Frankfurt am Main
Eintracht Frankfurt - 1.FC Nürnberg

1.FCN: Nürnberg zu Gast bei der Eintracht - so könnten die Teams spielen

Der 1. FC Nürnberg taumelt der 2. Liga entgegen. Im Tabellenkeller brennt allerdings noch Licht - noch ist der FCN nicht abgestiegen. Die Aufgaben werden allerdings nicht einfacher: Am Sonntag (15.30 Uhr) geht es zur Frankfurter Eintracht.
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FCN-Kapitän Hanno Behrens (2. v.r.) traf gegen die TSG Hoffenheim. Ob es am Sonntag auch bei Eintracht Frankfurt klappt?  Foto: Uwe Aspach/dpa
FCN-Kapitän Hanno Behrens (2. v.r.) traf gegen die TSG Hoffenheim. Ob es am Sonntag auch bei Eintracht Frankfurt klappt? Foto: Uwe Aspach/dpa

1.FC Nürnberg zu Gast bei Eintracht Frankfurt - so stehen die Chancen für den Club: Ende Oktober 2018 entführte die Frankfurter Eintracht einen glücklichen Punkt aus dem Max-Morlock-Stadion in Nürnberg. Frankfurts Nummer Neun, Sébastien Haller, konterte die späte FCN-Führung durch Adam Zrelak (78. Minute) in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

Am 9. Spieltag hieß der Club-Trainer noch Michael Köllner, der FCN befand sich auf dem 14. Tabellenplatz und die Nürnberger Anhänger verzeichneten den zweifachen Punktverlust gegen die Eintracht als Punktgewinn gegen einen Europa League-Teilnehmer: Die Zweitliga-Kicks in Sandhausen oder Heidenheim erzogen die Clubberer zu Demut gegenüber der Bundesliga.

Mittlerweile ist Ernüchterung in Nürnberg eingekehrt: Der FCN hält derzeit die rote Laterne - 14 Punkte, ein Torverhältnis von minus 32 und fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Kapitän Hanno Behrens analysierte nach der jüngsten 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim: "Es ist natürlich bitter, dass wir wieder mit leeren Händen dastehen." Auch Eduard Löwen resümierte: "Es ist momentan immer das Gleiche."

Neben dem Negativrekord, den der Club aufgestellt hat - seit 19 Ligapartien nicht zu gewinnen - wird auch die Personaldecke dünner: Zum Wochenstart vermeldete der FCN, dass sich Enrico Valentini im Kraichgau schwer am Oberschenkel verletzte. Der erfahrene Außenverteidiger fällt für die restliche Saison aus. Torhüter Christian Mathenia brachte die aktuelle Lage nach der Hoffenheim-Niederlage auf den Punkt: "Uns läuft die Zeit davon, niemand rechnet mehr mit uns. Die Mannschaft glaubt aber weiterhin an sich." Die nächste Möglichkeit das zu beweisen, hat der 1.FC Nürnberg am Sonntag (17.03.2019, 15.30 Uhr) in der Commerzbank-Arena.

FCN zu Gast in Frankfurt: Das erwartet den Club bei den Hessen

In Frankfurt freilich ist die Ausgangslage eine völlig andere: Die Eintracht spielt unter Coach Adi Hütter eine starke Saison - und ist nach dem 1:0-Sieg im Achtelfinale der Europa League über Inter Mailand die letzte verbliebende deutsche Mannschaft im Europacup.

Zwölf Pflichtspiele in Folge ist Eintracht Frankfurt unbesiegt und in der Bundesliga voll auf Kurs erneuter Einzug in den Europapokal. Die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in der kommenden Saison scheint greifbar nahe, sogar die Qualifikation für die Champions League ist noch möglich. Hinzu kommt eine enorme fußballerische Qualität, gerade im Angriff. In Luka Jovic und Haller haben die Frankfurter den zweit- und drittplatzierten der Top-Torschützen der laufenden Saison im Team. Öfter als Haller (14 Tore) und Jovic (15) traf nur Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (17). Der voraussichtliche Ausfall von Frankfurts drittem "Bullen" Ante Rebic (8 Tore) fällt da wohl kaum ins Gewicht.

