polizei-Pressesprecherin Kembke "normalerweise nicht mit ins Stadion nimmt". Darunter 99 Vermummungsmasken, 52 Pyrostäbe, vier Messer, Schlaghandschuhe ein Reizstoffsprühgerät.

Gegen rund 300 Ultras der Nürnberger wird nun polizeilich ermittelt, unter anderem wegen des Vorwurfes von Landfriedensbruch. Darüber, welche Ultra-Gruppierungen maßgeblich an den Provokationen und Schlägereien beteiligt waren, konnten die Behörden keine Auskunft geben. Ebenfalls unklar ist, in wiefern mit den Nürnberger Ultras befreundete Ultra-Gruppierungen anderer Vereine an den Vorfällen beteiligt waren, ist ebenfalls noch unklar. Beispielsweise hatten Augenzeugen berichtet, dass befreundete Ultras von Rapid Wien beteiligt waren. Dazu bezog die Polizei keine Stellung.



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