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Bundesliga-Halbzeit: Gelingt dem 1. FCN im Januar das Comeback?

Den 1. FC Nürnberg trennen in der Bundesliga vier Punkte vom rettenden Ufer. Wenn die Verletzten wieder zur Verfügung stehen, soll es aufwärtsgehen.
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Für Abwehrspieler Robert Bauer (rechts, hier im Duell mit dem Wolfsburger Felix Uduokhai) ist der Kampf des 1. FC Nürnberg um den Klassenerhalt noch längst nicht gelaufen. Foto: Archiv
Für Abwehrspieler Robert Bauer (rechts, hier im Duell mit dem Wolfsburger Felix Uduokhai) ist der Kampf des 1. FC Nürnberg um den Klassenerhalt noch längst nicht gelaufen. Foto: Archiv
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Halbzeit in der Fußball-Bundesliga - und der 1. FC Nürnberg liegt zurück. Wenig überraschend, auch oder gerade wegen der finanziellen Möglichkeiten, die die Franken haben - im Gegensatz zur Konkurrenz. Und der Rückstand auf den FC Augsburg, der nur vier Zähler mehr auf dem Konto hat und damit in der Tabelle über dem Strich steht, ist trotz der nunmehr elf Spieltage währenden Durststrecke ohne "Dreier" nicht so gravierend, als dass dieser absolut negative Auswirkungen auf die Psyche der Protagonisten haben sollte.

Verteidiger Robert Bauer gehört jedenfalls nicht zu denjenigen, die ein Comeback im zweiten Abschnitt für illusorisch halten: "Es gibt bei uns keinen Einzigen, der schon aufgegeben hat. Es ist noch nichts verloren." Und den Kicker ließ Bauer wissen, "dass wir alles in der eigenen Hand haben, wenn wir eine gute Rückrunde spielen". 

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Couragierte Auftritte

Dass der Club durchaus konkurrenzfähig ist, hat er gerade zu Beginn mit couragierten Auftritten unter Beweis gestellt: kein tiefes Zurückziehen bis vor den eigenen 16-Meter-Raum, kein unkontrolliertes Bolzen, um das Spielgerät aus der Gefahrenzone zu befördern. Stattdessen das permanente Bemühen, spielerische Lösungen zu finden - um daraus selbst Chancen zu kreieren und nicht auf Zufallsprodukte hoffen zu müssen.

Immer wieder Ausfälle

Der Plan schien aufzugehen - bis sich jedoch die Anzahl der nicht einsatzfähigen Spieler sukzessive erhöhte. Weil Enrico Valentini, Hanno Behrens, Eduard Löwen, Mikael Ishak und Torhüter Christian Mathenia teils längere Zeit nicht zur Verfügung standen und zudem die Rekonvaleszenten Sebastian Kerk und Ewerton erst langsam wieder herangeführt werden mussten, war Trainer Michael Köllner gezwungen, die "Rotationsmaschine" anzuwerfen. Kontinuität und Stabilität hinsichtlich der Abstimmungsprozesse in den jeweiligen Mannschaftsteilen - zwischen Abwehr, Mittelfeld und Offensive - lassen sich so nicht etablieren, geschweige denn optimieren. 

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Kampf der Anfälligkeit

Zudem führen größere Personalrochaden in der Regel zu Veränderungen in der taktischen Ausrichtung - vor allem dann, wenn der Tausch nicht positionsgleich erfolgt. Die eher defensivere Nürnberger Variante (4-1-4-1), um mehr Kompaktheit und Sicherheit im Abwehrverbund herzustellen, bedingt jedoch fehlende Durchschlagskraft in der Offensive - weil das Umschaltspiel zu zögerlich vonstatten geht. Das offensivere 4-1-2-3-System (oder auch 4-3-3) bringt die Nürnberger zwar häufiger vor des Gegners Tor, doch die Anfälligkeit in der Rückwärtsbewegung ist wesentlich größer.

Wenn FCN-Coach Köllner die Seinen am 3. Januar wieder versammelt, um sie auf die zweite Halbzeit in der Bundesliga vorzubereiten, dann wird er ihnen aufzeigen, wie es dem Team, sich selbst eingeschlossen, gelingen wird, den Rückstand zu verkürzen. Noch 17 Spieltage und nur vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer werden alle Beteiligten an ein Club-Comeback glauben lassen.

Andreas Bornemann: Wir fangen doch jetzt nicht an zu kapitulieren

Einen Tag vor Heiligabend hat Andreas Bornemann, der Geschäftsführer Sport des 1. FC Nürnberg, für unsere Zeitung die Hinrunde des FCN in der Fußball-Bundesliga bilanziert. Seine Analyse setzt das bisherige Abschneiden in Relation zu den finanziellen und strukturellen Möglichkeiten des Clubs. Wir haben die wichtigsten Aussagen von Andreas Bornemann zusammengefasst.

Andreas Bornemann...

 

...über den letzten Tabellenplatz und die Punkt-Ausbeute:

Mit elf Punkten sind wir natürlich nicht zufrieden.

 

 

...über die Ausgangslage vor Saisonbeginn:

Wir sind mit der Erwartung in die Saison gegangen, dass die Saison sehr schwierig wird, dass wir viele Dinge richtig machen müssen, dass viele Dinge zusammenpassen müssen, wenn man in der Liga zu Punkten kommen will. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass wir im Winter gerettet sein werden.

 

 

...über die vorhandenen Möglichkeiten:

Wir müssen es immer wieder schaffen, uns den Saisonverlauf aus der Perspektive heraus zu betrachten, von wo wir herkommen und was für Möglichkeiten wir haben.

 

 

...über die Stärke der Liga:

Wir haben keinen einzigen Punkt geschenkt bekommen, wir haben keinen einzigen Punkt glücklich errungen. Die Punkte, die wir haben, die haben wir uns redlich verdient.

 

 

...über positive Ansätze und Gruppenverhalten:

Wir müssen in der Rückrunde große Anstrengungen unternehmen, um verlorenen Boden wieder gutzumachen. Aber wir haben viele Dinge und Ansätze gesehen, die uns zuversichtlich stimmen. Wir müssen viele Dinge besser machen als Gruppe, und die Anzahl der Fehler, die uns auf die Verliererstraße gebracht haben, insgesamt minimieren.

 

 

...über die finanziellen Aspekte und deren mögliche Konsequenzen für den Club:

Natürlich ist es immer ein Spagat für uns; seit drei Jahren ist es ein großer Spagat, die Dinge zu bewerkstelligen. Aber wir fangen doch jetzt nicht an zu kapitulieren. Das würde das Letzte sein, was wir tun werden. Aber es heißt eben auch, dass wir konsequent unseren Weg weiter beschreiten werden.

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