Nürnberg
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Rock im Park: Aufbau bei schweißtreibender Hitze

Am Wochenende feiern wieder Tausende rund um den Dutzendteich in Nürnberg beim Festival Rock im Park. Die "Stage Hands" leisten schweißtreibende Arbeit, damit bis Freitag alles steht.
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Schweißtreibende Arbeit in der Hitze: Die Stage Hands beim Aufbau des Festivals Rock im Park in Nürnberg haben alle Hände voll zu tun. Am Wochenende werden rund um den Dutzendteich wieder tausende Rock- und Metalfans ihre Zelte aufschlagen. Foto: Christian Bauriedel
Schweißtreibende Arbeit in der Hitze: Die Stage Hands beim Aufbau des Festivals Rock im Park in Nürnberg haben alle Hände voll zu tun. Am Wochenende werden rund um den Dutzendteich wieder tausende Rock- und Metalfans ihre Zelte aufschlagen. Foto: Christian Bauriedel
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"So viel wie Metallica verdien' ich nicht", sagt Joshua scherzend und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Der 19-Jährige steht auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg und wuchtet massive Platten aus Gummi. Der Würzburger ist gerade mit dem Abitur fertig geworden. Jetzt verdient er sich als sogenannte "Stage Hand" beim Aufbau von Rock im Park etwas dazu.

Am Wochenende werden wieder tausende Rock- und Metalfans nach Nürnberg kommen. Rund um den Dutzendteich schlagen die Festivalbesucher dann ihre Zelte auf. "Im Gegensatz zum Vorjahr haben wir weniger Campingflächen", sagt Rainer Sülzer, technischer Leiter des Festivals. Die Gartenbaubehörde der Stadt Nürnberg habe in diesem Jahr Areale im Luitpoldhain und im Volkspark nicht zum Campen frei gegeben.

Aber so wie es aussieht, werden weniger Campingplätze auch ausreichen. Im letzten Jahr hat Rock im Park 72.500 Menschen angezogen. Heuer habe man knapp 65 000 Karten verkauft, sagt Carolin Hilzinger von Argo Konzerte. Dazu kämen noch die Tickets, die an der Abendkasse verkauft würden. "Wir liegen einigermaßen im Schnitt", sagt Hilzinger.




Heuer wird vier Tage gerockt

Dabei haben die Veranstalter Argo und die Konzertagentur Marek Lieberberg das Festival sogar um einen Tag verlängert. Schon 2010 habe es das Experiment des Vier-Tages-Festival gegeben, sagt Cornelia Wagner von Argo. Damals rockten die Bands schon ab Donnerstag. Dieses Mal wird der Festivalbetrieb von Freitagnachmittag bis Montagabend dauern. Eine Tageskarte ohne Camping und Parken kostet 85 Euro. Das Ticket, das alle vier Tage gilt, inklusive Zelt- und Parkplatz, kostet 205 Euro. Im letzten Jahr waren es für drei Tage 165 Euro.

Metal-Klassiker im Programm

Auf dem Programm stehen in diesem Jahr echte Rock-im-Park-Klassiker: Mit Iron Maiden, Metallica, Slayer und Anthrax hat die Festivalleitung auf wahre Metalveteranen gesetzt, nachdem im letzten Jahr eher Pop- und Rockheadliner spielten. Auch mit Queens Of The Stone Age, Mastodon und Nine Inch Nails geht es heuer eher härter zu Gange. Obwohl auch poppige Acts wie Jan Delay oder Die Fantastischen Vier nicht fehlen.

Damit das Festival sicher über die Bühne geht, wird großer Aufwand betrieben. "Rock im Park ist eines der größten Festivals in Europa mit dem höchsten technischen Sicherheitsstandards", sagt Sülzer. Aus dem Lagezentrum, das sich in den Katakomben des Fußballstadions befindet, könne man zentral das ganze Sicherheitskonzept steuern. Schaltbare LED-Schilder sorgen für die Information der Menschenmassen über Schließung von Zugängen oder Änderungen im Programmablauf.

Standort Nürnberg ist sicher

Dass auch nächstes Jahr Rock im Park wieder in Nürnberg stattfinden wird, da ist sich Sülzer sicher. Die Frage, ob das Areal am Dutzendteich als Veranstaltungsort wackelt, war kurzzeitig aufgekommen. Der Grund: Die Konzertagentur Marek Lieberberg muss sich für das Partnerfestival Rock am Ring nächstes Jahr einen neuen Platz suchen.

Die Betreiber des Nürburgrings hatten den Vertrag nicht verlängert. Rock im Park bleibe davon aber unberührt, sagt Sülzer und verweist auf die Äußerungen von Marek Lieberberg. Er hat Mönchengladbach als Rock am Ring -Ort ins Spiel gebracht. In Nürnberg solle es aber weiter gehen.

Die Sonne brennt vom Himmel. Es gibt keinen Schatten auf dem Zeppelinfeld vor der Center Stage. In der Ferne glitzern die Flutlichttürme des Grundig-Stadions, ehemals Frankenstadion. Das Arbeiten bei der Hitze sei schon hart, sagt Festivalhelfer Joshua. Endlos scheint der Gabelstapler ihm neue Mengen der Platten zu bringen, die den Rasen vor den Füßen der Festivalgäste schützen sollen.

Entschädigung für die Knochenarbeit: Joshua kann in seinen Arbeitspausen die Bands anschauen. "Man ist ganz nahe an den Stars dran", sagt er. Hinter der Bühne packt er während dem Festival mit an, schleppt Verstärker und Schlagzeugteile für die Rockstars. Die Erfahrung belohne die schweißtreibende Arbeit in den Tagen, bevor die Rocker anreisen.



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