Mittelfranken

Festnahme nach versuchtem Enkeltrick - Polizei warnt erneut dringend vor den Betrugsmaschen Enkeltrick und Falsche Polizeibeamte

Mittelfranken (ots) - Gestern Vormittag (11.07.2019) gelang den Ermittlern die Festnahme einer Geldabholerin, die bei dem sogenannten Enkeltrick-Phänomen aufgetreten war. Die Polizei registrierte in den vergangenen Tagen in Mittelfranken mehrere Anrufe falscher Polizeibeamter sowie von Enkeltrickbetrügern und warnt erneut eindringlich vor der Betrugsmasche.
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Symbolfoto: 4711018/pixabay.com

Bereits am Mittwochnachmittag (10.07.2019) erhielt eine ältere Dame den ersten Anruf einer Frau, die sich als deren Enkelin ausgab. In der für das Phänomen des Enkeltrick-Betrugs bekannten Art und Weise versuchte die Anruferin, die Seniorin zur Übergabe einer fünfstelligen Bargeldsumme zu bewegen. Da das vermeintliche Opfer den Betrugsversuch durchschaute, reagierte sie vorbildlich und verständigte unverzüglich die Polizei. Mit Hilfe der 71-Jährigen konnte somit am 11.07.2019 gegen 09:00 Uhr eine 22-Jährige festgenommen werden, die als Geldabholerin für die vermeintliche Enkeltochter fungierte. Zu einem Vermögensschaden kam es folglich nicht.

Die 22-Jährige muss sich nun in einem entsprechenden Ermittlungsverfahren verantworten. Zudem stellte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftantrag. Die Tatverdächtige wird im Laufe des heutigen Tages einem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage überstellt.

Erfolgreicher waren die sogenannten Enkeltrickbetrüger allerdings im Nürnberger Stadtteil Weiherhaus. Bei dem 91-jährigen Opfer gab sich der männliche Anrufer glaubwürdig als Enkel aus, der sich in finanzieller Not befände. Daraufhin übergab die Seniorin gestern Mittag (11.07.2019) mehrere Tausend Euro an eine bislang unbekannte Frau, die im Auftrag des vermeintlichen Enkels das Geld abholte.

Ein weiteres Mal gelang es den Tätern, mit der für das Phänomen Enkeltrick bekannten Masche, mehrere tausend Euro im Landkreis Erlangen-Höchstadt zu erbeuten.

Die Geldabholerin in diesem Fall kann wie folgt beschrieben werden:

Weiblich, etwa 45 Jahre alt, kräftige Statur. Sie sieht südländisch aus, hat ein rundes Gesicht und eine gepflegte Erscheinung. Sie sprach englisch.

Auch der der Anrufer, der sich am Telefon als Freund der vermeintlichen Enkelin ausgab, sprach englisch.

Das für das Phänomen Enkeltrick zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei hat die Ermittlungen in allen Fällen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 0911 2112-3333. Die Beamten registrierten in den vergangenen Tagen weitere Versuche der sogenannten Enkeltrickbetrüger und warnen deshalb nochmals dringend vor der perfiden Betrugsmasche. Zudem geben sie folgende Verhaltenstipps:

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich am Telefon jemand nicht selbst mit Namen vorstellt. Nennen Sie niemals die Namen Ihrer Verwandten, fordern Sie den Anrufer vielmehr auf, seinen Namen selbst zu nennen.

- Geben Sie keine Details zu ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

- Legen Sie sofort den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

- Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter (z.B. Enkel) ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und verwendeten Rufnummer selbst an und lassen sich den Sachverhalt bestätigen.

- Übergeben Sie niemals Geld oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen.

- Lassen Sie sich nicht einschüchtern oder unter Druck setzen. Ihre wirklichen Verwandten werden Verständnis dafür haben und Sie keinesfalls unter Druck setzen.

- Informieren Sie sofort die Polizei unter 110, wenn Ihnen der Anruf verdächtig vorkommt.

Hauptsächlich im Bereich Roth registrierte die Polizei in den gestrigen Abendstunden (11.07.2019) zudem mehrere Betrugsversuche falscher Polizeibeamter.

In der für das polizeibekannte Phänomen üblichen Masche riefen die Täter im Zeitraum zwischen etwa 21:15 Uhr und 23:00 Uhr bei mehreren Senioren an. Sie gaben sich als Polizeibeamte aus und berichteten von Einbrechern, denen die Polizei auf der Spur sei. Anschließend fragten sie die vermeintlichen Opfer nach Schmuck und Bargeld. Da alle angerufenen Personen richtig reagierten, das Gespräch beendeten und umgehend die Polizei verständigten, kam es zu keinen Geldübergaben.

Das für das Phänomen "Falsche Polizeibeamte" zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten warnen auch in diesen Fällen nochmal dringend vor der Betrugsmasche und geben Verhaltenstipps:

- Seien Sie misstrauisch bei solchen Anrufen! Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und beenden Sie das Telefonat sofort. Legen Sie aktiv den Telefonhörer auf bzw. beenden Sie das Gespräch aktiv, indem Sie die rote "Auflegen-Taste" drücken.

- Gehen Sie am Telefon nicht auf Fragen zu Ihrer finanziellen Situation oder den Besitz von Wertsachen ein. Die Polizei fragt Sie grundsätzlich nicht nach Bargeld oder Wertsachen, ohne dass durch Sie vorher Anzeige erstattet wurde.

- Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Ihnen unbekannt sind. Hinterlegen Sie es niemals an Örtlichkeiten für unbekannte Abholer.

- Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung!

- Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis, ob in Uniform oder Zivilkleidung. Überprüfen Sie diesen sorgfältig.

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Polizei an. Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus und fragen konkret nach dem Polizeibeamten, der dort beschäftigt sein soll. Notieren Sie sich den Namen des vermeintlichen Beamten. Ziehen Sie einen Nachbarn bzw. eine Person Ihres Vertrauens hinzu.

- Beachten Sie, dass es den Tätern mittlerweile möglich ist, echte Rufnummern der Polizeidienststellen im Display anzeigen zu lassen.

- Scheuen Sie sich nicht den Notruf unter der 110 zu wählen, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt. Durch eine schnelle Meldung unterstützen Sie die Arbeit der Polizei.

- Seien Sie aufmerksam, wenn in Ihrer Nachbarschaft ältere Menschen alleine leben, sprechen Sie über dieses Phänomen.

- Angehörige bitten wir, ihre älteren Verwandten zu informieren.

Alexandra Federl/n

Rückfragen bitte an:

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