Nürnberg
1. FC Nürnberg

1. FCN: Mit Palacios und Garcia zurück in die erste Liga?

Der Club findet einen Nachfolger für den abgewanderten Cedric Teuchert. Vom Aufstieg darf weiter geträumt werden, doch Bornemann hält den Ball flach.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Leipziger Spieler Federico Palacios Martinez am Ball. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Der Leipziger Spieler Federico Palacios Martinez am Ball. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Schwitzen an der Costa del Azahar! Nach der besten Hinserie seit 17 Jahren träumen die Fans des 1. FC Nürnberg von der Bundesliga. Punktgleich mit dem Tabellenzweiten Holstein Kiel überwintert die junge Mannschaft von Trainer Michael Köllner auf Relegationsplatz drei, der für die Franken im Mai 2016 letztlich zu wenig war, um die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus zu schaffen. Die Grundlage dafür, dass es diesmal klappt, wollen die Nürnberger im Trainingslager nahe Valencia legen.

Wobei: Diesmal soll es möglichst auf direktem Weg klappen; die Konstellation ist günstig, findet auch Andreas Bornemann. Ansprüche oder gar Ziele möchte der Sportvorstand trotzdem nicht formulieren. Weil er weiß, dass der ohnehin schon spürbare Druck nur noch größer werden würde. Mit möglicherweise unerwünschten Folgen. "Wir helfen niemandem, vor allem nicht der Mannschaft", sagt Bornemann, "wenn wir jeden Tag erzählen, dass wir so eine Chance nie mehr bekommen würden."

Also halten sie auch im Trainingslager lieber den Ball flach. Vielmehr ist von einem Zwei- oder gar Drei-Jahres-Plan die Rede, auch der personelle Umbau kommt nur in kleinen Schritten voran. U21-Nationalstürmer Cedric Teuchert, dessen Vertrag Ende Juni ausgelaufen wäre, wechselte für knapp zwei Millionen Euro Ablöse inklusive Nachzahlungen zum FC Schalke. Dass sie den 20-Jährigen für gutes Geld ziehen ließ, begründete die sportliche Leitung unter anderem mit "genügend Alternativen im Kader", wie Trainer Köllner findet. Selbst "Möglichkeiten, die noch keiner auf dem Schirm hat", seien denkbar.


Zrelak fällt erneut aus

Hoffnungen ruhten insbesondere auf Sommerzugang Adam Zrelak, einem jungen Slowaken, der infolge eines Mittelfußbruchs lange pausieren musste, sich am Sonntag einen Muskelfaserriss zuzog und damit die restliche Vorbereitung und auch den Zweitliga-Auftakt am 23. Januar gegen Jahn Regensburg verpassen wird.


Palacios bekommt Vertrag bis 2020

Mit Federico Palacios (22), einem Edelreservisten von RB Leipzig, ist ein neuer Stürmer schon gefunden. Der 1,72 Meter kleine Deutsch-Spanier aus Hannover wurde für den VfL Wolfsburg zweimal Torschützenkönig in der A-Junioren-Bundesliga. Nach seinem Wechsel zu RB Leipzig konnte er sich aber bei den Profis nicht durchsetzen. Palacios soll bei den Nürnbergern einen Vertrag bis 2020 bekommen. Über eine mögliche Ablöse machte der Club keine Angaben. An diesem Dienstag reist Palacios ins Trainingslager nach. Köllner glaubt, dass er relativ schnell ins Kombinationsspiel zu integrieren ist.

Von Werder Bremen lieh sich der Club zudem Ulisses Garcia, um taktisch noch flexibler zu werden. Ein Spieler, "der super in die Mannschaft reinpasst", wie Köllner findet. Der 21-jährige Garcia ist auf der linken Seite hinten wie vorne eine Alternative. "Ich wollte unbedingt zu einem großen Verein", sagt Garcia, der Kapitän der Schweizer U21. So etwas hören sie beim 1. FC Nürnberg natürlich gerne, selbst wenn knapp 50 Jahre nach der neunten und bislang letzten deutschen Meisterschaft nicht mehr viel übrig ist vom Ruhm und Glanz früherer Tage. Der Bundesligaaufstieg würde vor allem finanziell etliche Probleme lösen, aber bei Weitem nicht alle. Wirtschaftliche Spätfolgen des verpassten Wiederaufstiegs 2015, als ein für Zweitliga-Verhältnisse teures Aufgebot kläglich gescheitert war, werden den Club noch länger beschäftigen.
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren