Mittelfranken

Trickbetrug durch "falsche Polizeibeamte" - Polizei warnt eindringlich und gibt Verhaltenstipps

Mittelfranken (ots) - In den letzten Tagen kam es im gesamten mittelfränkischen Raum zu mehreren Anrufen von "falschen Polizeibeamten". Eine Seniorin aus dem Nürnberger Stadtteil Gartenstadt wurde dabei um einen hohen Geldbetrag betrogen.
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Symbolfoto: Bilder-Deutschland/pixabay.com

Am Donnerstagnachmittag (10.10.2019) gegen 14:00 Uhr rief ein unbekannter Mann bei der Seniorin an und gab sich als Polizeibeamter zu erkennen. Er erzählte der Frau, dass ihre Tochter einen Verkehrsunfall verursacht habe und die Versicherung aufgrund eines abgelaufenen Vertrages nicht bezahle. Der vermeintliche Polizist forderte die Rentnerin daraufhin auf, so viel Geld wie möglich bereitzustellen, um den Schaden zu regulieren und eine mögliche Festnahme abzuwenden. Um dem Gespräch noch mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, übergab der angebliche Polizist das Telefon an eine weinende Frau. Die Geschädigte nahm an, dass es sich hierbei um ihre Tochter handeln würde.

Durch geschickte Gesprächsführung und permanentem Druck überredete der Unbekannte die Frau dazu, das Geld tatsächlich an eine angebliche Kollegin auszuhändigen. Wenig später übergab die Rentnerin einen fünfstelligen Geldbetrag.

Beschreibung der Geldabholerin:

Ca. 40 - 45 Jahre alt, ca. 160 cm groß, normale Figur, dunkle kurze Haare, dunkle Augen, bekleidet mit dunkler Kleidung, dunkler gestrickter Schirmmütze, enganliegendem Mantel, trug eine dunkle Brille mit viereckigem Gestell, sprach deutsch mit osteuropäischem Akzent.

Die weiteren Ermittlungen hat das Fachkommissariat der Kriminalpolizei Nürnberg übernommen. Wir warnen nochmals dringend vor dieser Masche und geben folgende Verhaltenstipps:

- Seien Sie misstrauisch bei solchen Anrufen! Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und beenden Sie das Telefonat sofort.

- Gehen Sie am Telefon nicht auf Fragen zu Ihrer finanziellen Situation oder den Besitz von Wertsachen ein. Die Polizei fragt Sie grundsätzlich nicht nach Bargeld oder Wertsachen, ohne dass durch Sie vorher Anzeige erstattet wurde.

- Rufen Sie selbst bei ihren Verwandten / Bekannten nach, ob der Sachverhalt so stimmt

- Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Ihnen unbekannt sind. Hinterlegen Sie es niemals an Örtlichkeiten für unbekannte Abholer.

- Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung!

- Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis, ob in Uniform oder Zivilkleidung. Überprüfen Sie diesen sorgfältig.

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Polizei an. Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus und fragen konkret nach dem Polizeibeamten, der dort beschäftigt sein soll. Notieren Sie sich den Namen des vermeintlichen Beamten. Ziehen Sie einen Nachbarn bzw. eine Person Ihres Vertrauens hinzu.

- Beachten Sie, dass es den Tätern mittlerweile möglich ist, echte Rufnummern der Polizeidienststellen im Display anzeigen zu lassen.

- Scheuen Sie sich nicht den Notruf unter der 110 zu wählen, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt. Durch eine schnelle Meldung unterstützen Sie die Arbeit der Polizei.

- Seien Sie aufmerksam, wenn in Ihrer Nachbarschaft ältere Menschen alleine leben, sprechen Sie über dieses Phänomen.

- Angehörige bitten wir, ihre älteren Verwandten zu informieren.

Wolfgang Prehl/n

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelfranken Präsidialbüro - Pressestelle Richard-Wagner-Platz 1 D-90443 Nürnberg E-Mail: pp-mfr.pressestelle@polizei.bayern.de

Erreichbarkeiten: Montag bis Donnerstag 07:00 bis 17:00 Uhr Telefon: +49 (0)911 2112 1030 Telefax: +49 (0)911 2112 1025

Dieser Beitrag wird vom Polizeipräsidium Mittelfranken bereitgestellt. inFranken.de hat den Beitrag nicht redaktionell geprüft.

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