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1.FC Nürnberg

FCN gegen den FC Augsburg: So könnten die Mannschaften am Samstag auflaufen

Eines von zwei Schicksalsspielen steht an für den 1.FC Nürnberg: Der FC Augsburg gastiert beim FCN: So könnten die Mannschaften am Samstag in den Abstiegskrimi starten. Für Nürnberg geht es um "Big Points", der FCA kommt mit Selbstvertrauen.
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Tim Leibold (links) im Zweikampf gegen Alfred Finnbogason. Foto: Stefan Puchner/dpa
Tim Leibold (links) im Zweikampf gegen Alfred Finnbogason. Foto: Stefan Puchner/dpa

1.FC Nürnberg gegen den FC Augsburg: Eckball Tim Leibold, Kopfball Lukas Mühl - 2:2, Jubel unter den rund dreieinhalb Tausend Nürnbergern im steilen Gästeblock. Der Club nahm Anfang November 2018 einen verdienten Punkt mit aus der Augsburger WWK-Arena: Dabei belohnte sich der FCN erst in der 88. Minute für eine kämpferische Leistung gegen den FCA. Ex-Trainer Michael Köllner sagte damals nach den 90 Minuten: "Jeder, der heute hier war, wird lange an das Spiel denken". Da war dem Oberpfälzer möglicherweise nicht bewusst, welch große Bedeutung das Rückspiel gegen die Fuggerstädter einnehmen könnte.

Schicksalsspiele für Nürnberg: Erst Augsburg, dann Stuttgart

Denn, nachdem der 1.FC Nürnberg auch im 20. Ligaspiel in Serie nicht dreifach gepunktet hat, müsste auch dem letzten FCN-Fan klar sein, dass gegen Augsburg und Stuttgart Punkte hermüssen. Im ersten von zwei Entscheidungsspielen trifft Nürnberg auf Augsburg. Im großen inFranken.de-Interview spricht Club-Coach Boris Schommers über den kommenden Gegner, über Druck-Situationen und über seine Akribie bei der Analyse.

Die Tabelle: Am Samstag (15.30 Uhr) kann der FCN einen "Big-Point" landen. Denn: Der 17. Hannover spielt Zuhause gegen Schalke, die lediglich drei Punkte vor dem Relegationsplatz liegen - zwei direkte Konkurrenten, die sich also die Punkte wegnehmen. Der VfB muss zum schwierigen Auswärtsspiel nach Frankfurt. Der FCN erlebte erst vor zwei Wochen, mit welcher Wucht die Eintracht daherkommt. Somit könnte der Club mit einem Sieg, bei gleichzeitiger Niederlage oder Unentschieden von Hannover gegen Schalke, an den Hannoveranern vorbeiziehen und bis auf drei Zähler zum VfB aufschließen - vorausgesetzt die Schwaben gewinnen nicht überraschend bei der Eintracht.

Der Gegner: Auch wenn es beim FC Augsburg zuletzt wieder etwas besser lief: Die Schwaben stecken noch immer im Abstiegskampf. Nach zuletzt immerhin drei Pflichtspielen ohne Niederlage und Heimsiegen gegen den BVB (2:1) und Hannover 96 (3:1) hat sich der FCA auf Tabellenplatz 14 verbessert. Zwölf Punkte trennen Augsburg und Nürnberg in der Tabelle, doch vor dem Relegationsplatz beträgt das Polster nur magere fünf Pünktchen. Unmittelbar nach dem Erfolg gegen 96 hatte Manager Stefan Reuter deshalb gewarnt: "Wir dürfen nicht glauben, dass es schon vorbei ist. Es wird sehr eng bis zum Ende der Saison". Der FCA wird demnach darauf aus sein, auch in Nürnberg etwas Zählbares mitzunehmen. "Wir wissen, worum es geht und dass wir sicher Geduld brauchen werden. Dass wir es mit den Beinen können, haben die Jungs gut bewiesen", sagte FCA-Trainer Manuel Baum vor der auch für die Augsburger wohl wegweisenden Partie.

