Nürnberg
Kampagne

Partys in Franken: Mit diesem geheimen Code bitten Frauen um Hilfe

Frauen in Franken werden immer wieder Opfer sexueller Belästigung. Die SPD-Stadtratsfraktion in Nürnberg wirbt nun für einen Code. Mit ihm können Frauen in Diskotheken oder Bars um Hilfe bitten, wenn sie in Not sind.
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  • SPD in Nürnberg wirbt für Kampagne "Luisa ist hier!"
  • Frauen, die in Diskos oder Bars sexuell belästigt werden, können sich mit Code "Ist Luisa hier?" an Personal wenden und bekommen Hilfe.
  • In Franken machen bereits Kneipen und Diskotheken in Nürnberg, Erlangen, Coburg und Schweinfurt mit.

Die Nürnberger SPD möchte Frauen, die im Nachtleben Opfer sexueller Belästigung werden oder sich bedrängt fühlen, besser helfen. Unterstützung soll es zukünftig direkt vor Ort geben.

"Luisa ist hier!": Code hilft bedrängten Frauen in Kneipen und Diskos

Konkret unterstützt die SPD-Fraktion aus Nürnberg die Kampagne "Luisa ist hier".Ziel der Kampagne ist es, dass Frauen in Not schnellstmöglich Hilfe bekommen. Dafür müssen sie dem Personal in der besuchten Location nur die Frage stellen: "Ist Luisa hier?"

Das ist der Code, um bei Übergriffen, Bedrohung oder Belästigung schnelle Hilfe zu erhalten. Weitere Erklärungen sind nicht mehr notwendig. Welche Hilfemöglichkeiten die Frauen dann in Anspruch nehmen, bleibt ihnen überlassen. Beispielsweise könnte das Personal ein Taxi organisieren oder die Frau könnte Freunde anrufen.

"Da ist noch Luft nach oben"

Bereits fünf Kneipen beziehungsweise Diskotheken in Nürnberg machen bei der Kampagne mit. "Da ist noch Luft nach oben", sagt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Claudia Arabackyj.

"Klar ist: Das Gefühl von Sicherheit im Nachtleben ist für Frauen besonders wichtig. Deshalb unterstützen wir die unterschiedlichsten Maßnahmen, um diese zu gewährleisten. 'Luisa ist hier' sehen wir dabei als Baustein".

Mehr Bars und Diskotheken sollen mitmachen - gute Öffentlichkeitsarbeit notwendig

Um die Betreiber der Kneipen für die Kampagne zu gewinnen, ist eine gute Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Außerdem braucht es gut geschultes Personal. "Weitere Clubs, Discos und Bars in Nürnberg für diese Kampagne zu gewinnen, könnte eine Aufgabe des von der SPD geforderten Nachtmanagers sein", meint Arabackyj.

In Erlangen, Coburg und Schweinfurt machen ebenfalls Diskotheken und Kneipen bei "Luisa ist hier" mit: Hier ist ein Überblick über alle Teilnehmer.

Kriminalstatistik zeigt Notwendigkeit der Kampagne

In Mittelfranken steigt die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Das ergibt die Kriminalstatistik der Polizei von 2018. Im vergangenen Jahr waren es 1.196 gemeldete Fälle. Die Steigerung hängt allerdings auch damit zusammen, dass das Sexualstrafrecht verschärft wurde, erläutert die Polizei.

Erst am vergangenen Samstag wehrte eine Frau sexuelle Belästigung in einer Diskothek in Nürnberg ab.

 

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