Nürnberg
Insolvenz

Schmerzliche Niederlage für Roth: ARO ist endgültig pleite

Nach fast 60 Jahren ist nun Schluss für das einstige ARO-Teppich-Imperium. Bis zuletzt hatte Insolvenzverwalter Harald Schwartz mit einem potenziellen Investor verhandelt - ohne Erfolg.
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Foto: Uwe Anspach dpa
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In einem schwierigen Marktumfeld im Bereich Heimtextilien und Teppiche sei kein Geschäft mehr zu machen, so der Insolvenzverwalter. Zudem seine viele Filialen veraltet. Das Gericht habe der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bereits zugestimmt. Vier Filialen werden noch bis Ende des Jahres Restposten abverkaufen. ARO musste Ende August zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren Insolvenzantrag stellen. Etwa 200 Mitarbeiter werden gekündigt.

Branchenkenner werfen dem Geschäftsführer und früherem Präsidenten des 1. FC Nürnberg Michael A. Roth Versäumnisse vor. Bis zuletzt leitete er sein Unternehmen. 1956 hatte Roth er die ARO Heimtextilien gegründet, die Firma ist ein Akronym seiner Initialen. Der Selfmade-Millionär war nicht nur ein cleverer Geschäftsmann: Er trat im Februar 1979 zum ersten Mal das Präsidentenamt beim 1. FC Nürnberg an. Nach fast fünf Jahren Amtszeit trat er am 20. Dezember 1983 zurück. Am 25. Oktober 1994 wurde er erneut zum Präsidenten des 1. FC Nürnberg gewählt.

Während der Amtszeit von Roth arbeiteten 15 Trainer, darunter Klaus Augenthaler, Felix Magath, Wolfgang Wolf, Hans Meyer und Thomas von Heesen. In diese Zeit fiel auch der DFB-Pokal-Sieg des 1. FC Nürnberg in der Saison 2006/2007. Roth wurde zudem 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 2006 mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt. Immer wieder pumpte der Unternehmer Millionen aus seinem Vermögen in den Verein. Meistens für erfahrene Spieler, aber auch, um Verbindlichkeiten des FCN zu tilgen.

Am 8. Juni 2009 legte der frühere Amateur-Boxer und Motorsport-Anhänger sein Amt als Präsident des 1. FC Nürnberg nieder. Roth wollte sich damals verstärkt auf die Arbeit in seinem Textil-Unternehmen konzentrieren.

Hintergrund: In den 90-er Jahren besaß ARO über 100 Filialen, der Umsatz lag damals über 100 Millionen Euro. Doch die Firma rutschte danach in die Krise, 2012 betrug der Umsatz nur noch etwa 50 Millionen Euro - bei 86 Filialen und 480 Beschäftigten. Vor allem das breite Sortiment an Bodenbelägen in Baumärkten habe den Niedergang beschleunigt.

Für den Macher Roth ist diese Pleite eine schmerzliche Niederlage, auch wenn er dank zahlreicher Immobilien weiter über genügend Finanzmittel verfügt.


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