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1. FC Nürnberg

FCN: Testspiel-Triumph über FC Bayern gibt Rückenwind - Balsam für die Club-Seele

Nach dem deutlichen Testspielsieg über den FC Bayern schöpft der 1.FC Nürnberg neue Hoffnung im Abstiegskampf. Das 5:2 gegen den deutschen Rekordmeister am Wochenende entpuppte sich nicht nur für die leidgeprüften Club-Fans als Seelenbalsam.
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5:2 gegen die Bayern - was kann es für die leidgeprüfte Club-Seele in einer bislang verkorksten Saison Besseres geben? Foto: ISPFD
5:2 gegen die Bayern - was kann es für die leidgeprüfte Club-Seele in einer bislang verkorksten Saison Besseres geben? Foto: ISPFD

Es war nur ein Testspiel, aber was für eines: Der 1. FC Nürnberg schießt den FC Bayern mit 5:2 ab. "Daraus müssen wir Stärke ziehen", sagte Trainer Keller mit Blick auf den Zweitliga-Abstiegskampf.

Für einen Nachmittag waren beim 1. FC Nürnberg die schlimmen Abstiegsängste im Fußball-Alltag wie weggeblasen. 5:2 gegen die Bayern - kann es an einem Wintertag etwas Besseres für die leidgeprüfte Club-Seele in einer bislang verkorksten Saison nach dem so bitteren Abstieg aus der Bundesliga geben?

Die Fans feierten, die FCN-Spieler genossen den Fünf-Tore-Balsam. Und auch der Trainer freute sich über den Rückenwind für das Trainingslager in Marbella, in das der Drittletzte der 2. Liga am Montag aufbricht.

Selbstbewusstsein: FCN will Sieg gegen Bayern nutzen

"In unserer Phase müssen wir so etwas fürs Selbstbewusstsein nutzen", sagte Jens Keller. Natürlich sei es nur ein Testspiel gewesen. Und natürlich standen bei den Bayern nach dem 1:1-Pausenstand fast nur noch Nachwuchsakteure auf dem Platz. "Aber erste Halbzeit ist Bayern mit der kompletten Kapelle angetreten und wir haben es auch sehr gut gemacht. Daraus müssen wir Stärke ziehen", erklärte Keller.

Für den 49-Jährigen war der Auftritt am Samstag eine Blaupause für den Zweitliga-Abstiegskampf, der am 30. Januar mit der Partie beim Tabellenzweiten Hamburger SV weitergeht. "Wenn wir unseren Plan umsetzen und als Mannschaft funktionieren, können wir es auch Bayern München schwer machen", sagte Keller. Seine Arbeit beginnt zu wirken.

Überforderter Rekordmeister: Club lässt Bayern-"Bubis" keine Chance

Michael Frey sorgte im Max-Morlock-Stadion mit seinem Flachschuss zum 1:0 für ein erstes Aha-Erlebnis bei den 27.409 Zuschauern. Die Bayern glichen zwar durch eine Energieleistung von Alphonso Davies aus. Aber ihre Klasse konnten sie ansonsten offensiv kaum ausspielen. "Wir haben defensiv enorm gut gegen den Ball gearbeitet", lobte Keller.

Nach der Pause nutzten die Nürnberger dann entschlossen ihre Chance gegen Bayern-"Bubis", die laut Trainer Hansi Flick "überfordert" waren. Mikael Ishak, Adam Zrelak, Fabian Schleusener und Robin Hack stellten das Resultat auf 5:1. Felix Dornebusch hielt noch einen Elfmeter von Bayerns Jungprofi Michaël Cuisance. Nur beim Kopfball von Bayerns Malik Tillman war der gute FCN-Schlussmann ohne Abwehrchance.

FCN-Stürmer Frey: "Sieg tut uns gut"

"Der Sieg tut uns sicher gut. Wenn du fünf Tore gegen Bayern schießt, ist das ein positiver Test", sagte Angreifer Frey. Keiner flippte aus beim Club, auch wenn es ein sehr spezieller Freudentag war. "Es war ein Testspiel. Wir wissen, dass es in der 2. Liga wieder anders laufen wird", sagte Mittelfeldspieler Johannes Geis.

Damit es in den verbleibenden 16 Zweitligapartien besser läuft, dafür will Keller bis zum 22. Januar in Spanien sorgen. Intensive Tage mit klaren Trainingsschwerpunkten kündigte er an: "Wir werden weiter physisch arbeiten." Dazu will der Coach das Defensivverhalten, das Zweikampfverhalten und die Umschaltbewegungen "deutlich verbessern".

Trainingslager: Mannschaft reist nach Marbella

22 Feldspieler und vier Torhüter reisen nach Marbella. Bei den Keepern ist nach seinem Kniescheibenbruch Christian Mathenia wieder dabei. Mittelfeldspieler Alexander Fuchs fehlt hingegen, weil er nach Club-Angaben für Gespräche "mit einem potenziellen neuen Verein" freigestellt wurde. Die verletzten Enrico Valentini, Iuri Medeiros und Ondrej Petrak bleiben in Nürnberg.

Der von Norwich City ausgeliehene Außenverteidiger Philip Heise, der gegen die Bayern unspektakulär debütierte, soll nicht der einzige Neuzugang bleiben. "Wir schauen, was realisierbar ist. Es soll ein Qualitätsspieler sein. Wir wollen den Kader nicht größer machen", sagte Keller. Vorzugsweise wird noch ein Defensivspieler gesucht.

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