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Bilanz

Riskanter Einsatz bei Schneekatastrophe: Helfer aus Franken retten Häuser vor Einsturz

Schneekatastrophe in Südbayern: Als die Einsatzkräfte aus Mittelfranken um Hilfe gebeten wurden, fackelten die Städte Nürnberg und Erlangen nicht lange. Am Sonntag rollte das fränkische Hilfskontingent nach Süden. Am Mittwochabend wurden die Kräfte nun abgelöst, ihre Bilanz kann sich sehen lassen.
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Feuerwehrleute räumen auf einem Haus in Bayrischzell Schnee von einem Dach. Auch Feuerwehrleute aus Nürnberg waren dort im Einsatz. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Feuerwehrleute räumen auf einem Haus in Bayrischzell Schnee von einem Dach. Auch Feuerwehrleute aus Nürnberg waren dort im Einsatz. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Mittelfränkische Helfer verhindern bei Schneekatastrophe in Südbayern den Einsturz von Häusern in Bayrischzell (Oberbayern): Nachdem die mittelfränkischen Kräfte doppelt so lange im Einsatz waren wie ursprünglich geplant, wurden sie am Mittwochabend abgelöst, berichtet die Feuerwehr der Stadt Nürnberg. Vier Tage hatten die fränkischen Helfer alles gegeben.

Schneekatastrophe: Franken stellen kurzerhand Hilfskontingent auf

Am Samstagnachmittag erreichte die Feuerwehr Nürnberg der Hilferuf. Wegen der dramatische Lagen im Süden Bayerns sollte sie ein Hilfskontingent aufstellen. Schon am kommenden Tag setzte sich der Verband aus rund 30 Fahrzeugen in Bewegung. Eigentlich sollte es nach Bad Tölz gehen, da aber die Gefahr in Bayrischzell noch akuter war, wurden die 120 Einsatzkräfte dorthin umgeleitet.

In Bayrischzell drohten die Häuser, unter den Schneemassen einzustürzen. Erste waren bereits beschädigt, berichtet die Feuerwehr Nürnberg. Mit Einheiten aus dem Raum Regensburg machten sich die fränkischen Helfer sofort ans Werk. Sie räumten die am stärksten gefährdeten Dächer. Einige von ihnen mussten aber davor von unten abgestützt werden, ansonsten drohten sie einzustürzen.

Ein falscher Schritt hätte ohne Sicherung fatale Folgen gehabt, erläutert die Nürnberger Feuerwehr. Die Helfer auf den Dächern wurden von Experten der Höhenrettungsgruppe abgesichert. Über Drehleitern und Kränen waren Sicherungsseile gespannt worden.

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Gemeinde Bayrischzell dankbar für die Hilfe aus Franken

In weit mehr als 5000 Helferstunden kämpften allein die mittelfränkischen Kräfte gegen den Schnee. Sie wurden von immer weiteren Helfern unterstützt. Nach anfänglich rund 200 Einsatzkräften waren am Mittwoch mehr als 850 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, THW und Rotem Kreuz im Einsatz. Die Nürnberger Feuerwehr übernahm dann auch noch die Einsatzleitung.

Am Mittwoch wurden die mittelfränkischen Helfer in Bayrischzell abgelöst. Dank ihres beherzten und umsichtigen Vorgehens wurde keiner der Einsatzkräfte schwer verletzt. Die Einwohner der Gemeinde Bayrischzell hatten die Franken herzlich aufgenommen, verpflegt und nach Kräften unterstützt, erklärt die Nürnberger Feuerwehr. Nach dem Einsatz bleibt ein Band der Freundschaft, das sicher noch einige Zeit halten wird.

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