Nürnberg
Fußball-Bundesliga

Köllner vor Duell gegen Serienmeister: FC Bayern ist "eine Maschine" - Club braucht das perfekte Spiel

Am Samstag ist der 1. FC Nürnberg zu Gast beim FC Bayern. Auch wenn die Münchner in dieser Saison alles andere als souverän aufspielen, ist der Club krasser Außenseiter in der Partie.
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Nürnberg-Trainer Michael Köllner  weiß genau, dass er gegen den FC Bayern eine überdurchschnittliche Teamleistung seiner Mannschaft braucht.  Foto: Nicolas Armer/dpa
Nürnberg-Trainer Michael Köllner weiß genau, dass er gegen den FC Bayern eine überdurchschnittliche Teamleistung seiner Mannschaft braucht. Foto: Nicolas Armer/dpa

150 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Städten Nürnberg und München. In der Fußball-Branche trennt den Bundesliga-Rückkehrer und den Rekordmeister aber weitaus mehr, meint Michael Köllner. "Die einen sagen eine Liga, die anderen Welten und wieder andere Galaxien", sagte der Nürnberger Trainer am Donnerstag zu den Unterschieden beider Vereine. Eigentlich sei der FC Bayern aber "ja fast Galaxien entfernt".

Auf Zahlen heruntergebrochen lesen sich die Unterscheidungsmerkmale vor der Derby-Dienstreise am Samstag (15.30 Uhr/Sky) nüchterner. 13 Punkte mehr haben die in dieser Saison keineswegs durch die Liga schwebenden Münchner auf ihrem Konto, elf Plätze liegt die Mannschaft von Trainer Niko Kovac vor dem "Club" und mehr als 26 Jahre haben die Nürnberger nicht mehr in der Landeshauptstadt gewonnen. "Wir sind nicht nur Außenseiter", räumte Köllner ein. "Wenn man es realistisch betrachtet, haben wir keine Chance." Aber sei's drum!

"Viele Leute spielen auch Lotto, obwohl sie wissen, dass ihre Chance auf einen Sechser minimal ist", meinte Köllner forsch. Der Trainer des seit sieben Bundesligapartien sieglosen Außenseiters weiß aber natürlich auch, dass unter ganz normalen Umständen eine Überraschung in der Allianz Arena kaum zu schaffen zu ist.

"Wir brauchen ein perfektes Spiel, müssen defensiv überragend verteidigen und brauchen einen Gegner, der sein Spiel nicht auf den Platz bringt", meinte Köllner vor dem 14. Spieltag. Außerdem sei "natürlich großes Matchglück" nötig. Eine Mauertaktik hält er ohnehin für völlig verfehlt. "Wir müssen schon für Entlastung sorgen, eigenen Ballbesitz haben. Das ist angenehmer zu spielen, als wenn du nur drinnen stehst und der Kugel hinterherläufst." Daher lautet seine Marschroute: "Wir werden uns nicht verstecken."

Für Köllner ist der FC Bayern "eine Maschine", die allerdings erst langsam wieder auf Touren kommt und von der Bestform noch entfernt ist. Das konnte man vor zwei Wochen im Heimspiel gegen Düsseldorf beobachten. Aber deshalb gleich Anschauungsunterricht bei der Fortuna nehmen? Nein, nun wirklich nicht. "Das zeigt, dass es eine Chance gibt, aber Anschauungsunterricht von Düsseldorf brauchen wir nicht", stellte Köllner selbstbewusst klar.

Als die Bayern noch die Krisen-Bayern waren, erkämpfte sich das Team vom Rhein nach einem 1:3-Rückstand dank Dreierpacker Dodi Lukebakio noch ein Remis. Jetzt sind die Bayern nicht mehr die Krisen-Bayern, sondern die Vielleicht-bald-wieder-Strahle-Bayern.

In der Geschichtsschreibung der Bundesliga findet Köllner aber Trost. "Der Fußball schreibt immer tolle und schöne Geschichten und wir hoffen, dass wir am Samstag eine schöne Geschichte schreiben können", sagte er. Unschön ist für das auswärtsschwächste Team der deutschen Eliteklasse, dass sein Kapitän fehlen wird. Antreiber Hanno Behrens zog sich beim 1:1 am Montag gegen Leverkusen eine Bauchmuskelzerrung zu und fehlt erstmals in dieser Saison.

"Wir werden ihn schmerzlich vermissen", sagte Köllner. Bei ihm sei aber jeder Spieler zu ersetzen. Dass der zuletzt kaum berücksichtigte Patrick Erras Anführer Behrens neben Ondrej Petrak im Mittelfeld ersetzt, hält Köllner für nicht besonders wahrscheinlich. Erras und Petrak seien als Spielertypen zu ähnlich, meinte der Coach. Die Lust auf das Derby lässt sich Erras dennoch nicht nehmen. "Wir haben es uns im letzten Jahr erarbeitet, sie wieder zu haben", sagte Erras. "Darauf freuen wir uns."



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