Nürnberg
1. FC Nürnberg

Ein Club mit Geschichte: Die Historie des 1. FC Nürnberg

Die Geschichte des FCN ist geprägt von Höhen und Tiefen. Im Jahr 1900 wurde der Club in einer Gaststätte gegründet. Heute hat der Verein über 24.000 Mitglieder. Von Sandra Macpherson
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Die Geschichte des FCN beginnt im Jahr 1900. Seitdem konnte der Fußballclub 24.000 Mitglieder etablieren. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
Die Geschichte des FCN beginnt im Jahr 1900. Seitdem konnte der Fußballclub 24.000 Mitglieder etablieren. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Fußball war in Nürnberg bereits Ende des 19. Jahrhunderts populär. So ist es wenig verwunderlich, dass es nicht allzu lange dauerte, bis der 1. FC Nürnberg gegründet wurde. Einen besonders wichtigen Sieg konnte der Club nach dem Ersten Weltkrieg verbuchen. Wir erzählen Ihnen die ganze Geschichte hinter dem FCN.

1. FC Nürnberg: Die Gründung und erste Erfolge

Am 4. Mail 1900 wurde der 1. Fußballclub Nürnberg in der Gaststätte "Zur Burenhütte" gegründet. Das erste Spiel fand gegen die Schuckertschen Elektrizitätswerke statt und die Nürnberger gingen als Sieger aus dem Match hervor.

Den ersten Derbysieg erlangte der Verein im Jahr 1902. Das Spiel gegen Fürth gewann Nürnberg mit sage und schreibe 15:0. Die Erfolgsserie ging nahtlos weiter: Der 1. FC Nürnberg gewann 1907 die Bayerische Meisterschaft und 1916 wurde der Club süddeutscher Fußballmeister. Vier Jahre später holten die Nürnberger Kicker den süddeutschen Meistertitel erneut.

Deutscher Meister 1920

Nach weiteren Erfolgen spielte der Club 1920 um den deutschen Meistertitel und holte den Sieg gegen die SpVgg Fürth beim Spiel in Frankfurt mit 2:0. Zurück in Nürnberg wurden die Spieler von 30.000 Fußballfans gefeiert. Im Jahr darauf gelang es dem Club, seinen Meistertitel gegen Vorwärts 90 Berlin mit einem 5:0 Sieg zu verteidigen. Bejubelt wurden die Spieler dieses Mal bereits von knapp 50.000 Menschen, die ihre Mannschaft am Nürnberger Hauptbahnhof in Empfang nahmen.

Die Siegesserie riss nicht ab. In den Jahren 1924, 1925 und 1927 holte der Verein den Titel erneut und Nürnberg wurde somit die Fußballhauptstadt Deutschlands. Die Nationalelf bestand in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ausschließlich aus Spielern zweier fränkischer Vereine: Nürnberg und Fürth, was bis heute einmalig in der Geschichte des Fußballs ist.

Der Club und der 2. Weltkrieg

Ab 1932 hatte es der Verein unter dem Hakenkreuz schwer. Der damalige jüdische Trainer Jeno Konrád quittierte seinen Dienst. Die Nazis schlachteten die beiden bedeutenden Siege des Clubs politisch für ihre Zwecke aus. 1935 gewannen die Franken den Tschammer-Pokal und 1936 wurden erneut deutscher Meister.

Das Frankenstadion wurde zu der Zeit Teil des Reichsparteitagsgeländes. Sport trat in den Hintergrund - stattdessen fand dort der "Tag der Hitlerjugend" statt. Außerdem wurden Umbauten vorgenommen, um den modernen Charakter des Stadions zu verdecken.

Nach Kriegsende nutzten die Amerikaner das Stadion, was zu dieser Zeit Victory Stadium genannt wurde, für Sportveranstaltungen. Fußball wurde kaum noch gespielt, bis das Stadion zurück an Deutschland fiel.

Triumphe mit Max Morlock

Am 8. August 1948 besiegten die Nürnberger den 1. FC Kaiserslautern mit 2:1 und wurden damit Rekordmeister. Einen besonderen Einfluss auf den Gewinn hatte der 30-fache Torschütze Max Morlock. 1954 wird Morlock mit dem Sieg der Deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1954 zum größten Fußballidol der Stadt. Heute trägt das Fußballstadion in Nürnberg seinen Namen und im Stadion steht eine Statue zu seinen Ehren.

Die nachfolgenden Weltmeisterschaften fielen für den Verein eher mager aus, bis der Fußballclub schließlich 1961 mit dem bereits 36-jährigen Max Morlock zum achten Mal deutscher Meister wird. Im selben Jahr wurde Morlock als Fußballer des Jahres ausgezeichnet.

1962 nahm der Club zum ersten Mal am Europapokal der Landesmeister teil. Auch wenn die Franken im Viertelfinale ausschieden, gilt der 3:1-Hinspielsieg gegen Benfica Lissabon als ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte. 1969 steigt der Verein als Deutscher Meister aus der 1. Liga ab und es dauert knapp 40 Jahre, bis der 1. FC Nürnberg einen weiteren Titelsieg einfahren kann.

1. FC Nürnberg wird Rekordabsteiger

Als den Franken 1967 der Abstieg drohte, kam Max Merkel vom TSV 1860 München als neuer Trainer in den Verein und führte Nürnberg zur nächsten Meisterschaft - und das mit einem Kader von nur 15 Spielern.

1988 gelang Nürnberg zwar der Einzug in den UEFA-Cup, aber im Rückspiel verliert das Team 1:3 gegen AS Rom. 1994 stieg der Verein erneut ab und landete 1996 in der 3. Liga. Bis 2007 ging es stetig bergauf und auch wieder bergab. Bis in die Erste Bundesliga schaffte es der Verein lange nicht mehr. Nach 39 Jahren gewinnt Nürnberg 2007 den DFB-Pokal.

2014 erfolgt der achte Abstieg in die 2. Bundesliga. Es geht danach wenig erfolgreich weiter. Es gelingt dem Verein nicht, sich dauerhaft in einer Liga zu etablieren, dem Aufstieg folgte Abstieg. Ab 2018 spielte der 1. FC Nürnberg wieder in der Bundesliga mit und stieg 2019 zum neunten Mal aus der 1. Bundesliga. Damit hält der 1. FC Nürnberg offiziell den Abstiegsrekord der Bundesliga.

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