"Wir haben gerade einen kleinen Lauf, und da müssen wir die Spannung hochhalten und weiter Gas geben", forderte Flügelspieler André Hahn. Und Coach Baum erinnerte mahnend an das 1:5-Debakel gegen den SC Freiburg: "Ich hoffe, jeder hat in seinem Kopf und seinem Bauch das Gefühl, wie das nach Freiburg war. Das darfst du einfach nicht vergessen." Die Augsburger überzeugten zuletzt mit Tugenden, die vor allem im Abstiegskampf gefragt sind: Herz, Wille, Laufbereitschaft und eine beeindruckende Stärke bei Standards. Dennoch ist Reuter überzeugt: "Das Spiel gegen Nürnberg wird kein Selbstläufer". Hannover-Comebacker Jeffrey Gouweleeuw, der kürzlich seinen Vertrag bis 2024 verlängerte und am Samstag aller Voraussicht nach in die Startelf zurückkehren wird, gibt sich gegenüber dem Kicker dennoch selbstbewusst: "Wir sind voll fokussiert, in der Liga zu bleiben."

Fußverletzung bei Schmid - wer verteidigt rechts?

Personell hat sich die Lage beim FCA etwas entspannt. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Rechtsverteidiger Jonathan Schmid, der wegen einer Fußverletzung mit dem Training aussetzte. Ob der 28-jährige Standardschütze am Samstag auflaufen kann, steht noch nicht fest. Problematisch für den FCA: Auch der zweite etatmäßige Rechtsverteidiger Raphael Framberger ist mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht. Die wahrscheinlichsten Alternativen wären wohl Christoph Janker oder Westham-Leihgabe Reece Oxford. Beide sind eigentlich im Zentrum zu Hause. Allerdings hat Janker zumindest im Testspiel unter der Woche gegen Dynamo Dresden (2:1 für den FCA) rechts verteidigt. Oxford kennt die Position aus seiner Zeit bei Mönchengladbach.

Der unter der Woche ebenfalls angeschlagene Dong-Won Ji wird am Samstag wohl mitmischen können. Laut Baum stehen die Chancen auf einen Ji-Einsatz "sehr gut".

So könnte der FCN spielen

  • Spielsystem: 4-1-4-1
  • Torwart: Christian Mathenia wird auch gegen den FCA im Nürnberger Tor stehen.
  • Abwehr: Da Enrico Valentini bis Saisonende verletzt ausfällt, könnte wie auch gegen Frankfurt Robert Bauer rechtshinten verteidigen. Tim Leibold kehrt nach gelb-roter Karte wieder auf die linke Abwehrseite zurück. In der Innenverteidigung könnte Georg Margreitter sein Startelf-Comeback neben Ewerthon geben.
  • Mittelfeld: Zentral vor der Viererkette könnte Patrick Erras wieder den Abräumer spielen. Eduard Löwen, der unter der Woche bei der U21-Nationalmannschaft weilte, könnte in Kombination mit Kapitän Hanno Behrens erneut das kreative Zentrums des FCN übernehmen. Auf dem rechten Flügel dürfte Virgil Misidjan wirbeln, er gab im Testspiel gegen Boleslav sein Comeback. Auf der linken Außenbahn muss sich Coach Schommers zwischen Sebastian Kerk und Yuya Kubo entscheiden, wobei Kerk die Nase vorn haben dürfte, da er gegen Frankfurt linkshinten einen soliden Eindruck gemacht hat. Zusätzlich tritt Kerk gefährliche Freistöße, die durch Comebacker Margreitter zur Waffe gegen den FCA werden könnten.
  • Sturm: In vorderster Front dürfte Schommers erneut auf Ishak setzen. Törles Knöll muss wahrscheinlich erneut auf der Bank Platz nehmen.

So könnte der FCA spielen

  • Spielsystem: 4-2-3-1
  • Torwart: Das Tor hüten wird Hoffenheim-Leihgabe Kobel, der seit 18. Spieltag im Kasten der Augsburger steht.
  • Abwehr: Abwehrchef Gouweleeuw wird wohl in die Startelf zurückkehren. An seiner Seite verteidigt vermutlich Danso, links Max und rechts Schmid, sofern er fit wird. Fällt Schmid aus, könnten Janker oder Oxford rechts in der Viererkette auflaufen.
  • Mittelfeld: Baier und Khedira, der aus der Verteidigung vorrückt, könnten die Doppelsechs bilden. Auf den Flügeln Hahn (rechts) und Ji (links), im Zentrum könnte Koo spielen oder Gregoritsch. Links ist Richter eine Alternative, zentral Jensen.
  • Sturm: An Finnbogason führt trotz eines starken Testspiel-Auftritts von Malone wohl kein Weg vorbei.

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