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Nürnberg in Hannover: Kellerduell als Endspiel für Köllner? FCN vor richtungsweisendem Spiel

Nach dem enttäuschenden Pokal-Aus des 1. FC Nürnberg muss der Club am Samstag zum Kellerduell nach Hannover. Ist es ein Endspiel für FCN-Coach Michel Köllner?
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Der 1. FC Nürnberg spielt am Samstagnachmittag bei Hannover 96 (15.30 Uhr). Foto: Heiko Becker
Der 1. FC Nürnberg spielt am Samstagnachmittag bei Hannover 96 (15.30 Uhr). Foto: Heiko Becker

1. FC Nürnberg gegen Hannover 96: Es ist das Aufeinandertreffen zweier Teams, deren Erfolgserlebnisse äußerst rar gesät sind und die vor dem 21. Spieltag in der Fußball-Bundesliga die beiden Abstiegsränge bekleiden: Schlusslicht Hannover 96 (elf Punkte, 18:44 Tore) ist seit neun Spieltagen sieglos und hat fünf Mal in Folge in der heimischen Spielstätte nicht mehr getroffen. Der 1. FC Nürnberg (12 Punkte, 17:44 Tore) ist gar seit 14 Begegnungen ohne Dreier, befindet sich auf Platz 17 und hat sich amDienstag im Achtelfinale des DFB-Pokals durch ein uninspiriertes, leidenschaftsloses und somit verdientes 0:1 beim Zweitliga-Spitzenreiter Hamburger SV aus dem Wettbewerb verabschiedet. Hanno Behrens war sichtlich bedient und redete Klartext: "Das war viel zu wenig von uns", hatte der Kapitän die zahlreichen Defizite in einem Satz zusammengefasst.

Nürnberg gegen Hannover - wer schafft die Trendwende?

Die spannende Frage am Samstag um 15.30 Uhr wird sein, wer mit dem Druck besser umgehen kann. Und es stellt sich die weitere Frage, welche Mannschaft eher dazu bereit sein wird, mehr Risiko einzugehen.

Club-Trainer Michael Köllner hatte nach dem jüngsten 1:1 in der Bundesliga gegen Werder Bremen erneut Fortschritte erkannt: "Wir sind defensiv stabiler geworden", lautete sein Fazit. Die Mannschaft fühle sich mit dieser Systematik wohl. Indes gelang es ihr erneut nicht, während der 90 Minuten in Führung zu gehen. Eine Schwäche, die sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht.

So musste sich der Club zum wiederholten Mal zurückkämpfen - und wurde durch den späten Treffer von Mikael Ishak zumindest mit einem Remis belohnt. Ob sich der schwedische Nationalspieler mit seinem Tor für einen Startelf-Einsatz in Hannover empfohlen hat, ließ der Trainer offen. Schließlich hat dieser einen "knallharten Kampf um die Positionen" ausgemacht - wobei Köllner wiederum gezwungen sein wird, seine erste Formation umzubauen. Ondrej Petrak, defensiv ausgerichtete Mittelfeld-Akteur, hatte sich gegen Bremen seine fünfte gelbe Karte abgeholt und ist somit gesperrt.

Ein, zwei oder drei "Sechser"?

Ob Köllner mit einem, zwei oder gar drei "Sechsern" operieren wird (die Kandidaten dafür wären Behrens, Simon Rhein, Patrick Erras und Lukas Jäger), wird den ehemaligen Klosterschüler vermutlich noch etwas intensiver beschäftigen. Sollten es tatsächlich zwei oder drei "Staubsauger" vor der Abwehr werden, wäre das ein Indiz für eine extrem defensiv ausgerichtete Mannschaft.

Neben Petrak werden Georg Margreitter (muskuläre Probleme) und Kevin Goden, der sich in Hamburg eine Muskelverletzung zugezogen hat und wohl mehrere Wochen pausieren muss, nicht mit von der Partie sein. Ebenfalls kein Thema für Hannover ist Ivo Ilicevic: Die einzige Winter-Verpflichtung ist noch nicht in der körperlichen und konditionellen Verfassung, um eine Alternative zu sein.

Leibold und Bauer kehren zurück

Wie es um die Einsatzfähigkeit der angeschlagenen Erras (Magen-Darm-Probleme), Virgil Misidjan (Adduktoren-Probleme) und Federico Palacios (Achillessehnen-Probleme) bestellt ist, ist noch ungewiss. Ob Köllner, dem das unrühmliche Pokal-Aus auch zwei Tage danach noch "in den Klamotten" hing, auf das Trio zurückgreifen kann, dürfte wohl eher kurzfristig fallen. Zurück in den Kader kehren hingegen die beiden Defensiv-Akteure Tim Leibold und Robert Bauer.

Auch Hannover 96, das in zehn Heimspielen erst sieben Tore erzielt hat und zuletzt beim 0:3 gegen RB Leipzig ohne Abschluss geblieben war, muss personelle Probleme kompensieren: Neben Ilhas Bebou (Sehnenanriss) und Linton Maina (Meniskus-Operation) fehlt mit Noah Sarenren (Riss des Syndesmose-Bandes im Knöchel) der dritte Tempo-Spieler - was die zweite Aufgabe für den neuen Trainer Thomas Doll (er löste André Breitenreiter ab) nicht einfacher machen dürfte.

Am Samstag stehen sich zwei gebeutelte und zutiefst verunsicherte Mannschaften gegenüber. Da ein Remis zwar besser als eine Niederlage, aber dennoch zu wenig für beide Klubs ist, wird sich dasjenige Team belohnen, das couragierter, mutiger und offensiver auftritt - und mehr Lust auf den Gewinn hat.

ein Artikel von Dirk Kaiser

Lesen Sie zusätzlich zum 1. FC Nürnberg auf inFranken.de: Neuzugang für den 1. FCN - Mittelfeldmann Ivo Ilicevic unterschreibt beim Club



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