Nürnberg
Polizeibilanz

Festnahmen, Rangeleien, Blocksturm - Wie war das 264. Frankenderby aus Sicht der Polizei?

Die Polizei zieht Bilanz: Nach Abpfiff des 264. Frankenderbys kam es zu Zwischenfällen am Stadion. FCN-Anhänger versuchten, den Gästeblock zu stürmen.
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Bis zum Abpfiff blieb es friedlich beim Frankenderby am Samstag in Nürnberg. Doch dann musste die Polizei mehrere Male eingreifen. Foto: Christian Charisius/dpa
Bis zum Abpfiff blieb es friedlich beim Frankenderby am Samstag in Nürnberg. Doch dann musste die Polizei mehrere Male eingreifen. Foto: Christian Charisius/dpa
Bis zum Abpfiff war es aus polizeilicher Sicht ruhig geblieben beim 264. Frankenderby am Samstag in Nürnberg. Doch nach dem Spiel - Greuther Fürth gewann beim Aufstiegsfavoriten 1. FC Nürnberg mit 2:0 (0:0) - musste die Polizei mehrere Einsatzlagen bewältigen.

Ein Teil der Fürther Fans traf sich bereits am Vormittag am Fürther Stadion im Laubenweg, um dann gegen 10 Uhr - begleitet von der Nürnberger Verkehrspolizei - im Konvoi nach Nürnberg zu fahren.
Sowohl die Ankunft in der Großen Straße als auch der anschließende Marsch der rund 1100 Gäste-Fans verliefen friedlich. Lediglich zwei Teilnehmer dieses Marsches fielen durch Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf. Sie konnten später beim Einlass zum Stadion identifiziert und festgenommen werden.

Während des Spiels kam es vor rund 48.000 Zuschauern zu keinen nennenswerten Vorfällen, so dass die Einsatzkräfte nicht tätig werden mussten.

Dass die Fans der Spvgg Greuther Fürth im Max-Morlock-Stadion feiern, ist nicht unbedingt was Neues. Der 2:0-Erfolg war wettbewerbsübergreifend der vierte Auswärtssieg der Kleeblätter bei einem Frankenderby in diesem Jahrzehnt. Nur war die Fallhöhe für den 1. FCN selten so hoch gewesen wie an diesem Samstag. Der Zweitliga-Tabellenführer verlor gegen den Abstiegskandidaten - und das vor einem mit 47 489 Zuschauern fast ausverkauftem Haus.

Nach Abpfiff entlud sich dann offensichtlich dieser Frust bei einigen Club-Fans. Im Heimblock brannten bisher Unbekannte Feuerwerkskörper ab. Sie wurden von der Polizei auf Video aufgezeichnet, die Auswertung der Aufnahmen stünde aber noch aus, heißt es im Bericht der Polizei.


FCN-Anhänger wollen Gästeblock stürmen

Als sich "Heimfans" unter Überwindung vorhandener Sperren unmittelbar nach dem Abpfiff in die Südkurve zu den Gästefans bewegten, musste die Polizei eingreifen. Damit konnte ein direktes Aufeinandertreffen verhindert werden.

Hinter der Nordkurve kam es nach dem Abpfiff ebenfalls zu Rangeleien zwischen dem Ordnungsdienst und Anhängern des 1. FC Nürnberg, bei denen eine Ordnungskraft Verletzungen erlitt. Sie wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gefahren. Ein Polizeibeamter wurde durch einen explodierenden Böller verletzt. Er erlitt ein Knalltrauma und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei hat diesbezüglich die Ermittlungen aufgenommen. Vorhandene Videoaufnahmen werden entsprechend ausgewertet.


Rangeleien und Provokationen am Südausgang

Am Südausgang kam es kurzzeitig zu Schiebereien und Provokationen zwischen beiden Fanlagern. Die Einsatzleitung reagierte umgehend und stellte ausreichend Kräfte dazwischen. Mehrere Personen wurden vorläufig festgenommen. Anschließend wurden die im Gästeblock anwesenden Fans zu ihren Bussen zurückbegleitet.

Die Polizei nahm im Zusammenhang mit dem Spiel mehrere Körperverletzungsdelikte, Verstöße nach dem Sprengstoffgesetz (Abbrennen von Feuerwerkskörpern) sowie einen Verstoß nach dem Betäubungsmittelgesetz auf. Zwei Personen mussten bereits vor dem Spiel wegen erheblicher Alkoholisierung abgewiesen werden. Bezüglich der Vorfälle nach dem Spiel im Umgriff des Stadions wird der Sachverhalt noch aufgeklärt und in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth strafrechtlich geprüft.

In der Nacht zum Samstag (02./03.03.2018) brachten bisher noch unbekannte Täter außerdem auf dem Fernsehturm in Nürnberg-Schweinau ein Transparent mit einer Aufschrift an, die sich gegen die Fürther Fans richtete ("Anti-FÜ"). Diesbezüglich werde die strafrechtliche Relevanz laut Polizei geprüft.

Eingesetzt waren bei diesem Fußballspiel Beamte der mittelfränkischen Polizei sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

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