Viel spricht also nicht für einen Punktgewinn des Clubs in Frankfurt. Zugute kommen kann der Schommers-Elf jedoch, dass die Frankfurter unter der Woche bei Inter aufgelaufen sind. Vielleicht sind einige Frankfurter auch noch ein bisschen müde - vom Spiel oder vom Feiern danach. Hütter wird wohl wieder ein wenig rotieren und am Sonntag nicht die nominell erste Elf auf den Rasen schicken. Ein Vorteil für den Club? Auch das kann zumindest bezweifelt werden, denn bei der SGE besitzt auch die zweite Garde hohe Qualität. Und Gelson Fernandes etwa - ein wichtiger Faktor im Frankfurter Spiel - war in der Europa League gesperrt und wird daher gegen Nürnberg wohl von Beginn an auflaufen.

Ganz die Hoffnung aufgeben sollte der Club aber nicht. Denn schon das Hinspiel hat gezeigt, dass die Eintracht nach einer intensiven englischen Woche (am Donnerstag vor dem 1:1 in Nürnberg mussten die Frankfurter zu Hause gegen Limassol ran) anfällig sein kann. Dafür müsste der Club allerdings einen echten Sahne-Tag erwischen.

So könnte der 1.FC Nürnberg spielen:

Mathenia - Mühl, Margreitter, Ewerthon, Bauer - Erras - Ilicevic, Behrens, Löwen, Kerk - Ishak

  • Spielsystem: 4-1-4-1
  • Torwart: Christian Mathenia bringt seit Wochen konstante Leistungen und hat sich weiterhin den Platz im FCN-Tor verdient.
  • Abwehr: Da Enrico Valentini verletzt ausfällt und Tim Leibold gelb-rot gesperrt ist, muss Coach Schommers auf den Außenverteidiger-Positionen improvisieren. Wahrscheinlich ist, dass Lukas Mühl sich dem Serben Kostic in den Weg stellt und Robert Bauer es mit Danny da Costa auf der anderen Seiten aufnimmt. In der Innenverteidigung feiert Georg Margreitter sein Comeback - an seiner Seite: Ewerthon.
  • Mittelfeld: Zentral vor der Viererkette könnte Patrick Erras den Abräumer spielen. In einem Dreieck mit den spielstarken Eduard Löwen und Hanno Behrens könnte so das Mittelfeld verengt werden. Auf den Außenpositionen stehen die Chancen für Ivo Ilicevic (rechts) und Sebastian Kerk (links) gut. Kerk trainierte unter der Woche wieder, nachdem er in Sinsheim ausgewechselt werden musste. Ob Flügelflitzer Virgil Misidjan wieder rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten.
  • Sturm: In vorderster Front könnte Mikael Ishak erneut der Vorzug vor Törles Knöll erhalten. Adam Zrelak steht nach der Diagnose Kreuzbandriss für den Rest der Saison nicht mehr zur Verfügung.

So könnte Eintracht Frankfurt spielen:

Trapp - Touré, Hasebe, Hinteregger - da Costa, Fernandes, de Guzman, Rode, Kostic - Paciencia, Haller (Jovic)

  • Spielsystem: 3-5-2
  • Torwart: Der unumstrittene Kevin Trapp hütet höchstwahrscheinlich erneut das Tor der Frankfurter.
  • Abwehr: Da Almamy Touré in der Europa-League nicht spielberechtigt ist, wird er wahrscheinlich in der Dreierkette rechts verteidigen. Eine Alternative wäre der noch angeschlagene Kapitän David Abraham. Neben ihm Makoto Hasebe, der in Düsseldorf selbst mit gebrochener Nase spielte, sowie der Österreicher Martin Hinteregger oder Youngster Evan N'Dicka.
  • Mittelfeld: Das Mittelfeld der Eintracht ist in der Zentrale mit Gelson Fernandes, Jonathan de Guzman oder auch Mijat Gacinovic sowie Sebastian Rode spielstark besetzt. Fernandes ist in der Europa League gesperrt, was seine Einsatzchancen gegen den FCN erhöht. Auf den Außenpositionen laufen wahrscheinlich die Dauerbrenner Filip Kostic (links) und Danny da Costa (rechts) auf.
  • Sturm: Im Sturm hat Adi Hütter die Qual der Wahl. Da Sébastien Haller in der Europa League wohl mit Luka Jovic im Sturm spielt, wird am Sonntag wohl wieder Paciencia neben Haller oder Jovic auflaufen. Womöglich ist auch Ante Rebic wieder eine Alternative für Sonntag.

Lesen Sie zusätzlich auf inFranken.de: Personelle Lücken in der Abwehr des 1. FC Nürnberg

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