Nürnberg
1. FC Nürnberg

Regensburg schockt Club in der Nachspielzeit: Canadi sauer: "Für was machen wir den Videobeweis?"

Wieder kein Heimsieg für den 1. FCN: Lange sah es nach einem dreifachen Punktgewinn für den Club gegen Jahn Regensburg aus - doch in der 94. Minute platzten alle Hoffnungen. FCN-Trainer Canadi war bedient und ärgerte sich am Sky-Mikrofon über den Videobeweis.
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Der Regensburger Torwart Alexander Meyer (l) greift nach dem Ball vor dem Nürnberger Michael Frey (hinten). Foto: Daniel Karmann/dpa
Der Regensburger Torwart Alexander Meyer (l) greift nach dem Ball vor dem Nürnberger Michael Frey (hinten). Foto: Daniel Karmann/dpa

FCN nur mit Unentschieden gegen Jahn Regensburg: In der Nachspielzeit hat Jahn Regensburg dem 1. FC Nürnberg den Derbysieg in der 2. Fußball-Bundesliga entrissen.

Kurioses Unentschieden in Nürnberg: Jahn-Torhüter mit entscheidender Torvorlage

Das Ausgleichstor von Jan-Marc Schneider zum 1:1 (0:1) des SSV Jahn im Zweitliga-Derby beim 1. FC Nürnberg löste am Sonntag auf beiden Seiten extreme Emotionen aus. Der eingewechselte Meyer schockte den Club, als er einen vom mitstürmenden Torwart Alexander Meyer mit dem Kopf verlängerten Eckball aus Nahdistanz über die Linie drückte.

In der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga rangieren die Oberpfälzer nach dem Happy-End mit 15 Punkten weiter vor den Franken (14), die kurz vor dem ersten Heimerfolg nach zwei Monaten standen. Kapitän Hanno Behrens hatte den Club in der 38. Minute in Führung geköpft.

"Ich musste den Ball nur noch über die Linie schieben, nachdem das Kopfball-Ungeheuer Alex Meyer den Ball vorgelegt hat", sagte der von den Kollegen und den mitgereisten Jahn-Fans gefeierte Schneider.

Enttäuschung beim Club: Frey spricht von Kopfproblem, Canadi ärgert sich

Beim Club herrschte Enttäuschung pur. "Wir können nicht von Pech reden, wenn wir immer in der Schlussphase ein Tor kassieren", sagte Mittelstürmer Michael Frey. Der Schweizer vermutet wegen des nächsten verspielten Vorsprungs ein Kopfproblem beim eigenen Team: "Die Lust, höher zu gewinnen, ist vielleicht kleiner als die Angst, die Führung zu verlieren." Trainer Damir Canadi ärgerte sich ebenfalls: "Wir haben das 2:0 nicht nachgelegt. Wir müssen die Konter besser ausspielen. Wir sind sehr enttäuscht. Wir wollten in die Top 6." Der Club-Trainer fühlte sein Team zudem ungerecht behandelt. Am Mikrofon bei Sky sagte Canadi: "Schon vor der Ecke (die zum Ausgleich führte, Anm.d.Red.) habe ich ein gestrecktes Bein gegen Valentini beim Vierten Assistenten angesprochen. Du wirst ständig abgewiesen, es gibt keine Kommunikation. Es wird alles kontrolliert, aber anscheinend doch nicht. Für was machen wir einen Videobeweis, wenn wir es am Ende nicht bewerten?"

Beide Teams wählten vor 34.365 Zuschauern den Vorwärtsgang. Auch wenn es etliche Abspielfehler gab, kam es zu einigen Torchancen. Einen Schuss von Lukas Jäger fälschte Jahn-Verteidiger Marcel Correia zur Ecke ab (25.). Der "Club" war im Glück, als Sebastian Stolze nach einer Flanke von Chima Okoroji an die Latte köpfte (28.).

In der Folge agierte der FCN zwingender und belohnte sich. Eine Freistoßhereingabe von Spielgestalter Johannes Geis köpfte Behrens freistehend ins Tor. Eine weitere Kopfballchance zum 2:0 vergab Mittelstürmer Frey (41.), der später von Mikael Ishak abgelöst wurde. "Ich war wütend bei meiner Auswechslung", gestand Frey. Aber wütend auf sich selbst, "dass ich nicht das 2:0 und 3:0 geschossen hatte".

Die Partie blieb nach der Pause umkämpft. Geis hätte mit einem Schuss aus 55 Metern beinahe Jahn-Keeper Meyer überlistet (74.). Beim Jahn wurde Joker Schneider zum entscheidenden Mann. Erst verfehlte er das Tor knapp (84.). Danach parierte Andreas Lukse einen Schneider-Schuss klasse (88.). Beim dritten Versuch war der Jahn-Joker dann erfolgreich. "Wir sind sehr glücklich", kommentierte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic: "Wir sind dran geblieben, sind in den letzten zehn Minuten ins Risiko gegangen. Wir haben nicht gewusst, dass man den Torwart nach vorne schicken muss, um das erste Standardtor der Saison zu machen. Wir sind mit dem Punkt zufrieden."

 

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