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Reichsparteitaggelände in Nürnberg: Stadt will in "zutiefst undemokratischen Anlage" investieren

Das Reichsparteitaggelände in Nürnberg soll erhalten bleiben. Dafür muss eine große Summe investiert werden.
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Das Areal des Reichsparteitagsgelände in Nürnberg soll der Nachwelt erhalten bleiben. Dafür sollen knapp 85 Millionen Euro investiert werden. Foto: Daniel Karmann/dpa
Das Areal des Reichsparteitagsgelände in Nürnberg soll der Nachwelt erhalten bleiben. Dafür sollen knapp 85 Millionen Euro investiert werden. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Stadt Nürnberg hat vor das Reichsparteitaggelände zu erhalten. Dafür sollen etwa 85 Millionen Euro in das gut 16,5 Quadratkilometer große Areal investiert werden informiert der evangelische Pressedienst (epd).

Alle Handwerker stehen vor einer großen Herausforderung

"Alleine die Größe der Anlage ist eine Herausforderung, aber natürlich vor allem die Baugeschichte. Alle Beteiligten, vom Architekten bis zum Steinmetz, müssen wissen, woran sie hier arbeiten", erklärt Robert Minge, beim Hochbauamt der Stadt Nürnberg zuständig für das Areal, gegenüber dem epd.

Ziel sei es, so viel Originalmaterial wie möglich zu erhalten. Neuteile oder Mörtelergänzungen soll es nur soweit unbedingt nötig geben. Stattdessen ist angedacht, dass die Schäden an der Bausubstanz sichtbar bleiben.

Bei dem Areal handelt es sich um ein weltweit beliebtes Ausflugsziel. Albert Speer hatte die Anlage so konstruiert, dass selbst bei Tausenden Teilnehmern die Hierarchie der damaligen Gesellschaft ablesbar war: die Teilnehmer auf dem Feld, die Besucher auf dem Rasen der Wallanlage. "Insofern ist es eine zutiefst undemokratische Anlage. Gerade weil man hier vieles über die damalige Gesellschaft und die Mechanismen des Nationalsozialismus erklären kann, sollte sie erhalten bleiben", teilt Minge dem epd mit.

Stabsstelle koordiniert die Schritte zum Erhalt des Areals

Federführend ist dafür die neue Stabstelle Ehemaliges Reichsparteitagsgelände/Zeppelintribüne und Zeppelinfeld im städtischen Kulturreferat. In Zusammenarbeit mit dem Städtischen Hochbauamt und dem Dokumentationszentrum soll die Behörde die notwendigen Schritte zum Erhalt und zur zukunftsorientierten Vermittlung des historischen Orts steuern koordinieren.

Laut Julia Lehner, der Kulturreferentin der Stadt würden sich viele Besucher erkundigen, wie Nürnberg mit dem braunen Erbe umgehe. Im Laufe der Jahre gab es viele Ansätze. Es entstanden unter anderem ein Naherholungsgebiet und ein Parkplatz. Außerdem finden auf dem Areal Konzerte und Autorennen statt. Auch die Bewerbung Nürnbergs um den Titel "Kulturhauptstadt Europas" enthalte Elemente der künftigen geschichtlichen Aufarbeitung des Geländes, erklärt die Kulturreferentin.

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