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Bundesliga

1. FC Nürnberg empfängt den BVB: Leichtestes Spiel der Saison - Chance auf die Sensation

Das neue Trainer-Duo des 1. FC Nürnberg hat gegen den Bundesliga-Spitzenreiter aus Dortmund nichts zu verlieren. Allerdings muss der BVB gegen seinen Leistungseinbruch kämpfen. Die Chancen auf eine Sensation stehen besser denn je.
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Intensive Arbeit im Training: Das neue Trainer-Duo des FCN, Boris Schommers (links) und Marek Mintal, bereitet das Nürnberger Team auf die schwere Aufgabe gegen Borussia Dortmund vor.  Foto: Wolfgang Zink
Intensive Arbeit im Training: Das neue Trainer-Duo des FCN, Boris Schommers (links) und Marek Mintal, bereitet das Nürnberger Team auf die schwere Aufgabe gegen Borussia Dortmund vor. Foto: Wolfgang Zink

Boris Schommers (41) und Marek Mintal (40), das neue Trainer-Duo des 1. FC Nürnberg, können ihrer Premiere in der Bundesliga relativ gelassen entgegensehen: Am heutigen Montag (20.30 Uhr) gastiert Spitzenreiter Borussia Dortmund im Max-Morlock-Stadion - der Club kann eigentlich nur überraschen. Allerdings durchlebt auch Dortmund eine Schwächephase.

Die zurückliegenden Ergebnisse des BVB: Achtelfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Werder Bremen (5:7 nach Elfmeterschießen), 3:3 nach 3:0-Führung in der Meisterschaft gegen die TSG Hoffenheim und 0:3 im Champions-League-Hinspiel des Achtelfinales bei Tottenham Hotspur.

Die klare Favoritenrolle hat Dortmund in Nürnberg trotzdem inne. Schließlich hat der Club seit 15 Begegnungen nicht mehr gewonnen und der letzte Heimerfolg gegen die Schwarz-Gelben liegt mehr als 28 Jahre zurück: Am 16. November 1990 hieß es nach Toren von Jörg Dittwar und Marc Oechler 2:0 für den von Arie Haan betreuten Club.

Beste Offensive : Dortmunf überrollte Nürnberg im Hinspiel mit 7:0

Zudem spricht für den BVB die aktuelle Bundesliga-Saison: Dortmund weist 15 Siege und nur eine Niederlage auf und stellt mit 54 Toren die beste Offensive. Allein sieben Treffer gelangen der Mannschaft von Trainer Lucien Favre im Hinspiel gegen den Club - der höchste Bundesliga-Erfolg in der aktuellen Spielzeit.

Zugleich war das 0:7 für den am Dienstag geschassten Club-Coach Michael Köllner der Anfang vom Ende - zumal zwei Spieltage später das 0:6 bei RB Leipzig folgte. Dem Nürnberger Team war im Defensiv-Bereich die Stabilität abhandengekommen und die Akteure wirkten mitunter überfordert. Darüber konnte auch das sehr kurze Zwischenhoch - das 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf - nicht hinwegtäuschen.

Erfolglose Kurskorrektur: Köllners Systemwechsel fruchtete nicht - mehr Erfolg unter Schommers und Mintal?

Es folgte eine Kurs-Korrektur: Hatte Köllner bis zu den beiden krachenden Niederlagen zumeist auf ein taktisches 4-3-3-System gesetzt, ließ er ab dem 9. Spieltag (1:3 bei der TSG Hoffenheim) nicht mehr so offensiv spielen. Fortan setzte er, mit Ausnahme gegen den VfB Stuttgart (0:2), entweder auf ein 4-4-2-, 4-3-2-1- oder 4-1-4-1-System. Was dazu führte, dass der FCN zwar weniger Gegentreffer hinnehmen musste, dafür aber die ohnehin sehr dürftige Ausbeute im Angriff weiter reduziert wurde. In Zahlen ausgedrückt: Den 13:29 Toren nach dem 12. Spieltag stehen aktuell 17:46 gegenüber. Der Club schoss also nur noch vier Treffer.

Doch Schommers und Mintal haben gegen das torgefährlichste Team der gesamten Liga, das ohne Kapitän Marco Reus (Muskelfaserriss) auskommen muss und zudem mit Lukasz Piszczek, Julian Weigel und Manuel Akanji weitere Verletzte zu beklagen hat, einen taktischen Kurswechsel angekündigt. "Es wird Veränderungen geben. In der Art, wie wir spielen, und in der Aufstellung", sagt Schommers. Dürfen Spieler wie Mikael Ishak oder Yuya Kubo, die zuletzt kaum oder überhaupt nicht mehr berücksichtigt worden sind, auf einen Einsatz hoffen? Gibt Neuzugang Ivo Ilicevic die dringend nötigen Impulse im Mittelfeld?

FCN-Coach heiß auf BVB-Partie - Konkurrenten ließen Punkte im Abstiegskampf

Und dann ist da noch der Optimismus, den der neue Cheftrainer mitbringt. Für den gebürtigen Leverkusener, der vor seinem Nürnberg-Engagement für die U17 und die U19 des 1. FC Köln verantwortlich war, gibt es nach eigener Aussage keine schönere Aufgabe als die Mannschaft auf das Spiel gegen Dortmund vorzubereiten.

Und dann blieb auch noch die Konkurrenz im Kampf um den Liga-Verbleib - Hannover, Stuttgart und Augsburg - am 22. Spieltag ohne Punkte.

Ein Artikel von Dirk Kaiser

Umbruch beim FCN: So geht es mit Schommers und Mintal beim Club weiter



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