Nürnberg
1. FC Nürnberg

Zietsch muss den Club verlassen

Der Umbau im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) beim 1. FC Nürnberg geht weiter. Der bisherige Leiter des NLZ, Rainer Zietsch, muss gehen.
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Rainer Zietsch  Foto: 1. FCN
Rainer Zietsch Foto: 1. FCN
Begründet wird der Schritt mit "unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich der weiteren strategischen und inhaltlichen Ausrichtung des NachwuchsLeistungsZentrum". Wie diese unterschiedlichen Auffassungen aussehen, darüber kann nur spekuliert werden.

Eine Ablösung von Zietsch war aber nach der Verpflichtung von Michael Köllner als sportlicher NLZ-Leiter zu erwarten, schließlich hatte man mit dieser Verpflichtung Zietsch in seinen Aufgaben wohl beschnitten.


Arbeitsbeginn war im Jahr 2006

Der frühere Club-Profi war seit fast zehn Jahren Leiter des Nachwuchsbereichs beim Club. Er hatte das Amt im Oktober 2006 übernommen, nachdem er zuvor bereits zwei Jahre lang die U17 des Club trainiert hatte.

Im Jahr 2013 war Zietsch kurzfristig an die Seitenlinie zurückgekehrt, als er die U19 des FCN in der Schlussphase der Saison übernahm. Doch er konnte den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern.

Damals trainierte der gebürtige Leimener unter anderem die späteren Profispieler Patrick Erras, Niklas Stark (heute Hertha BSC), Pascal Köpke (Erzegebirge Aue) und Besar Halimi (FSV Frankfurt).


Zu große Nähe zu Bader?

Der erzwungene Abgang Zietsch soll auch daran liegen, dass er eine gewisse Nähe zum früheren Sportdirektor Martin Bader hatte. Dessen Nachfolger Andreas Bornemann hingegen erklärt: "Es ist kein Geheimnis, dass einige Nachwuchsteams in der Krise stecken und wir zukünftig den einen oder anderen Spieler mehr nach oben durchreichen wollen."

Fakt ist: In den letzten Jahren schafften nur Marvin Plattenhardt (24), Niklas Stark (20/beide jetzt bei Hertha BSC) und Patrick Erras (21) den Sprung aus dem Nachwuchs zu den Profis. Bornemann fordert: "Der Wettbewerb im Nachwuchsbereich hat sich in den letzten Jahren massiv verändert, umso mehr müssen wir neue Ideen entwickeln, um in diesem harten Wettbewerb bestehen zu können." Diese Mission soll nun Michael Köllner erfüllen.

Über vier Millionen Euro pumpt der 1. FC Nürnberg derzeit in seine Amateur- und Nachwuchsabteilung. 190 Spieler kicken im NLZ in zehn Teams. Betreut werden die Nachwuchskräfte von 32 Trainern. Im FCN-Internat gibt es 22 Plätze, Partnerschule ist die Bertolt-Brecht-Schule.


Prinzen wackelt auch

Ob der personelle Umbau bei im Nachwuchsbereich damit abgeschlossen ist, bleibt jedoch zunächst unklar. Der Vertrag von Roger Prinzen, Trainer der U21, die jetzt die Reserve des FC Bayern München mit 1:0 schlug, läuft aus und soll laut Spekulationen aus dem Vereinsumfeld wohl mehr nicht verlängert werden.

Die U17 unter Leitung von Tobias Wimmer steht zudem vor dem Abstieg aus der B-Junioren Bundesliga Süd/Südwest.


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