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Fußball

Hecking wünscht dem Club Sieg

Der Nürnberger Trainer Michael Köllner blickt trotz der 0:2-Niederlage auf "ein richtig gutes Spiel" in Mönchengladbach zurück. Nun geht es gegen Freiburg.
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Der 1. FC Nürnberg ist trotz ansprechender Leistung auch in Mönchengladbach jüngst leer ausgegangen: der Österreicher im Club-Trikot, Georg Margreitter, auf dem Boden der Tatsachen im Borussia-Park. Foto: Federico Gambarini/dpa
Der 1. FC Nürnberg ist trotz ansprechender Leistung auch in Mönchengladbach jüngst leer ausgegangen: der Österreicher im Club-Trikot, Georg Margreitter, auf dem Boden der Tatsachen im Borussia-Park. Foto: Federico Gambarini/dpa
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Der 1. FC Nürnberg schwächelt in der Offensive, weil Verletzungen Trainer Michael Köllner immer wieder zu personellen Veränderungen zwingen. Dieter Hecking wünscht dem Club indessen in der Fußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg "noch mal einen Dreier".

Als Hecking, von 2009 bis 2012 Trainer des 1. FC Nürnberg, Michael Köllner für den Jahresausklang gegen den SC Freiburg Mut zusprach ("Wenn Ihr so spielt wie heute, dann sind die Punkte möglich; ich wünsche Euch, dass ihr gegen Freiburg noch mal einen Dreier macht"), blickte dieser für einen längeren Moment gedankenverloren ins Leere. Es hatte den Anschein, als hätte Club-Coach Köllner Heckings Worte gar nicht richtig wahrgenommen. Kein Zweifel, das 0:2 (0:0) am Dienstag beim Spitzenteam Borussia Mönchengladbach hat bei Köllner, der mit dem 1. FC Nürnberg auch nach dem 16. Spieltag auf einem Abstiegsplatz verweilt, Spuren hinterlassen.

"Wir haben ein richtiges gutes Spiel gemacht und viel investiert", konstatierte der 47-Jährige. Jedoch sei es schwer gewesen, nach dem 0:1 zurückzukommen. "Wir hätten gleich zu Beginn des Spiels mit zwei Riesenchancen in Führung gehen müssen. Da haben wir es verpasst, auf der Anzeigentafel ein Zeichen zu setzen."

Gemeint war die Doppelchance in der 6. Minute, als zunächst Alexander Fuchs unter Beteiligung eines Gladbacher Abwehrbeins den Ball an die Latte befördert hatte, und danach Adam Zrelak, die einzige Spitze im Nürnberger 4-1-4-1-System, nicht in der Lage war, mit einem wuchtigen und präzisen Kopfball den Gladbacher Torhüter Yann Sommer zu überwinden.

Zehn Spiele ohne Sieg

Und so blieb der Aufsteiger, der seit zehn Partien nicht mehr gewonnen hat, auch im dritten Spiel in Folge ohne eigenes Tor. Ein Aspekt, der als Grund für die Abschlussschwäche herangezogen werden kann - gegen Gladbach wurden nur sechs Schüsse aufs Tor abgegeben -, sind die zahlreichen Ausfälle aufgrund von Verletzungen.

So musste Köllner beim Borussia-Gastspiel neben den angeschlagenen Hanno Behrens, Enrico Valentini, Eduard Löwen und Christian Mathenia kurzfristig auch auf Abwehrspieler Robert Bauer (Probleme mit dem Sprunggelenk) und Offensivkraft Mikael Ishak (Oberschenkelprobleme) verzichten - und war so gezwungen, erneut Veränderungen im Kader und in der taktischen Ausrichtung vorzunehmen.

Für Bauer rückte Youngster Kevin Goden auf der rechten Abwehrseite in die Startelf. Allerdings hinterließ der 19-Jährige auf dieser Position einen unkonzentrierten und fahrigen Eindruck. Was auch dem Cheftrainer nicht verborgen geblieben war, der nach der Pause den Brasilianer Ewerton anstelle von Goden verteidigen ließ.

Impulse lediglich über die Außen

Weil auch Federico Palacios und Alexander Fuchs, die zusammen mit dem einzigen "Sechser" Ondrej Petrak das zentrale Mittelfeld bildeten, ab der 25. Minute zuvorderst mit Abwehraufgaben betraut waren, blieb in der Vorwärtsbewegung vieles Stückwerk. Da aus dem Zentrum so gut wie keine Kreativimpulse kamen, waren es die beiden Außen, insbesondere Virgil Misidjan, die für Gefahr vor dem Gladbacher Tor sorgten. Es fehlten jedoch die Abnehmer, um die gut getimten Flanken verwerten zu können.

Lage im Keller spitzt sich zu

Für den Hinrunden-Kehraus an diesem Samstag (15.30 Uhr) im heimischen Max-Morlock-Stadion gegen den SC Freiburg hofft Köllner zumindest auf die Rückkehr von Ishak und Bauer - und auf ein Erfolgserlebnis: "Trotz der Verletzungssorgen müssen wir schauen, dass wir gegen Freiburg eine starke Leistung auf den Platz bringen."Die wird auch vonnöten sein, um den Anschluss an die Plätze über dem Strich nicht zu verlieren.

Zwar ist der Tabellenvierzehnte FC Augsburg nur vier Zähler vom Club entfernt, doch durch den Coup von Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf gegen den Liga-Primus Borussia Dortmund (2:1), hat sich die Lage im Tabellenkeller weiter zugespitzt. Zumal es die Düsseldorfer am 17. Spieltag noch mit Hannover 96 zu tun bekommen - eine Mannschaft, die genau wie Nürnberg und Düsseldorf den Anschluss ans untere Mittelfeld der Rangliste sucht.

Was für die Nürnberger gegen Freiburg spricht, ist die Auswärtsschwäche der Breisgauer: Erst eine Partie hat das Team von Christian Streich in der Fremde gewonnen. Nürnbergs Abwehrchef Georg Margreitter weiß: "Wir haben jetzt ein ganz wichtiges Heimspiel." Um Heckings Wunsch Realität werden zu lassen, muss mindestens ein Tor her - und zwar vorne.

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