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1. FC Nürnberg

Nürnberg legt Einspruch gegen HSV-Klatsche ein: Das steckt dahinter

Der FCN hat das Topspiel des zweiten Spieltags gegen den HSV deutlich verloren. Nun hat der Club offiziell Einspruch beim DFB eingereicht. Grund dafür ist ein Spieler der Hamburger. Im schlimmsten Fall könnte dem Spieler Jatta die Abschiebung drohen.
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HSV-Profi Bakery Jatta. Foto: Christain Charisius/dpa
HSV-Profi Bakery Jatta. Foto: Christain Charisius/dpa

FCN nach Spiel gegen HSV: Nürnbergs Trainer Damir Canadi will sich mit der Causa um Bakery Jatta und mögliche Auswirkungen auf die Wertung des Zweitliga-Spiels gegen den Hamburger SV nicht weiter befassen. Die Franken hatten Einspruch nach dem 0:4 eingelegt, weil es Berichte über die Zweifel an der Identität des HSV-Fußballprofis Jatta gab. Dazu sagte Canadi am Donnerstag: "Wir haben das Spiel sportlich verloren, sogar sehr schmerzhaft. Damit ist das für mich abgehakt. Alles andere müssen andere entscheiden." Die Franken treffen am Freitag zum Auftakt des DFB-Pokals auswärts auf den FC Ingolstadt.

Nach Spiel gegen FCN: HSV Spieler Jatta könnte schlimmstenfalls die Abschiebung drohen, falls seine Angaben zur eigenen Identität unwahr sein. "Die Gründe für die damalige Duldung sind ja dann weggefallen, und dann wird auch der Aufenthalt rückwirkend verwirkt", sagte Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg Mitte, am Mittwochabend im "Hamburg-Journal" des NDR-Fernsehens. "Das ist eine sehr harte Möglichkeit, aber sie würde natürlich in der letzten Konsequenz zu einer Abschiebung führen können."

Identität von HSV Spieler Jatta wird geprüft

Die zuständige Behörde und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) prüfen die Frage der Identität von Jatta, der 2015 als Flüchtling aus Gambia nach Deutschland gekommen war. Laut einem Bericht der "Sport Bild" soll es Zweifel an Jattas Identität geben, der seit 2016 beim HSV spielt und dort bis Mitte 2024 unter Vertrag steht. Seine erst im Mai verlängerte Aufenthaltsgenehmigung läuft bis 2022. Jatta äußerte sich nach der Veröffentlichung noch nicht.

Nach Angaben der "Sport Bild" könnte er einen anderen Namen haben und älter sein. Der HSV hatte ihn vor seinem ersten Vertrag im Juni 2016 medizinisch wegen seines Alters untersuchen lassen. Wenn er bei seiner Einreise nach Deutschland ein Jahr zuvor bereits volljährig gewesen sein sollte, könnte er ein Problem bekommen: Nur alleinreisende minderjährige Flüchtlinge erhalten in der Regel eine Duldung und dürfen im Land bleiben.

Einspruch des 1. FCN nach 0:4 Klatsche

Der HSV verweist auf gültige Dokumente. "Wir haben Bakéry Jattas gültigen Reisepass inklusive Aufenthaltsgenehmigung vorliegen", betonte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann. Wegen des Einspruchs des 1. FC Nürnberg gegen die 0:4-Niederlage am Montag hat das DFB-Sportgericht die Hamburger um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Da Jatta aber auf der Spielberechtigungsliste stand, müsste der HSV selbst nur eine Strafe fürchten, wenn ein strafbares Handeln des Vereins vorliegen würde.

FCN legt Protest beim DFB ein: Der 1. FC Nürnberg hat am Montagabend (5. August 2019) eine herbe Niederlage gegen den Hamburger SV hinnehmen müssen. Die bittere Heimpremiere für Coach Damir Canadi endete 0:4 für die Hanseaten. Gegen dieses Ergebnis hat der FCN offiziell Protest beim Deutschen Fußball-Bund eingelegt. Grund dafür ist ein Spieler der Hamburger: Bakery Jatta.

HSV-Profi Bakery Jatta: Schummelte er bei seiner Identität?

Wie der DFB am Mittwochabend (7. August 2019) mitteilte, habe der Club fristgerecht Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt. Die Argumentation von Canadi, Palikuca und Co. stützt sich dabei auf einem Bericht der Sport Bild. Darin heißt unter anderem: Es liege der Verdacht nahe "dass HSV-Profi Bakery Jatta (21) unter falscher Identität in der Bundesliga spielt und im Zuge seiner Einreise nach Deutschland 2015 sowohl seinen Namen als auch sein Geburtsdatum geändert hat."

Konkret soll Jatta nicht am 6. Juni 1998, sondern am 6. November 1995 geboren sein. Zudem soll er offiziell Bakary Daffeh und nicht Bakery Jatta heißen. Die Recherchen der Sport Bild stützen sich auf Aussagen ehemaliger Trainer Jattas. Der HSV-Profi habe bereits damals unter falscher Identität gespielt, heißt es von Seiten der Übungsleiter. Hintergrund der Debatte ist, dass sich Jatta - sofern die Vorwürfe stimmen - einen entscheidenden Vorteil verschafft hat: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben in Deutschland ein größere Chance ein Aufenthaltsrecht zu bekommen, als Flüchtlinge die bereits volljährig sind. Jattas Berater Efe-Firat Aktas stritt die Vorwürfe ab: Jatta habe einen gültigen Pass, der überprüft wurde. Alles andere sei für die Beiden nicht relevant, sagte er gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

FCN: Wie stehen die Chancen am grünen Tisch?

Informationen von Sport 1 zufolge, soll der Hamburger SV Jatta mit dem Bericht konfrontiert haben. Seine Reaktion darauf ist aktuell unklar. Unklar ist zudem, wie die Chancen des FCN stehen, die drei Punkte gegen den HSV am grünen Tisch zu gewinnen. Mehr in Kürze.

tu

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