Nürnberg
Silvester in Mittelfranken

Schwere Verbrennungen, Flammen im Bootsverleih: Die Silvesterbilanz in Mittelfranken

In Mittelfranken wurden in der Silvesternacht rund 50 Menschen verletzt. Hohen Schaden erzeugte ein Feuer in einem Bootsverleih. Der Überblick.
Artikel drucken Artikel einbetten
In Mittelfranken wurden in der Silvesternacht rund 50 Menschen verletzt. Hohen Schaden erzeugte ein Feuer in einem Bootsverleih. Der Überblick.  Foto: Ralf Hirschberger/dpa
In Mittelfranken wurden in der Silvesternacht rund 50 Menschen verletzt. Hohen Schaden erzeugte ein Feuer in einem Bootsverleih. Der Überblick. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Zum Jahreswechsel 2017/2018 musste die mittelfränkische Polizei über 500 Einsätze bewältigen. Im Zeitraum zwischen dem 31.12.2017 (19:00 Uhr) und dem 01.01.2018 (07:00 Uhr) dokumentierte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken insgesamt 536 Einsätze.

Der Schwerpunkt der Einsätze lag hierbei bei gemeldeten Ruhestörungen (61), Körperverletzungen
(48) und Sachbeschädigungen (38). Insgesamt registrierte die mittelfränkische Polizei bei ihren Einsätzen rund 50 verletzte Personen.


Schwerpunkt Nürnberg


Das größte Besucheraufkommen verzeichnete die Nürnberger Innenstadt mit dem vom Kulturreferat der Stadt Nürnberg organisierten "Silvestival". Allein an der Nürnberger Kaiserburg versammelten sich über 8000 Personen, um den Jahreswechsel gemeinsam zu feiern.

Gleichzeitig war vom Hauptmarkt über die Königstraße bis zum Hauptbahnhof ein stetig starker Personenverkehr feststellbar. Beispielsweise hielten sich auf dem Platz an der Lorenzkirche zeitweise bis zu 5000 Feiernde auf.



Die Einsatzleitung für das "Silvestival" oblag der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte. In einem ersten Resümee kann festgestellt werden, dass sich das im Vorfeld erarbeite Sicherheitskonzept auch diesmal bewährt hat. Gemeinsam mit Einsatzeinheiten der mittelfränkischen Polizei und Bereitschaftspolizei gelang es, die anfallenden Einsätze gut zu bewältigen und größere Sicherheitsstörungen zu verhindern.

Beispielsweise führten die Zugangskontrollen, die durch die Polizei und die Sicherheitsdienste rund um die Nürnberger Kaiserburg durchgeführt wurden, wiederum dazu, dass das Verbot zum Abbrennen von Pyrotechnik in und um die Burgfreiung durchgesetzt werden konnte.


Vereinzelte Verletzungen durch Böller und Raketen


Gegen 23:30 Uhr musste im Bereich der Museumsbrücke festgestellt werden, dass innerhalb einer Ansammlung von etwa 1000 Personen Böller und Raketen auch in Richtung von Passanten geworfen bzw. gefeuert wurden. Beamte der mittelfränkischen Einsatzhundertschaft schritten ein, um die Situation zu beruhigen und verwiesen mehrere Personengruppen der Örtlichkeit. Hierbei wurde zeitweise auch Zwang angewendet (z.B. Schieben und Drücken).

Insgesamt kann jedoch festgestellt werden, dass es über die gesamte Nacht hinweg lediglich in Einzelfällen zu verletzten Personen durch das Werfen von Böllern bzw. das Abfeuern von Raketen kam. Bislang wurden im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten in der Nürnberger Innenstadt zwei Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet, die auf die unsachgemäße Handhabung von Feuerwerkskörpern zurückzuführen sind.


Sexuelle Belästigung


Gegen 00:45 Uhr kam es in der Königstraße zu einer sexuellen Belästigung, bei der eine junge Frau durch einen 19-jährigen Mann unsittlich berührt wurde. Der Tatverdächtige konnte von den Einsatzkräften vor Ort festgenommen werden. Gegen ihn wird nun wegen sexueller Belästigung ermittelt.

Brandfälle blieben auch in dieser Silvesternacht nicht aus, stellten aber keinen Schwerpunkt für das polizeiliche Einsatzgeschehen dar. Größere Brände blieben die Ausnahme und führten erfreulicherweise nur in einzelnen Fällen zur Verletzung von Personen.

In der Nelkenstraße brach um kurz nach 00:00 Uhr ein Brand in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses aus. Eine Silvesterrakete war durch eine doppelt verglaste Fensterscheibe im dritten Obergeschoss geflogen und löste dort einen Zimmerbrand aus. Glücklicherweise befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen in der betroffenen Wohnung.

Die Wohnung ist bis auf weiteres nicht bewohnbar, die Höhe des Sachschadens kann derzeit nicht beziffert werden. Die Polizei ermittelt gegen einen 57-jährigen Mann, der die Rakete von der Straße aus abgefeuert hatte, wegen fahrlässiger Brandstiftung.


Schwere Verbrennungen durch Fondue


In Großenseebach (Lkrs. Erlangen-Höchstadt) waren schwere Verbrennungen die Folge für die Besucherin einer häuslichen Silvesterfeier. Der Gastgeber hatte versucht, bei einem Fondue Spiritus in die Brennschale nachzufüllen. Durch die entstandene Stichflamme erlitt die 58-jährige Frau Verbrennungen am Arm sowie im Gesicht und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Der Unterstand eines Bootsverleihs in der Gsteinacher Straße in Feucht (Lkrs. Nürnberger-Land) fing gegen 04:25 Uhr Feuer. Dem Brand fielen zwei Boote, ein Pkw, ein Motorroller und mehrere Bootsmotoren zum Opfer. Der entstandene Sachschaden wird auf bis zu 100.000 Euro geschätzt. Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden.

Während des Einsatzes musste die Bundesstraße 8 zwischen Feucht und Schwarzenbruck für etwa eine Stunde gesperrt werden. Beamte des Kriminaldauerdienstes Mittelfranken nahmen die Ermittlungen zur Ursache des Brandes vor Ort auf.

Verkehrsunfälle blieben, offensichtlich aufgrund der milden Wetterverhältnisse, zum Jahreswechsel 2017/2018 ebenfalls die Ausnahme. Für den Bereich Mittelfranken wurden insgesamt 12 Verkehrsunfälle registriert. Zwei Personen erlitten bei diesen Unfällen leichte Verletzungen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.